Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern warnt erneut eindringlich vor der sogenannten „Blackout-Challenge“, einer lebensgefährlichen Mutprobe, bei der Kinder und Jugendliche versuchen, durch Würgen oder andere Methoden eine kurzzeitige Bewusstlosigkeit herbeizuführen. Hintergrund sind mehrere aktuelle Vorfälle, bei denen Minderjährige verletzt wurden.
Mutter zeigt Vorfälle in Stralsund an
Eine Mutter habe bei der Polizei in Stralsund Anzeige erstattet, weil ihre beiden minderjährigen Kinder unabhängig voneinander von gleichaltrigen Kindern gewürgt beziehungsweise in den Schwitzkasten genommen worden seien. Die Polizei bestätigte, dass der Verdacht eines Zusammenhangs mit der „Blackout-Challenge“ bestehe. Bei dieser Challenge wird versucht, durch Würgen oder Druck auf den Hals eine kurzzeitige Ohnmacht zu erreichen – oft mit schwerwiegenden Folgen.
Erneuter Vorfall auf Schulhof in Ludwigslust-Parchim
Bereits zuvor hatte es einen ähnlichen Vorfall auf einem Schulhof im Landkreis Ludwigslust-Parchim gegeben. Nach Polizeiangaben ließ sich ein 12-jähriger Junge von einem 13-jährigen Mitschüler bis zur Bewusstlosigkeit würgen. Als der Jüngere ohnmächtig wurde, fiel er zu Boden und schlug mit dem Kopf auf. Er musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Polizei betonte, dass solche Aktionen innerhalb kürzester Zeit zu schweren Verletzungen, bleibenden gesundheitlichen Schäden oder sogar zum Tod führen können.
Bildungsministerium warnt vor gefährlichen Trends in sozialen Medien
Erst kürzlich hatte das Schweriner Bildungsministerium vor gefährlichen Mutproben gewarnt, zu denen über soziale Medien im Internet aufgerufen wird. Diese Trends verleiten vor allem Kinder und Jugendliche zum Mitmachen, oft ohne dass sie sich der tödlichen Risiken bewusst sind. Die Polizei appellierte eindringlich an Eltern, Schulen, Vereine und alle Erziehungsverantwortlichen, mit Kindern und Jugendlichen über die erheblichen Gefahren solcher Challenges zu sprechen.
Prävention und Handlungsempfehlungen der Polizei
Die Polizei empfiehlt, Kinder für die Risiken zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, sich nicht von Gruppendruck oder vermeintlichen Trends in sozialen Netzwerken beeinflussen zu lassen. Sollten Eltern oder Erziehungsverantwortliche feststellen, dass Kinder an derartigen Challenges teilnehmen oder andere dazu auffordern, rät die Polizei, das Gespräch zu suchen und gegebenenfalls die Schule oder die Polizei zu informieren. Nur durch Aufklärung und konsequentes Handeln könne verhindert werden, dass weitere Kinder zu Schaden kommen.



