Spanien hat das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft erreicht. Die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente setzte sich im Halbfinale gegen Frankreich mit 2:0 (1:0) durch und steht damit erstmals seit 16 Jahren wieder im Endspiel. Vor 70.176 Zuschauern im Stadion von Arlington erzielten Mikel Oyarzabal per Foulelfmeter (22. Minute) und Pedro Porro (58.) die Tore für die Iberer.
Defensive Stärke als Trumpf
Spanien zeigte einmal mehr seine beeindruckende Defensivstärke. Im laufenden Turnier hat die Mannschaft erst ein Gegentor zugelassen. Die Franzosen, die als Favorit ins Spiel gegangen waren, fanden gegen die gut organisierte spanische Abwehr kaum Mittel. Kylian Mbappé, der zuvor acht Tore erzielt hatte, blieb weitgehend wirkungslos.
Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps erlebte einen enttäuschenden Abend an seinem Nationalfeiertag. Mit seinem 26. WM-Einsatz löste er den früheren Bundestrainer Helmut Schön als Rekordcoach ab, doch der Sieg blieb aus. Berichten zufolge soll Zinédine Zidane Deschamps als Trainer ablösen.
Psychospielchen und heiße Vorgeschichten
Die Partie war von Psychospielchen geprägt. Spaniens Youngster Lamine Yamal hatte den Franzosen eine Kampfansage gemacht, während Deschamps die Favoritenrolle an Spanien weitergab. Die Iberer hatten die letzten beiden Duelle auf großer Bühne gewonnen, darunter das EM-Halbfinale 2024 mit 5:4.
Spaniens Matchplan setzte auf Kontrolle statt Spektakel. Die Mannschaft hatte viel Ballbesitz und ließ die französische Offensive nicht zur Entfaltung kommen. Frankreich leistete sich ungewöhnlich viele Ungenauigkeiten. Ousmane Dembélé setzte Mbappé einmal mit einer Flanke in Szene, doch der Stürmer von Real Madrid scheiterte an der spanischen Abwehr (15.).
Elfmeter bringt Führung
Die Führung fiel nach einer harmlosen Flanke von Marc Cucurella. Frankreichs Verteidiger Lucas Digne sah bei seinem Klärungsversuch den heraneilenden Lamine Yamal nicht und traf ihn am Oberschenkel. Schiedsrichter Iván Barton aus El Salvador entschied auf Strafstoß, den Oyarzabal souverän verwandelte. Für den Angreifer war es der fünfte Turniertreffer, für Frankreich der erste Rückstand in der K.o.-Phase.
Nach 30 Minuten musste Frankreichs Abwehrspieler William Saliba verletzt ausgewechselt werden, für ihn kam der frühere Wolfsburger Maxence Lacroix. Die erste Halbzeit war für die Franzosen zum Vergessen.
Frankreichs Offensive bleibt blass
In der Pause forderte Deschamps: „Wir müssen einfach mehr tun.“ Doch es wurde nicht besser. Der zweimalige Weltmeister um den blassen Michael Olise vom FC Bayern München fand keine Mittel. Pedro Porro spielte einen Doppelpass mit dem Ex-Leipziger Dani Olmo und traf zum 2:0 ins rechte Eck. Yamal legte einen Tag nach seinem Geburtstag sogar noch nach, stand aber im Abseits (61.). Sein Treffer wurde zu Recht aberkannt.
Frankreich bemühte sich, vor allem Mbappé, um eine Schlussoffensive, doch Spanien hatte die volle Kontrolle. Der Finalgegner wird zwischen Titelverteidiger Argentinien und England mit Trainer Thomas Tuchel ermittelt. Das Spiel findet am Mittwoch um 21.00 Uhr in Atlanta statt.



