Der brasilianische Fußballstar Neymar hat erneut für einen Eklat gesorgt. Nach dem 1:0-Sieg seines Klubs Santos FC im Achtelfinal-Rückspiel des brasilianischen Pokals beim Club do Remo lieferte sich der 34-Jährige vor der Teamkabine einen verbalen Schlagabtausch mit der gegnerischen Klubführung. Anschließend provozierte er die Verantwortlichen mit einem provokanten Tanz, ließ die Muskeln spielen und streckte sogar die Zunge heraus. Videos davon kursierten in den sozialen Medien und sorgten für Empörung.
„Penner“-Ruf von Remos Präsident
Remos Präsident Antonio Carlos Texeira reagierte wütend auf Neymars Verhalten und nannte den Superstar in einer Stellungnahme einen „Penner“. „Es bleibt das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein. Santos hat das nicht nötig. Und dieser Penner Neymar, der von einer Horde Kinder vergöttert wird, hat sich wie ein Clown benommen und uns dann auch noch provoziert. Wir sind selbst schuld daran, dass wir solche Typen wie ihn vergöttern“, sagte Texeira. Die Aussagen des Klubchefs wurden von mehreren brasilianischen Medien zitiert.
Neymar bereitet Siegtreffer vor
Sportlich hatte Neymar zuvor seinen Teil zum Weiterkommen beigetragen. Nach seiner Einwechslung bereitete er in der 74. Minute den entscheidenden Treffer von Rony vor. Der Sieg im hitzigen Pokalspiel bedeutete den Einzug ins Viertelfinale. Doch die Partie war von zahlreichen Provokationen geprägt, insbesondere durch die gegnerischen Fans.
Beleidigungen und sarkastische Antwort
Schon auf dem Weg zum Spielertunnel war Neymar mit gegnerischen Anhängern aneinandergeraten. Diese hatten ihn während der gesamten Partie mit Ausrufen wie „Vai tomar no cu“ – vergleichbar mit „Verpiss dich“ – beschimpft. Neymar reagierte anschließend in seiner Instagram-Story sarkastisch: „Danke für die Unterstützung“ schrieb er zu einem Video der Beleidigungen. Zudem teilte er ein Bild aus dem Flieger mit dem Kommentar „Ziel erreicht“ und einem Zwinkeremoji.
Vorgeschichte: Ohrfeige und WM-Debakel
Der jüngste Ausraster ist nicht der erste in diesem Jahr. Bereits im Mai hatte Neymar mit einer Ohrfeige gegen seinen 18 Jahre alten Mitspieler Robinho Junior für negative Schlagzeilen gesorgt. Bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada spielte der 34-Jährige nur eine Nebenrolle. Rekordweltmeister Brasilien scheiterte bereits früh im Achtelfinale an Norwegen. Nach dem Turnier hatte Neymar seinen Rücktritt aus der Selecao bekannt gegeben.
Reaktionen und Ausblick
Die Provokationen und die anschließende verbale Entgleisung von Remos Präsident dürften für weiteren Gesprächsstoff sorgen. Experten sehen in Neymars Verhalten ein wiederkehrendes Muster, das seinem Ansehen schadet. Santos FC selbst hat sich bislang nicht offiziell zu dem Vorfall geäußert. Es bleibt abzuwarten, ob der Verband Konsequenzen zieht. Neymar selbst scheint die Aufregung kalt zu lassen – seine Botschaften in den sozialen Medien wirken bewusst provokant.



