Frankreich souverän im Halbfinale – Pressestimmen überschwänglich
Nach dem souveränen 2:0-Sieg gegen Marokko und dem Einzug ins Halbfinale der Fußball-WM erhält die französische Nationalmannschaft in den internationalen Medien viel Lob. Besonders Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé stehen im Mittelpunkt. Die französische Zeitung „L'Équipe“ titelt: „Nicht aufzuhalten. Erst ineffizient, dann mitreißend: Frankreich bezwingt Marokko und zieht ins Halbfinale der WM 2026 ein.“ „Le Parisien“ schreibt: „Nichts kann sie aufhalten. (...) Die Welt liegt ihnen zu Füßen. Zumindest ist es in greifbarer Nähe.“ „Le Figaro“ betont: „Wer warten kann, wird belohnt. Lange Zeit musste Frankreich im Viertelfinale von Foxborough gegen Marokko Geduld beweisen, bis die Mannschaft dank des Duos Mbappé/Dembélé Marokko bezwang.“
Internationale Stimmen: Mbappé als Matchwinner
Aus den USA schreibt „The Athletic“: „Mbappé glänzt, Frankreich schlägt Marokko und erreicht das WM-Halbfinale. Kann sie überhaupt jemand stoppen?“ Der englische „The Telegraph“ kommentiert: „Ein ungefährdeter Sieg für Frankreich – die Mannschaft spaziert ins Halbfinale.“ „The Guardian“ hebt hervor: „Kylian Mbappé führt nun das Rennen um den Goldenen Schuh an. (...) Allerdings nur dank seiner Vorlagen und obwohl er ein Spiel mehr absolviert hat als seine engsten Verfolger Lionel Messi, Erling Haaland und Harry Kane.“ Die „Daily Mail“ schreibt: „Kylian Mbappé ist einfach nicht aufzuhalten. Wenn er bei einem WM-Spiel auf dem Platz steht, kann man fast darauf wetten, dass er den Ball im Tor unterbringt.“
Aus Spanien meldet sich „Marca“: „Mbappé knackt den unbezwingbaren Bono.“ „AS“ lobt: „Didier Deschamps hat bei seiner dritten WM-Teilnahme als Trainer erneut nicht enttäuscht und erreicht mindestens wieder die vorletzte Runde des Turniers. Das gilt auch für Kylian Mbappé, der zur Stelle war und den Widerstand Marokkos brach.“ „Mundo Deportivo“ schwärmt: „Kylian Mbappé ist ein Genie, ein geborener Torjäger, ein Fußballer, der für seine Nationalmannschaft immer dann zur Stelle ist, wenn Spiele einen entscheidenden Akteur brauchen. Mit einem traumhaften Treffer schoss er Frankreich ins WM-Halbfinale – es war sein achtes Tor im Turnierverlauf, womit er im erbitterten Wettlauf um das Brechen sämtlicher Rekorde erneut mit Lionel Messi gleichzog.“
Die italienische „Gazzetta dello Sport“ urteilt: „Frankreich ist von einem anderen Planeten: Mbappé und Dembélé schießen Marokko aus dem Turnier.“ Aus der Schweiz schreibt „Blick“: „Mbappé macht Penalty-Bock wett und rückt Messi auf die Pelle.“ Die österreichische „Krone“ bilanziert: „Während die von vielen als Geheimfavorit bezeichneten Marokkaner im Viertelfinal-Hit enttäuschten, zeigten die Franzosen erneut, dass der Titel in diesem Jahr nur über sie führt.“
Spanien-Coach de la Fuente: Kein Gedanke an Frankreich
Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente will sich auf keinen Fall schon mit einem möglichen WM-Halbfinale gegen Frankreich beschäftigen. „Wir denken an nichts anderes als Belgien morgen. Wenn wir da gewinnen, dann sprechen wir über Frankreich. Aber als Profis kann ich versichern, wir sind komplett auf das Spiel morgen fokussiert“, sagte er vor dem Viertelfinale gegen Belgien in Inglewood südlich von Los Angeles (21.00 Uhr MESZ/Magenta TV und ZDF). Das 2:0 der Franzosen gegen Marokko habe er aber geschaut, sagte er. „Frankreich war das bessere Team. Wir wissen, was sie können.“
Vor den Belgiern, die beim 4:1 im Achtelfinale gegen die USA sogar komplett auf Kevin De Bruyne verzichteten, hat de la Fuente Respekt. „Belgien ist ein sehr starkes Team, Spieler, die es gewohnt sind zu gewinnen. Das wird eine Herausforderung. Wir haben noch die besten acht Teams, das Spiel morgen wird das schwerste des Turniers“, sagte der 65-Jährige. Er betonte seine Gelassenheit: „Ich bin mir bewusst, was ich kontrollieren kann und das kontrolliere ich gut. Was auch immer sonst passiert, ist außerhalb unserer Kontrolle. Das gibt mir viel Ruhe, ich bin gelassen.“ Spanien hat als einzige Mannschaft noch kein Gegentor kassiert bei dieser WM.
