Der europäischen Automobilindustrie droht ein massiver Beschäftigungsverlust. Bis 2040 könnten in der Produktion bis zu 726.000 Arbeitsplätze wegfallen, warnt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation im Auftrag des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall. Die Studie wurde dem Nachrichtenmagazin "Politico" vorab zugänglich.
Bereits bis 2030 drohen 375.000 Stellenstreichungen
Im vergangenen Jahr beschäftigte der Branchenzweig in Europa rund 1,6 Millionen Menschen, die Wertschöpfung lag bei rund 250 Milliarden Euro. Bereits bis 2030 droht laut Fraunhofer ein Wegfall von 375.000 Stellen. Bis 2035 könnten europaweit insgesamt 660.000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren – und bis 2040 sogar 726.000.
Umstieg auf Elektromobilität als Hauptgrund
Der Grund für den Jobabbau ist der Umstieg zur Elektromobilität: Die Fertigung eines E-Autos ist weniger komplex und benötigt weniger Teile als die eines Verbrenners. Deswegen fallen insbesondere bei Zulieferern Jobs weg. Neue Jobs, die im Zuge der Transformation zur klimaneutralen und digitalen Mobilität der Zukunft aufgebaut würden, entstünden angesichts der schlechten und international weniger wettbewerbsfähigen Standortbedingungen im Ausland.
"Ohne Maßnahmen droht Europa eine dauerhafte Abhängigkeit von Drittstaaten bei Schlüsseltechnologien", warnen die Experten der Studie.
Deutschland besonders betroffen
Mit Blick auf Deutschland teilte der Verband der Automobilindustrie bereits im Mai mit, dass der Arbeitsplatzabbau größer auszufallen drohe als bislang angenommen. Die Branche rechnet hierzulande bis 2035 mit dem Verlust von weiteren 125.000 Arbeitsplätzen.



