Nach dem Pokalspiel zwischen Al-Hilal und Al-Ittihad hat Neymar mit provozierenden Gesten gegenüber den gegnerischen Fans für Aufsehen gesorgt. Der brasilianische Superstar, der für Al-Hilal spielt, reagierte nach dem Schlusspfiff auf Pfiffe und Beleidigungen aus dem Fanblock. Videos in den sozialen Medien zeigen, wie Neymar seine Hand ans Ohr hält und den Fans zuwinkt. Die Aktion löste gemischte Reaktionen aus.
Provokation nach emotionalem Spiel
Das Spiel endete mit einem 2:1-Sieg für Al-Hilal im Viertelfinale des King's Cup. Neymar, der in der 64. Minute eingewechselt wurde, war an der Entstehung des Siegtreffers beteiligt. Nach dem Abpfiff ging er gezielt auf die Fans von Al-Ittihad zu und machte provozierende Gesten. Einige Zuschauer hatten zuvor während des Spiels Neymar mit Sprechchören bedacht.
Der 32-Jährige verteidigte sein Verhalten anschließend in einem Interview: „Die Fans haben mich das ganze Spiel über provoziert. Ich habe nur zurückgegeben, was ich bekommen habe. Das ist Teil des Fußballs.“ Diese Aussage dürfte die Diskussion weiter anheizen.
Kritik von Experten und Fans
Fußballexperten kritisierten Neymars Verhalten als unnötig. Der ehemalige Schiedsrichter Manuel Gräfe sagte der „Bild“-Zeitung: „Solche Aktionen gehören nicht auf den Platz. Neymar sollte sich auf sein Spiel konzentrieren und nicht auf Provokationen reagieren.“ Auch in den sozialen Medien wurde der Brasilianer für sein Verhalten kritisiert. Viele Nutzer warfen ihm vor, ein schlechtes Vorbild für junge Spieler zu sein.
Andere Stimmen zeigten Verständnis. Ein Fan schrieb auf Twitter: „Neymar wird ständig provoziert, da ist es nur fair, wenn er kontert.“ Die Debatte zeigt, wie gespalten die Meinungen über den Superstar sind.
Neymars schwierige Saison
Die Provokation kommt in einer schwierigen Phase für Neymar. Der Brasilianer musste in dieser Saison mehrere Verletzungen überstehen und fand bisher nicht zu seiner Topform. In zwölf Pflichtspielen für Al-Hilal erzielte er vier Tore und bereitete drei weitere vor. Kritiker bemängeln, dass er zu oft mit Nebenschauplätzen beschäftigt sei.
Trotz der Kritik bleibt Neymar einer der prominentesten Spieler der Saudi Pro League. Sein Wechsel im Sommer 2023 von Paris Saint-Germain zu Al-Hilal hatte für Schlagzeilen gesorgt. Der Vertrag soll bis 2025 laufen und ein Gehalt von rund 100 Millionen Euro pro Jahr beinhalten.
Reaktionen aus Saudi-Arabien
Auch in Saudi-Arabien wird das Verhalten von Neymar diskutiert. Der nationale Fußballverband hat bisher keine Stellungnahme abgegeben. Allerdings könnte die Disziplinarkommission der Liga den Vorfall prüfen. Sollte Neymar wegen unsportlichen Verhaltens belangt werden, droht ihm eine Geldstrafe oder eine Sperre.
Al-Hilal-Trainer Jorge Jesus stellte sich hinter seinen Spieler: „Neymar ist ein emotionaler Spieler. Das macht ihn aus. Ich habe kein Problem mit seiner Reaktion.“ Diese Unterstützung dürfte Neymar gut tun.
Ausblick auf das Halbfinale
Al-Hilal trifft im Halbfinale des King's Cup auf Al-Nassr. Das Duell gegen Cristiano Ronaldo und Co. verspricht Spannung. Neymar könnte erneut im Fokus stehen – sowohl sportlich als auch außerhalb des Platzes. Die Frage ist, ob er sich diesmal auf das Spiel konzentrieren kann.
Die Fans von Al-Hilal hoffen, dass Neymar seine Leistung abruft und mit seinen Toren zum Erfolg beiträgt. Die Provokation vom Pokalspiel könnte jedoch noch ein Nachspiel haben.