Mbappé mit Eisbeutel: Entwarnung nach Foul
Kylian Mbappé saß nach seiner Auswechslung gegen Marokko mit einem dicken Eisbeutel am Fuß auf der Bank. Doch der Offensivstar gab hinterher Entwarnung, ein Ausfall im Halbfinale droht wohl nicht. „Ich habe einen Schlag auf die Ferse bekommen, aber es geht gut“, sagte der Angreifer von Real Madrid, der bei der Feier vor den Fans scheinbar problemlos wieder hüpfen konnte. Frankreichs Trainer Didier Deschamps verriet, dass Mbappé nicht nur „einen Schmerz“ an der Ferse verspürt, sondern auch Krämpfe gehabt habe. „Das ist normal, er spielt so viele Spiele“, sagte der Coach: „Aber wir konnten sehr gut auswechseln.“
Belgiens Trainer: Uns ist egal, ob US-Fans gegen uns sind
Vor dem WM-Viertelfinale gegen Spanien macht sich Belgiens Trainer Rudi Garcia nach eigenen Worten keine Sorgen wegen einer möglicherweise feindseligen Stimmung im Stadion gegen sein Team. Belgien hatte im Achtelfinale der Fußballweltmeisterschaft Co-Gastgeber USA mit 4:1 besiegt, nachdem es viel Wirbel um die zur Bewährung ausgesetzte Rote Karte für US-Profi Folarin Balogun gegeben hatte. „Wir haben die USA gerade erst geschlagen in einem Spiel, in dem jeder gegen uns war, also kann es morgen nicht komplizierter sein“, sagte Garcia vor dem Duell im Los-Angeles-Stadion (21.00 Uhr MESZ/Magenta TV und ZDF). „Ich weiß nicht, wie es morgen sein wird, aber es sind nicht die Zuschauer, die Tore schießen. Wir spielen gegen Spanien.“
England bangt um Guehi und Rice vor Norwegen-Spiel
England droht im WM-Viertelfinale gegen Norwegen der Ausfall von Marc Guehi. Der Innenverteidiger klagt seit dem Achtelfinalsieg in Mexiko über muskuläre Probleme, laut einem Bericht der BBC könnte es sich um eine Zerrung im Oberschenkel handeln. Es sei offen, ob Guehi am Freitag mit der Mannschaft trainieren kann. Das Spiel findet am Samstag (23.00 Uhr/MagentaTV) in Miami statt. Der 25-jährige Guehi hat vier von fünf Spiele der Three Lions bei dieser WM über die volle Distanz bestritten. Laut BBC soll auch Mittelfeldspieler Declan Rice wegen einer Magen-Darm-Erkrankung bereits den zweiten Tag in Folge nicht trainiert haben. Das englische Team hat Maßnahmen ergriffen, damit sich der Virus nicht ausbreitet.
Starmer macht Hoffnung auf Feiertag bei England-Finalsieg
Der britische Premierminister Keir Starmer hat Hoffnungen geschürt, es könne im Falle eines Finalsiegs der Engländer bei der Fußball-WM einen zusätzlichen Feiertag geben. „Ich will es nicht verschreien, aber fragen Sie mich nochmal, wenn wir ins Finale kommen“, sagte er auf die Frage eines Reporters, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Über den 3:2-Sieg des Teams von Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel gegen Mexiko im Achtelfinale sagte der Regierungschef, es sei „eine der besten Leistungen Englands gewesen, die ich je gesehen habe“. Für England wäre es der erste Titel seit 1966. Britische Medien spekulierten bereits, der zusätzliche Feiertag könne auf den Freitag nach dem Finalspiel fallen, den 24. Juli.
