Der Hallesche FC gastiert am Mittwoch (19 Uhr) im brisanten Auswärtsspiel bei Chemie Leipzig. Im Mittelpunkt steht Rückkehrer Stanley Ratifo (31), der mit 17 Toren in der Vorsaison maßgeblich zum Klassenerhalt der Leutzscher beigetragen hatte. Doch der erhoffte Knotenplatz will beim HFC noch nicht gelingen: Nach zwei Spieltagen stehen die Neuzugänge Ratifo und Soufian Benyamina (36) ohne Torerfolg da.
Traum-Duo bislang blass
Mit großen Erwartungen hatten die Hallenser im Sommer die beiden Stürmer verpflichtet – für Regionalliga-Verhältnisse absolute Mega-Deals. Doch an den ersten beiden Spieltagen überzeugte das vermeintliche Traum-Duo kaum. Statt mit Toren fielen beide zuletzt im Spiel gegen Erfurt eher durch Reibereien mit Gegenspielern auf. Die Kritik an den Offensivkräften wächst, doch Trainer Robert Schröder stellt sich schützend vor seine Angreifer.
„Wenn wir den Ball nicht in die Box bekommen, wird es auch für die Stürmer schwer, Momente zu kreieren. Wir wissen aber um die Qualitäten und werden weiter daran arbeiten. Und wie es bei Stürmern manchmal so ist, braucht es einfach einen Dosenöffner“, erklärt Schröder.
Ratifo: Rückkehr ohne Emotionen
Die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte will Ratifo betont nüchtern angehen: „Es ist mir eigentlich relativ egal, wie ich da empfangen werde. Wir wollen gewinnen und alles andere ist erstmal nebensächlich. Ich freue mich auf alte Weggefährten und Freunde, aber mehr ist es für mich auch nicht mehr.“ Nach zwei Spielen ohne Sieg und ohne Tor bleibt für den HFC keine Zeit für Sentimentalitäten.
Statistisch gesehen wäre es eine typische Fußballstory, wenn ausgerechnet beim Ex-Klub der Knoten platzt. Ratifo kennt das Stadion, die Atmosphäre und die Gegenspieler – ein Heimvorteil für den HFC? Der Stürmer selbst will die Partie nicht überbewerten, sondern fokussiert sich auf die sportliche Aufgabe.
Druck auf Halles Offensive
Die Erwartungshaltung in Halle ist groß. Nach dem verpassten Aufstieg in der Vorsaison soll in dieser Saison der Angriff auf die Spitze gelingen. Doch mit null Punkten aus den ersten beiden Spielen ist der Druck bereits früh spürbar. Die Offensive um Ratifo und Benyamina steht dabei besonders im Fokus. Trainer Schröder fordert mehr Präsenz im Strafraum und ein besseres Zusammenspiel.
„Wir müssen die Qualität auf den Platz bringen, die wir im Training sehen. Die Stürmer brauchen Flanken, Hereingaben und zweite Bälle. Das ist unser Auftrag für das Spiel in Leipzig“, so Schröder weiter.
Chemie Leipzig als Stolperstein
Chemie Leipzig ist bekannt für seine leidenschaftliche Spielweise und die hitzige Atmosphäre im Alfred-Kunze-Sportpark. Für den HFC wird es eine Charakterfrage, ob die Mannschaft dem Druck standhält und die ersten Tore der Saison erzielt. Die Gastgeber werden alles daran setzen, den Ex-Torjäger Ratifo zu neutralisieren – und vielleicht genau das den Knoten lösen.
Die Partie verspricht Spannung pur: Der HFC will die Trendwende, Chemie will den nächsten Heimsieg. Für Ratifo ist es das erste Aufeinandertreffen mit seinem alten Klub – und die Chance, die Zweifel an seiner Form zu widerlegen.



