Der US-Fahrdienstvermittler und Essenslieferant Uber übernimmt den Konkurrenten Delivery Hero. Uber legte den Aktionären des deutschen Essenslieferanten am Donnerstag ein Angebot über 41,50 Euro je Anteilsschein vor. Das entspricht einem Transaktionsvolumen von fast 13 Milliarden Euro. Delivery Hero bestätigte kurz darauf, dass es sich mit dem US-Konzern zusammenschließt.
Großaktionär Prosus stimmt Verkauf zu
Der Großaktionär Prosus habe zugestimmt, seine knapp 17-prozentige Beteiligung an Delivery Hero abzugeben, heißt es. Uber hatte die Übernahme von einer Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie abhängig gemacht. Inklusive Derivaten hatte sich Uber zuvor bereits knapp 37 Prozent der Anteile an Delivery Hero gesichert.
Delivery Hero global präsent, aber nicht in Deutschland
Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, ist aber seit dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts an Just Eat Takeaway (Lieferando) hierzulande operativ nicht mehr aktiv. Das Unternehmen zählt allerdings wegen der starken Präsenz in Asien, Südeuropa, der Arabischen Halbinsel und Afrika zu den weltweit größten Essenslieferdiensten. Uber betreibt mit Uber Eats selbst einen Essenslieferdienst – unter anderem auch in vielen Städten Deutschlands.
Uber will Hauptsitz in Berlin erhalten
Uber hat sich laut der Mitteilung zum neuen Angebot dazu verpflichtet, „den Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin sowie die operativen Hubs von Delivery Hero in den Regionen zu erhalten“ sowie „im vereinbarten Rahmen die Belegschaft zu schützen, jeweils für die nächsten drei Jahre“. Uber plane „wirtschaftlich angemessene Anstrengungen“, um bis einschließlich 2031 insgesamt zwei Milliarden Euro in Deutschland zu investieren.
Aktienkurs steigt nach Übernahmeangebot
Die Delivery-Hero-Aktie legte im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate um drei Prozent auf 39,35 Euro zu. Das Papier hat bereits seit Mitte April kräftig an Wert gewonnen, nachdem bekannt wurde, dass Uber seinen Anteil an Delivery Hero erhöht hatte. Mitte April hatte das Papier im MDax noch weniger als 20 Euro gekostet. Ende Mai hatte Uber bereits ein Angebot in Höhe von 33 Euro je Aktie vorgelegt.
Hintergrund der Übernahme
Die Übernahme ist das Ergebnis monatelanger Versuche von Uber, den deutschen Lieferdienst zu schlucken. Bereits im Mai hatte Uber ein erstes Angebot unterbreitet, das jedoch nicht ausreichend war. Mit dem verbesserten Angebot von 41,50 Euro je Aktie konnte Uber nun die Zustimmung von Prosus und weiteren Aktionären gewinnen. Die Transaktion soll in den kommenden Monaten abgeschlossen werden.



