Energie-Legende Piplica: Was mir an Trainer Wollitz imponiert
Piplica: Was mir an Wollitz imponiert

Piplica über den Aufstieg von Energie Cottbus

Tomislav Piplica (57), Kult-Torwart und heutiger Torwarttrainer von Lok Leipzig, ist eine der prägendsten Figuren der Cottbuser Vereinsgeschichte. Im Jahr 2000 stieg er mit Energie unter Trainer Ede Geyer in die Bundesliga auf. Nun ist der Verein nach zwölf Jahren zurück in der 2. Bundesliga. Im Gespräch mit BILD sprach der Kroate über den überraschenden Aufstieg und die Parallelen zu seiner eigenen Zeit.

Teamgeist als Schlüssel zum Erfolg

„Wir hatten einen super Teamgeist. Die meisten haben im Cottbuser Ortsteil Sielow nebeneinander gewohnt. Unsere Kinder haben zusammen gespielt und unsere Frauen haben viel zusammen unternommen. Wir hatten keinen Stinkstiefel in der Mannschaft. Alle haben mitgezogen. Nur so hast du mit einem kleinen Verein überhaupt die Chance, aufzusteigen“, erinnert sich Piplica. Auch die aktuelle Mannschaft habe eine gute Chemie. „Das sieht man schon daran, wie viele Spiele sie in den letzten Minuten gewonnen haben. Sie haben um jeden Punkt gekämpft – zusammen mit diesen unglaublichen Fans. Niemand spielt gerne in Cottbus, damals wie heute. Der Unterschied ist nur: Damals hat uns noch jeder unterschätzt. Cottbus kannte damals kein Schwein.“

Vergleich der Trainer: Geyer und Wollitz

Damals wie heute prägte ein Trainer mit großem Charakter die Truppe: Ede Geyer und heute Claus-Dieter Wollitz. Piplica zieht Parallelen: „Jeder passt zu seiner Zeit, aber beide haben diese Emotionalität gemeinsam. Auch fachlich haben sie richtig etwas drauf, das darf man nie vergessen. Unter Ede war das Training knallhart. Das hätten die Jungs von heute wahrscheinlich nicht geschafft. Bei seinem Charakter gab es keine lockeren Einheiten – da hieß es immer Vollgas. Aber wir haben ihm alles geglaubt.“

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Zur heutigen Mannschaft und Wollitz sagt Piplica: „Bei jedem Tor und bei jeder Feier erkennt man diesen Zusammenhalt. Pele nimmt die ganze Wucht der Fans mit. Er ist ein Vulkan, aber auch ein cleverer Trainer. Er nimmt vieles auf sich, damit die Mannschaft frei spielen kann. Wollitz ist ein Fuchs. Manchmal macht er ganz bewusst eine Szene und nimmt mit seinen Aktionen den Fokus von der Mannschaft.“

Ziele für die 2. Bundesliga

Claus-Dieter Wollitz will sich in der 2. Liga dauerhaft etablieren. Piplica glaubt an den Klassenerhalt: „Der Klassenerhalt sollte kein Problem sein. Mit diesen Fans, die immer hinter dir stehen und dich niemals auspfeifen, hast du eine große Waffe. Wenn du Angst vor den eigenen Fans hast, bist du gelähmt. Ich finde, Cottbus gehört in die 2. Liga. Langfristig sollte man sich zwischen Platz fünf und zehn etablieren.“

Auf die Frage, ob das Märchen aus der Lausitz bis in die Bundesliga führen könne, antwortet Piplica: „Alles kann passieren. Schau dir Paderborn an: 3. Liga, 2. Liga, Bundesliga. Dort sind 80 Prozent des Kaders zusammengeblieben. Sie hatten diese Chemie zwischen Mannschaft, Trainer und Verein. Genau das hat Cottbus auch. Also, warum nicht?“

Verpflichtung von Leonardo Bittencourt

Ein dickes Ausrufezeichen war die Verpflichtung von Leonardo Bittencourt (32). Piplica spielte mit dessen Vater Franklin (57) zusammen und kennt Leonardo seit seiner Kindheit. „Schon als Kind hat man gesehen, dass er mit dem Ball umgehen kann. Aber er hatte es nicht einfach. Wenn dein Vater im Verein eine große Rolle spielt, gibt es oft Neid. Über Leo wurde damals nicht immer schön gesprochen. Manche haben gesagt, er spiele nur wegen seines Vaters. Er musste sich ständig beweisen. Du wirst immer mit deinem Vater verglichen. Aber er hat es geschafft.“

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