Rekordstrafen für Bayern und Stuttgart nach Pyro-Inferno im DFB-Pokalfinale
Rekordstrafen: Bayern und Stuttgart nach Pyro-Inferno

Der FC Bayern München und der VfB Stuttgart müssen nach dem Pyro-Wahnsinn im DFB-Pokalfinale Rekordstrafen von jeweils 260.000 Euro zahlen. Das gab das DFB-Sportgericht am Donnerstag bekannt. Die Strafe ist die höchste, die je gegen einen Verein wegen Pyro-Vergehen verhängt wurde. Hintergrund ist ein massiver Einsatz von pyrotechnischen Gegenständen durch Fans beider Lager während des Endspiels am 23. Juli 2026 im Berliner Olympiastadion, das der FC Bayern 3:0 gewann.

Pyro-Inferno mit über 300 Gegenständen pro Fanlager

Laut DFB-Protokoll zündeten Bayern-Fans insgesamt über 300 pyrotechnische Artikel, darunter Raketen und Rauchtöpfe. Bereits in der ersten Halbzeit wurden mindestens 30 Pyros gezündet. In der 51. bis 55. Minute folgten weitere 235, was zu einer dreiminütigen Spielunterbrechung wegen dichten Nebelrauchs führte. Im zweiten Durchgang kamen noch 39 Bengalos und Blinker hinzu. Auch die Stuttgarter Anhänger zündeten mindestens 319 Pyro-Gegenstände.

Richter betont Schwere der Vergehen

Sportrichter Stephan Oberholz stellte in der Urteilsbegründung „das erhebliche Ausmaß, die Dauer und Intensität, die Gefährlichkeit des Fehlverhaltens der Münchener Anhänger sowie die verursachte Spielverzögerung“ heraus. Er schrieb: „Die hier zu bewertenden massiven Vorfälle in Form des Zündens hunderter pyrotechnischer Gegenstände gehen in Bezug auf Tat- und Schuldschwere über die bislang bekannten Störfälle hinaus.“ Wegen der Spielverzögerung wurde die Strafe um 30 Prozent erhöht.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Vereine lehnten ursprünglich höhere Strafen ab

Der DFB-Kontrollausschuss hatte ursprünglich eine Strafe von 377.100 Euro für den FC Bayern und 365.000 Euro für den VfB Stuttgart gefordert. Diese Summen berechneten sich aus je 1.000 Euro pro gezündetem Gegenstand und 3.000 Euro pro geschossenem Artikel, zuzüglich des Aufschlags für die Spielverzögerung. Beide Vereine legten Einspruch ein. Der FC Bayern argumentierte, der Klub sei nicht Veranstalter des Spiels gewesen und habe keinen Einfluss auf die Sicherheitsbelange gehabt. Zudem sei der DFB im Vorfeld mehrfach auf das zu erwartende Pyrotechnikgeschehen hingewiesen worden. Die außergewöhnlich hohe Anzahl sei Folge eines systemischen Versagens der vom DFB verantworteten Einlasskontrollen, was strafmindernd zu berücksichtigen sei. Auch der VfB Stuttgart lehnte die geforderte Strafe ab.

Sportgericht senkt Strafen um über 100.000 Euro

Das DFB-Sportgericht folgte den Argumenten der Vereine teilweise und senkte die Strafen um mehr als 100.000 Euro auf je 260.000 Euro. Zudem dürfen beide Clubs bis zum 31. Dezember 86.700 Euro der Gesamtstrafe für eigene sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden.

Bereits frühere Pyro-Vorfälle in dieser Saison

Es war nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Bayern-Fans für Pyro-Ärger sorgten. Die UEFA hatte den Verein im Dezember 2025 wegen massiven Pyro-Einsatzes im Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon (3:1) mit einer Teil-Sperrung der Südkurve (4.800 Plätze) für das nächste Heimspiel belegt. Der FC Bayern verschärfte die Strafe eigenständig und sperrte für die Partie gegen Union St. Gilloise (2:0) im Januar 2026 die gesamte Südkurve (9.336 Tickets).

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration