Tour de France: Pogacar triumphiert in Alpe d'Huez – Gelbes Trikot kaum noch zu nehmen
Pogacar triumphiert in Alpe d'Huez – Gelb kaum noch zu nehmen

Tadej Pogacar hat mit einem beeindruckenden Solo auf den legendären Anstieg von Alpe d'Huez seinen fünften Etappensieg bei der diesjährigen Tour de France gefeiert. Der slowenische Ausnahmekönner ließ seine Rivalen auf den letzten 900 Metern stehen und sicherte sich den Tagessieg vor dem Franzosen Lenny Martinez und Olympiasieger Richard Carapaz aus Ecuador. Nach 127,9 Kilometern war Pogacar nicht nur Etappensieger, sondern baute auch seine Führung im Gesamtklassement auf komfortable 7:11 Minuten vor Remco Evenepoel aus. Doppel-Olympiasieger Evenepoel liegt nun auf Rang zwei, der Mexikaner Isaac del Toro folgt mit 9:42 Minuten Rückstand.

Pogacar in eigener Liga – Rivalen chancenlos

Bereits 13 Kilometer vor dem Ziel setzte Pogacar die entscheidende Attacke. Keiner seiner Konkurrenten konnte dem Tempo des 25-Jährigen folgen. „Dieses Jahr wird es ikonisch sein, weil wir zweimal dort hochfahren“, hatte Pogacar vor der Etappe prophezeit. Und er sollte recht behalten: Mehr als eine halbe Million Zuschauer verwandelten die Hänge von Alpe d'Huez in ein Tollhaus. Tausende Fans hatten die Nacht in Zelten und Wohnwagen verbracht, um die Fahrer auf den 21 berühmtesten Serpentinen der Welt zu bejubeln. Die Atmosphäre glich einer riesigen Open-Air-Party, nur eine schmale Gasse blieb den Radprofis.

Krankheitswelle im UAE-Team – aber kein Grund zur Sorge?

Doch die Freude bei Pogacars Team UAE wird getrübt durch eine Krankheitswelle. Mehrere Fahrer waren auf den letzten Etappen angeschlagen. Pogacars Helfer Nils Politt gab Entwarnung: „Man hört von vielen Fahrern im Feld, dass sie angeschlagen sind und krank sind. Wir versuchen uns zu separieren.“ Das Team habe während der gesamten Rundfahrt Einzelzimmer, und am Abend vor der Etappe hätten diejenigen mit Beschwerden auf dem Zimmer gegessen. Bislang habe der Virus keine Auswirkungen auf Pogacars Leistung gezeigt.

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Rekordjagd: Pogacar auf den Spuren der Legenden

Für Pogacar war es der 26. Tour-Etappensieg seiner Karriere. In der ewigen Bestenliste liegt er damit hinter Mark Cavendish (35), Eddy Merckx (34) und Bernard Hinault (28). Bei seinem derzeitigen Tempo könnte der Rekord schon in zwei Jahren fallen. Am Samstag steht die Königsetappe an, die erneut in Alpe d'Huez endet – dieses Mal jedoch über den Col de Sarenne, einen Abschnitt ohne Zuschauer. Insgesamt warten auf die Fahrer 5.450 Höhenmeter und drei Berge der höchsten Kategorie. Pogacar hat gute Chancen auf den nächsten Sieg.

Ausreißergruppe chancenlos – Evenepoel mit Nadelstich

Eine 15-köpfige Ausreißergruppe war mit mehr als drei Minuten Vorsprung in den Schlussanstieg gegangen, doch Pogacars Tempo ließ den Vorsprung bei sommerlichen Temperaturen schnell schmelzen. Evenepoel nutzte die Gelegenheit für einen kleinen Nadelstich: Er löste sich von seinen direkten Konkurrenten und fuhr einige Sekunden heraus. Im Kampf um Platz zwei ist der Belgier damit in einer guten Position. Die beiden Podiumsfahrer des Vorjahres, Jonas Vingegaard und Florian Lipowitz, mussten nach Stürzen mit Schlüsselbeinbrüchen aufgeben.

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