Marokko-Fans glauben trotzig an Sieg
Am Donnerstag leiten Marokko und Frankreich die Viertelfinalrunde der Fußball-WM ein. Das französische Team ist in der Favoritenrolle – nicht nur im Spiel gegen den Afrika-Meister. Marokkanische Fans in Boston glauben trotzdem an einen Sieg.
Norweger ziehen vor Viertelfinale um
Norwegens Fußball-Nationalteam hat vor dem WM-Viertelfinale gegen England sein Hotel gewechselt. „Es gab einige Dinge, die hätten besser laufen können, und wir haben sie behoben. Einfach um uns bestmöglich auf ein wichtiges Spiel vorzubereiten“, sagte Kapitän Martin Ödegaard norwegischen Medienberichten zufolge. Ursprünglich seien sie außerhalb von Miami in Fort Lauderdale untergebracht gewesen. Das Nachrichtenportal „VG“ berichtete, dass die ursprüngliche Unterkunft von einer großen Baustelle und einer stark befahrenen Straße umgeben sei. „Es ist nicht so, dass man dort nicht wohnen könnte, aber wir sollten ein Team sein, zusammenhalten und eine Einheit bilden“, sagte Trainer Stale Solbakken. Gerüchte über eine angebliche Krankheitswelle in der norwegischen Mannschaft moderierte Solbakken ab. Alle Spieler stünden derzeit zur Verfügung.
Sperrstunde in der Schweiz zum Viertelfinale teilweise aufgehoben
Die erste Viertelfinalteilnahme bei einer Fußball-WM seit 72 Jahren führt in der Schweiz zu außergewöhnlichen Maßnahmen. In Zürich, Basel und im gesamten Kanton Bern ist in der Nacht zum Sonntag die Sperrstunde aufgehoben. Am frühen Sonntagmorgen (3.00 Uhr MESZ) wird das Spiel gegen Titelverteidiger Argentinien in Kansas City angepfiffen. Auch in Chur dürfen Gastronomiebetriebe das Spiel zeigen, und in Locarno im Tessin soll es ein Public Viewing geben.
Fifa schmettert Frankreich-Antrag wegen Olise ab
Die Gelbe Karte gegen Frankreichs Offensiv-Ass Michael Olise aus dem WM-Achtelfinale gegen Paraguay (1:0) bleibt bestehen. Man habe am Morgen eine entsprechende Mitteilung der Fifa erhalten, sagte Trainer Didier Deschamps vor dem Viertelfinale gegen Marokko. Sollte Olise auch in diesem Spiel Gelb sehen, wäre er in einem möglichen Halbfinale gesperrt. Olise hatte in der Nachspielzeit der Partie gegen Paraguay eine unberechtigte Gelbe Karte gesehen. Womöglich hatte dem französischen Verband der Fall des US-Stürmers Folarin Balogun Hoffnung gemacht, dessen Rote Karte zur Bewährung ausgesetzt worden war.
