Nach Dauerkarten-Knall: So reagieren die FC-Fans auf den Rauswurf
Nach Dauerkarten-Knall: So reagieren die FC-Fans

Nach Hauruck-Rauswurf: So reagieren die Köln-Fans auf den Dauerkarten-Knall

Das Thema schlug hohe Wellen beim 1. FC Köln: Kurz nach der Rettung kündigte der Verein vergangene Woche rund 5.000 Fans ihre Dauerkarten und schmiss sie dadurch von einem Tag auf den anderen aus dem Stadion – zumindest vorübergehend. Inzwischen reagierte eine große Zahl der Köln-Fans auf den Dauerkarten-Knall.

Frust und Ärger, aber auch Verständnis

Die Briefe vom FC sorgten zunächst zwar vor allem für Frust und Ärger. Zahlreiche Anhänger äußerten vor allem in den sozialen Netzwerken und Foren ihr Unverständnis über die Neuregelung der Dauerkarten-Vergabe zur kommenden Saison. Die begehrten Jahres-Tickets werden dann erstmals nur noch an Mitglieder vergeben.

„Dieser Schritt mag für Dich gefühlsmäßig irgendwo zwischen erwartbar, überraschend und unvorstellbar liegen – und das können wir absolut nachvollziehen. Die Anpassung stellt allerdings eine faire und transparente Vergabe von Dauerkarten sicher“, schrieb der Verein und stößt am Ende wohl auf Verständnis.

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Große Resonanz der Fans

Denn: Die Liebe zum FC ist am Ende bei der Mehrheit der gekündigten Fans offensichtlich größer als die Wut über das Hauruck-Verfahren. Der FC bot den betroffenen Dauerkarten-Kunden schließlich an, ihre Karte behalten zu können, wenn sie diese bis zum 15. Juni neu beantragen und gleichzeitig bis Ende Juli Mitglied werden. Und nur 4 Tage nach dem brisanten Schreiben haben nach BILD-Informationen bereits mehr als die Hälfte der zunächst gekündigten Fans einen Mitgliedsantrag eingereicht und wollen von dem FC-Angebot Gebrauch machen.

Vize-Boss Ulf Sobek (54) bestätigt: „Seit vergangenen Freitag haben mehr als 2.500 Dauerkarten-Inhaberinnen und -Inhaber eine Mitgliedschaft beantragt. Die Resonanz bewegt sich insgesamt in dem Rahmen, den wir bei einer so bedeutenden Veränderung erwartet haben. Natürlich gibt es kritische Stimmen, die wir ernst nehmen und mit denen wir den Dialog suchen. Gleichzeitig erhalten wir sehr viele positive Rückmeldungen von Mitgliedern und Dauerkarteninhaberinnen und Dauerkarteninhabern, die die neue Regelung als nachvollziehbar, transparent und fair bewerten.“

Neuregelung auf Wunsch der Mitglieder

Die Neuregelung der Dauerkarten-Vergabe erfolgt vor allem auf Wunsch der Mitglieder. Der neue Vorstand um Präsident Jörn Stobbe (60) hatte deren Meinung mithilfe einer Umfrage eingeholt und 72 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich dafür ausgesprochen, dass die Dauerkarten an eine Mitgliedschaft gebunden sein müssen.

Für einige Fans klang das nach Erpressung oder Zwangs-Mitgliedschaft. Sobek wehrt sich gegen die Vorwürfe, sagt: „Die enorme Beteiligung an der Ticketing-Umfrage hat gezeigt, wie wichtig den Menschen die Mitgestaltung ihres Vereins ist. Für uns ist die neue Regelung deshalb nicht Ausdruck eines Zwangs, sondern Ausdruck eines klaren Bekenntnisses zum Mitgliederverein. Wer dauerhaft von einem der knappsten Güter unseres Clubs – einer Dauerkarte – profitieren möchte, soll zugleich Teil der Gemeinschaft sein.“

45.000 Fans warten auf eine Dauerkarte

Das Problem im Hintergrund sind die dramatischen Zahlen beim FC. Der Klub hat 165.000 Mitglieder. Er vergibt pro Saison 25.000 Dauerkarten für das grundsätzlich ausverkaufte RheinEnergie Stadion (50.000 Plätze). Und auf der Warteliste für eine solche Dauerkarte stehen inzwischen 45.000 Fans. Auch darunter sind zahlreiche Nicht-Mitglieder, die dem Verein beitreten müssen, wenn sie ihre Chance auf eine Dauerkarte aufrecht erhalten wollen.

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