Spanien hat sich souverän ins WM-Finale von East Rutherford gespielt. Der Europameister setzte sich im Halbfinale verdient mit 2:0 (1:0) gegen Frankreich durch und beendete damit die Amtszeit von Trainer Didier Deschamps. Vor 70.176 Zuschauern im nicht ausverkauften AT&T Stadium in Arlington trafen Mikel Oyarzabal per Foulelfmeter (22.) und Pedro Porro (58.). Frankreichs Superstar Kylian Mbappé blieb trotz acht Turniertoren diesmal ohne Wirkung.
Spaniens Kontroll-Plan geht auf
Die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente zeigte eine taktisch reife Leistung und ließ die hochkarätige französische Offensive kaum zur Entfaltung kommen. „Jetzt haben wir diesen letzten Schritt gemacht und wollen diesen Titel holen“, sagte de la Fuente. „Diese Spieler haben es einfach verdient, weil sie Leidenschaft auf den Platz bringen und solidarisch spielen und ein extrem großes Talent haben. Das, was schwer erscheint, haben sie mit Leichtigkeit bewältigt.“ Spanien kassierte im gesamten Turnier erst ein Gegentor.
Frankreichs Titeltraum platzt am Nationalfeiertag
Für die Franzosen endete die Titeljagd ausgerechnet an ihrem Nationalfeiertag. „Die Enttäuschung in der Kabine ist groß“, sagte Deschamps. „Spanien hat heute gezeigt, dass sie auf einem anderen Niveau spielen.“ Mit dem Ausscheiden endet auch die Ära des 57-jährigen Trainers, der zuvor mit Frankreich Weltmeister wurde. Medienberichten zufolge soll Zinédine Zidane die Nachfolge antreten. Mbappé, der in diesem Turnier bereits acht Tore erzielt hatte, blieb diesmal ohne Treffer – damit bleibt Lionel Messi vorerst Spitzenreiter der ewigen WM-Torjägerliste.
Psychospielchen und heiße Vorgeschichten
Vor dem Spiel hatten beide Teams Psychospielchen betrieben: Spaniens Youngster Lamine Yamal machte den Franzosen eine Kampfansage, während Deschamps die Favoritenrolle an Spanien weitergab. Zudem hatten die Iberer die letzten beiden Aufeinandertreffen auf großer Bühne für sich entschieden – sowohl im EM-Halbfinale 2024 (5:4) als auch im Nations-League-Halbfinale 2025.
Der frühe Elfmeter bringt Frankreich aus dem Tritt
In der 21. Minute übersah Frankreichs Verteidiger Lucas Digne bei einem Klärungsversuch den heraneilenden Yamal und traf ihn am Oberschenkel. Schiedsrichter Iván Barton aus El Salvador entschied zu Recht auf Strafstoß, den Oyarzabal souverän verwandelte. Es war der erste Rückstand für Frankreich im Turnier und das erste Gegentor in der K.o.-Phase. Nach einer halben Stunde musste zudem Abwehrspieler William Saliba verletzt raus und wurde durch Maxence Lacroix ersetzt.
Frankreichs Zauberern fällt nichts ein
In der zweiten Halbzeit wurde es nicht besser für Les Bleus. „Wir müssen einfach mehr tun“, hatte Deschamps in der Pause gefordert. Doch stattdessen erhöhte Spanien: Pedro Porro spielte einen Doppelpass mit Dani Olmo und traf zum 2:0. Yamal legte einen Tag nach seinem Geburtstag einen Treffer nach, der aber wegen Abseits zu Recht aberkannt wurde. Frankreich bemühte sich um eine Schlussoffensive, doch Spanien hatte die volle Kontrolle. „Da bekomme selbst ich Gänsehaut, wenn ich darüber spreche“, sagte Porro über das Finale.



