Argentiniens Fußball-Nationalmannschaft hat nicht nur das WM-Finale gegen Spanien mit 0:1 nach Verlängerung verloren, sondern danach auch nahezu komplett die Fassung verloren. Während sich fast der gesamte Kader während der Siegerehrung mit dem Rücken zum Geschehen postierte, stellte sich ein Spieler gegen den Rest des Teams: José Manuel López, genannt „Flaco“.
Der überraschende Held aus dem Schatten
Der 25-jährige Stürmer, der bei der WM nur 16 Minuten Einsatzzeit erhielt und im Finale gar nicht spielte, ist in Spanien der wohl einzige Argentinier, den man nach dem von Lionel Messi und Co. unangenehm geführten Finale in guter Erinnerung behalten muss. Während Messi und seine Kollegen in Richtung eines argentinischen Fansblocks applaudierten, schaute López aufmerksam zu, wie Spaniens Kapitän Rodri den WM-Pokal überreicht bekam und in die Höhe riss. Die Szene wurde in der Fernsehübertragung und auf zahlreichen Fotos festgehalten und verbreitete sich weltweit in den sozialen Netzwerken. Fans lobten seine Fairness: „Herzlichen Glückwunsch und ein großes Lob für deine Fairness!“, „Mein Respekt, Bescheidenheit ist der beste Weg, Arroganz zu vermeiden!“, „Du warst der Einzige, der Reife und Respekt vor dem Sport bewiesen hat!“ und „Du repräsentierst die guten Menschen Argentiniens!“.
Ein Spiel voller Unsportlichkeiten
Schon während des Spiels hatten sich die Argentinier von ihrer schlechten Seite gezeigt. Zahlreiche Fouls, ständige Rudelbildungen und eine Gelb-Rote Karte für Stürmer Enzo Fernandez prägten das Auftreten der Albiceleste, die keinen einzigen Torschuss zustande brachte. Auch Messi versuchte plump, einen Platzverweis für Gegenspieler Marc Cucurella zu schinden, blieb aber ansonsten unsichtbar. Deutschlands Rekord-Weltmeister Lothar Matthäus zeigte sich entsetzt: „Da muss ich sagen, auch Kapitän Messi ist da nicht vorbildlich vorangegangen und das hat mir ein bisschen leidgetan, weil die Spanier hätten es wirklich verdient, den Respekt von einer Mannschaft zu bekommen, die gestern weit von der Qualität der Spanier entfernt war“, sagte der Weltmeister von 1990 in seinem Format „Lothar legt los“. „Also ich als großer Fan von Argentinien war gestern nicht nur sportlich enttäuscht, sondern vor allem über ihr Verhalten.“
Gewaltausbruch nach dem Abpfiff
Nach dem Abpfiff kam es zu einem Gewaltausbruch: Nahuel Molina versetzte Spaniens Kapitän Rodri einen Schlag gegen die Brust, Leandro Paredes ging Eric Garcia an die Kehle und rang im Verbund mit Thiago Almada Gavi zu Boden. Ersatztorwart Geronimo Rulli verpasste Garcia einen Bodycheck, Co-Trainer Roberto Ayala soll Dani Olmo geschlagen haben. Die Vorfälle werden von der FIFA untersucht und dürften für zahlreiche Beteiligte ein Nachspiel haben.



