Lionel Messi hat England mit einer überragenden Leistung im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Atlanta das Herz gebrochen. Der 39-jährige Argentinier bereitete beide Tore beim 2:1-Comebacksieg gegen den Erzrivalen vor und führte seine Mannschaft damit ins zweite WM-Finale in Folge. Für viele Beobachter war es eine der besten Darbietungen seiner ohnehin legendären Karriere.
Tränen und Ekstase im Stadion
Die Szenen nach dem Abpfiff waren von extremen Emotionen geprägt. Während die englischen Spieler mit gesenkten Köpfen und versteckten Gesichtern die Katakomben verließen – Jude Bellingham sprach später von einem „gebrochenen Herzen“ –, strahlte Messi nur wenige Meter entfernt in ein Meer von Kameras. Die englischen Profis mussten sich an ihm und seinen Füßen vorbeiquetschen, was die finale Erniedrigung im großen Rivalitätsduell symbolisierte. „Die Fans haben sich diesen Sieg mehr als jeden anderen gewünscht“, sagte Messi später. „Es bedeutet sehr viel, im Halbfinale gegen England anzutreten und erneut das WM-Finale zu erreichen.“
Eine der größten argentinischen Mannschaften aller Zeiten
Mit diesem Sieg hat sich die argentinische Nationalmannschaft endgültig als eine der größten in der Fußballgeschichte etabliert. Sie ist die erste argentinische Elf, die zwei Weltmeisterschaftsfinale in Folge erreicht hat. Messi selbst bestreitet sein drittes WM-Endspiel, ebenfalls ein Rekord für einen argentinischen Spieler. Trainer Lionel Scaloni zeigte sich überwältigt: „Wir sind wirklich einzigartig, und das ist keine Arroganz. Diese Spieler haben uns zum Sieg geführt. Ich bin sprachlos.“ Giuliano Simeone ergänzte über seinen Kapitän: „Bei Leo sind Worte überflüssig. Er ist 39 Jahre alt und will immer mehr. Er ist der Erste beim Training, der Erste im Fitnessstudio. Er arbeitet weiter, treibt alle an.“
Messi dreht nach schwacher erster Hälfte auf
Die erste Halbzeit war für Messi und Argentinien jedoch alles andere als glanzvoll. Der Superstar verlor 15 Mal den Ball – so oft wie in keiner ersten Hälfte eines großen Turniers seit 2018. Mit nur 36 Ballkontakten blieb er blass, und die Partie war eine unansehnliche Katastrophe ohne nennenswerte Chancen. Doch nach dem Pausentee, aufgefrischt mit Mate, und nach der englischen 1:0-Führung durch Anthony Gordon (55. Minute) drehte Messi auf. „Diese argentinische Nationalmannschaft lebt von Emotionen“, analysierte ein Kommentator. Angepeitscht von der frenetischen Stimmung im Stadion, wo die argentinischen Fans die englische Nationalhymne komplett übersungen hatten, brannten die Gauchos einen wütenden Angriff nach dem anderen ab.
Der linke und der rechte Fuß Gottes
In der 85. Minute gelang der Ausgleich: Messi spielte einen einfachen, aber effektiven Pass aus einer kurzen Ecke auf Enzo Fernandez, der per Fernschuss traf. Zwischen der englischen Führung und diesem Tor hatte England nur klägliche zwölf Prozent Ballbesitz. Nur sieben Minuten später folgte der zweite Streich. Messi nahm auf der rechten Außenseite Fahrt auf – genau dort, wo er schon als Junge in Rosario und in seinen ersten Jahren beim FC Barcelona so viele Tore eingeleitet hatte. Mit seinem vermeintlich schwächeren, dem rechten Fuß, schlug er die perfekte Flanke auf den Kopf von Lautaro Martinez, der in der 92. Minute zum 2:1 traf. „Seit mein Vater mir zum ersten Mal ein Paar Fußballschuhe gekauft hat, habe ich immer davon geträumt, dieses Tor zu schießen“, sagte Martinez später unter Tränen. Messi verbuchte mit diesem Assist seinen vierten Vorlage im Turnier und zog im Rennen um den Goldenen Schuh an Frankreichs Kylian Mbappé vorbei (beide acht Tore, Messi nun vier Vorlagen).
Ein Spiel für die Geschichtsbücher
Das Spiel war mehr als ein Fußballspiel: Es wird die nationale Erzählung Argentiniens prägen und von Generation zu Generation weitergegeben werden. „England hat den linken und den rechten Fuß Gottes kennengelernt“, schrieb ein Kommentator in Anspielung auf Diego Maradonas „Hand Gottes“ von 1986. Messi selbst zeigte sich gelassen und abgebrüht, selbst in den entscheidenden Minuten. „Er hat es wieder getan“, hieß es. Der Rest des Spiels ging in die Geschichtsbücher ein, wo nun für immer niedergeschrieben steht, wie Argentinien erneut ein englisches Herz brach.