Nächste Belgien-Kontroverse: Ärger um Trainingsplatz
Belgiens Nationalmannschaft lässt sich bei der Fußball-WM von den Gastgebern weiter nichts gefallen. Nach dem 4:1-Sieg gegen das US-Team reichten die Belgier erneut Beschwerde ein. Das ihnen zunächst für die Vorbereitung auf das Viertelfinale gegen Spanien zugewiesene Trainingsquartier entspreche „nicht den für unsere Trainingseinheiten erforderlichen Mindeststandards“, ließ der Nationalverband RBFA wissen. Der Weltverband Fifa erlaubte den Belgiern daraufhin, beim MLS-Club Los Angeles Galaxy zu trainieren. Die Loyola-Marymount-Universität zeigte sich irritiert: „Unser Spielfeld ist in einem hervorragenden Zustand und wurde bereits von mehreren Profisportmannschaften genutzt.“
Fall Balogun: Trumps WM-Beauftragter legt gegen Schiri nach
Nach dem Skandal um die Rote Karte für einen US-Nationalspieler bei der Weltmeisterschaft hat der Fifa-Beauftragte des Weißen Hauses, Andrew Giuliani, Zweifel an der Seriosität des Schiedsrichters geäußert. Er finde es „höchst verdächtig“, dass gegen den Brasilianer Raphael Claus im Jahr 2024 bereits wegen falscher Roter Karten und Spielmanipulation ermittelt worden sei, zitierte der „Guardian“ den WM-Beauftragten. Claus hatte den US-Stürmer Folarin Balogun mit Rot vom Platz gestellt. Die Fifa setzte die Sperre aber überraschend zur Bewährung aus, nachdem US-Präsident Donald Trump eigenen Angaben zufolge mit einem Anruf bei der FIFA um eine Überprüfung gebeten hatte. Auf den Einwand, Claus sei bei den Ermittlungen nur als Zeuge geladen gewesen, sagte Giuliani: „Ihm wurden keine Vergehen vorgeworfen – das ist uns klar.“
Zuschauerschnitt der WM unter dem von 1994
Bei der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko kommen im Schnitt weniger Zuschauer in die Stadien als bei der letzten Ausgabe in Nordamerika 1994. Vor den Viertelfinals liegt die durchschnittliche Zuschauerzahl nach Angaben der Fifa bei 65.204 je Partie. 1994 lag der Durchschnitt bei 68.991 Zuschauern. Wegen der höheren Anzahl an Spielen und 48 teilnehmenden Mannschaften sprengt die WM den Zuschauerrekord aber deutlich: Schon vor den abschließenden acht Begegnungen haben 6.259.584 Menschen die bislang 96 Partien besucht. Die meisten kamen ins Aztekenstadion in Mexiko-Stadt (404.120 Fans). Die Fifa vermeldete, dass 99,7 Prozent aller verfügbaren Plätze belegt waren.
Bayern-Neuzugang Saibari verpasst WM-Viertelfinale
Marokko muss das Viertelfinale der Fußball-WM ohne den künftigen Bayern-Profi Ismael Saibari bestreiten. „Abgesehen von Saibari stehen alle zur Verfügung“, sagte Trainer Mohamed Ouahbi vor der Partie gegen Frankreich. Für den angeschlagenen Offensivmann komme das Spiel noch zu früh. Saibari war beim 3:0 im Achtelfinale gegen Kanada früh ausgewechselt worden und hat bei dieser WM bereits drei Tore erzielt.
Kurzmeldungen: Mexikos WM-Jungstar, Belgiens Torwart, Justin Bieber, Dalic-Rücktritt, Schiedsrichter-Debatten
Mexikos 17-jähriger Nationalspieler Gilberto Mora erhielt sein Schulabschlusszeugnis an der Deutschen Schule in Tijuana. Belgiens Torwart Thibaut Courtois erinnerte vor dem Spanien-Duell an den WM-Sieg 2018 gegen Brasilien. Bei der Halbzeitshow im WM-Finale wird auch Justin Bieber erwartet. Zlatko Dalic tritt nach neun Jahren als kroatischer Nationaltrainer zurück. Der argentinische Schiedsrichter Facundo Tello pfeift das Viertelfinale Frankreich gegen Marokko, was in Frankreich gelassen gesehen wird. Ägypten legte Beschwerde gegen Schiedsrichter François Letexier nach dem Achtelfinal-Aus gegen Argentinien ein. Norwegens DJ Kygo veröffentlichte einen Remix eines alten Rap-Songs von Erling Haaland. In Argentinien kam es nach dem Sieg gegen Ägypten zu spontanen Jubelfeiern und vereinzelten Zusammenstößen mit der Polizei. DFB-Sportdirektor Rudi Völler wünscht sich mehrere 2014er-Weltmeister in entscheidender Rolle beim DFB. Die Schweiz gewann ein Elfer-Krimi gegen Kolumbien und trifft nun auf Argentinien. Die Fifa prüft laut Berichten die Rückkehr russischer Teams. Der frühere Fifa-Präsident Joseph Blatter kritisierte Infantino scharf: „Der heutige Fifa-Präsident hat sich Donald Trump unterworfen.“



