Vancouver – Bayern-Legende Thomas Müller hat den Vancouver Whitecaps in einem packenden MLS-Spitzenspiel einen Punkt gerettet. Der 36-Jährige erzielte in der 76. Minute per Foulelfmeter den 1:1-Ausgleich gegen Los Angeles FC. Damit weckte er Erinnerungen an seine besten Tage und sorgte dafür, dass die Weißkappen weiterhin an der Tabellenspitze der Western Conference bleiben.
Die Partie vor 40.086 Zuschauern begann temporeich. Vancouver übernahm früh die Kontrolle und erspielte sich ein deutliches Übergewicht. Doch die Kalifornier um den südkoreanischen Superstar Heung-min Son lauerten auf Konter und gingen in der 37. Minute durch Son selbst in Führung. Der 33-Jährige traf nach einer schnellen Kombination über die linke Seite zur überraschenden 1:0-Pausenführung. In der ersten Halbzeit hatte Vancouver mehrere gute Gelegenheiten, scheiterte jedoch immer wieder am starken französischen Schlussmann Hugo Lloris, der bis zur Pause mehrfach glänzend reagierte.
Müller übernimmt Verantwortung
Nach dem Seitenwechsel drängte Vancouver weiter auf den Ausgleich. Die Hausherren erhöhten den Druck, und in der Schlussphase wurde Müller im Strafraum von LAFC-Verteidiger Yevhen Cheberko zu Fall gebracht. Der Unparteiische entschied sofort auf Strafstoß. Müller, bekannt für seine Nervenstärke, trat selbst an und verwandelte trocken. Für den ehemaligen deutschen Nationalspieler war es der erste Treffer nach dem WM-Einsatz – ein Tor, das die Whitecaps in der Tabelle hält und den Anschluss an die Spitze sichert.
Mit dem 1:1 bleiben beide Teams punktgleich an der Spitze der Western Conference. Sowohl Vancouver als auch LAFC haben nun 34 Punkte, der Abstand zu den Verfolgern beträgt weiterhin drei Zähler. Das Remis dürfte für die Moral der Weißkappen wertvoll sein, denn sie mussten nach einer dominanten ersten Halbzeit lange einem Rückstand hinterherlaufen.
Messi nur Joker bei Inter Miami
Genau 13 Tage nach dem verlorenen WM-Finale mit Argentinien gegen Spanien feierte Lionel Messi sein Comeback in der Major League Soccer. Beim 2:2 von Inter Miami gegen Columbus Crew wurde der 39-Jährige in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Der Superstar verfolgte das Spiel zunächst von der Bank aus, ehe er für die Schlussphase aufs Feld kam. Zwei gute Chancen vergab Messi allerdings – Miami konnte den Sieg nicht erzwingen.
Trotz des verpassten Zitters zeigte sich Inter-Coach Guillermo Hoyos zufrieden. Der 63-Jährige sagte nach dem Spiel: „Ich möchte der Mannschaft für ihren Einsatz danken. Ich möchte Leo und Rodri öffentlich dafür danken, dass sie hier sind; das war für uns wirklich wichtig.“ Damit spielte er auf Messi und dessen Landsmann Rodrigo De Paul an. De Paul, der im WM-Finale 70 Minuten im Mittelfeld der argentinischen Nationalmannschaft gespielt hatte, stand in Miamis Startelf und machte ein starkes Spiel.
Lewandowski mit Doppelpack für Chicago
Noch besser lief es für Robert Lewandowski. Der frühere Bayern-Stürmer, der im Sommer vom FC Barcelona in die USA gewechselt war, schoss Chicago Fire mit einem Doppelpack zu einem 2:1-Auswärtssieg bei Charlotte FC. Der 37-Jährige erzielte beide Tore für die Mannschaft aus Illinois und damit seine ersten beiden Treffer in der MLS überhaupt. Für Chicago Fire waren die drei Punkte enorm wichtig im Kampf um die Playoff-Plätze.
Damit setzten gleich drei ehemalige Top-Stars aus Europa am Wochenende ein Ausrufezeichen. Während Müller seinen Wert in Vancouver eindrucksvoll unter Beweis stellte, deutet auch Lewandowski an, dass er in Nordamerika weiterhin zu den besten Stürmern der Liga gehört. Und Messi wird nach seiner Einwechslung bei Inter Miami weiter nach Spielfitness suchen, um das Team in der entscheidenden Saisonphase wieder in die Erfolgsspur zu führen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die punktgleichen Rivalen aus Vancouver und Los Angeles ihre starke Form konservieren können. Mit Müller und Lloris treffen am kommenden Spieltag wieder zwei alte Bekannte aufeinander – die Rivalität zwischen Weißkappen und LAFC bleibt auf jeden Fall ein Garant für Spannung.



