Nobby Stiles starb wegen Kopfbällen: Gerichtsmediziner bestätigt CTE
Nobby Stiles: Kopfbälle führten zu Demenz und Tod

Der englische Fußball-Weltmeister Nobby Stiles ist nach Ansicht eines Gerichtsmediziners an einer Krankheit gestorben, die durch die vielen Kopfbälle während seiner Karriere verursacht wurde. Der frühere Profi von Manchester United litt vor seinem Tod im Jahr 2020 an schwerer Demenz, die auf die Erkrankung Chronisch Traumatische Enzephalopathie (CTE) zurückgeführt wird. Ein Untersuchungsgericht stellte dies fest. Der Neuropathologe Daniel Du Plessis sagte: „Ich bin ziemlich überzeugt, dass sein so häufiges Köpfen des Balls seine CTE verursacht hat.“

CTE: Eine Form der Demenz durch Kopftraumata

Bei der Chronisch Traumatischen Enzephalopathie handelt es sich um eine Form der Demenz, die Mediziner mit wiederholten Schlägen auf den Kopf in Verbindung bringen. CTE wurde bereits bei mehreren Sportlern diagnostiziert, insbesondere im Boxen, American Football und Rugby. Der Fall Stiles heizt die Debatte über einen möglichen Zusammenhang zwischen Kopfbällen im Fußball und schweren Hirnschäden weiter an.

Klage der Familien gegen Fußballverbände

Stiles‘ Sohn John Stiles sowie Angehörige weiterer ehemaliger Profis hatten gegen die britischen Fußballverbände geklagt. Sie werfen diesen vor, ihrer „Sorgfaltspflicht gegenüber den ehemaligen Spielern nicht nachgekommen“ zu sein. John Stiles erklärte, sein Vater sei durch den Fußball „getötet“ worden. Nach seinen Berechnungen köpfte Stiles über 17 Jahre hinweg etwa 40-mal täglich im Training, insgesamt rund 136.000 Kopfbälle. Stiles bestritt 28 Länderspiele für England und kam auf fast 400 Einsätze für Manchester United.

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Neben Stiles erkrankten weitere Mitglieder der Weltmeistermannschaft von 1966 später an Demenz. Die Kläger fordern eine deutliche Reduzierung von Kopfbällen im Training und in Spielen, um das Risiko von Hirnverletzungen im Alter zu senken.

Wissenschaftlicher Streit um Kausalität

Während Studien einen Zusammenhang zwischen Kopfbällen und Hirnerkrankungen nahelegen, betonte der englische Verband FA zuletzt im März, ein solcher Zusammenhang sei „wissenschaftlich nicht belegt“. Vor Gericht sagte auch John Stiles aus. Die Familien hätten bereits in den späten Fünfziger- und frühen Sechzigerjahren bemerkt, dass Stiles vergesslich wurde. „Lange Zeit herrschte in der Familie ein schreckliches Gefühl der drohenden Katastrophe – wir wussten nicht, was los war, aber wir konnten spüren, wie es kam“, sagte John Stiles.

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