Der FC St. Pauli gewinnt das Jubiläumsspiel zum 50-jährigen Bestehen des Karl-Liebknecht-Stadions gegen den Nordost-Regionalligisten Babelsberg mit 4:1. Vor ausverkauftem Haus (10.787 Zuschauer) feierte Mittelstürmer Abdoulie Ceesay (22) eine persönliche Explosion: Drei Tore in 22 Minuten bescherten ihm seinen ersten Hattrick im St. Pauli-Trikot.
Ceesay trifft dreimal: Pressing und Präzision
Trainer Alexander Rapp stellte die Mannschaft offensiv auf, mit Ricky-Jade Jones und Martijn Kaars auf den Außenpositionen und Ceesay im Zentrum. „Wir wollten früh pressen. Das hat direkt gut funktioniert“, freute sich Ceesay nach dem Spiel. Bereits in der sechsten Minute nutzte er einen Fehler des Babelsberger Torwarts Babke, klaute ihm den Ball am Elfmeterpunkt und schob ins leere Tor ein. In der 21. Minute erhöhte er per Kopf nach einer Flanke von Pyrka: „Die erste Flanke habe ich noch verpasst, für die zweite Hereingabe habe ich mich dann in eine gute Position begeben und den Ball ins lange Eck geköpft.“ Nur sieben Minuten später vollendete er einen Pass von Jones, setzte sich im Zentrum gegen seinen Gegenspieler durch und traf per Rechtsschuss zum 3:0 (28.).
„Ich freue mich sehr über meinen ersten Hattrick. Das frühe erste Tor hat mir Selbstvertrauen gegeben“, so Ceesay. Der Gambier, der im Winter 2024 aus Estland kam, hatte bereits in der vergangenen Bundesliga-Saison angedeutet, was in ihm steckt: In den letzten drei Partien (gegen Mainz, Leipzig und Wolfsburg) traf er jeweils einmal. Ex-Trainer Alex Blessin lobte im Mai seine Fortschritte. Rapp scheint den Stürmer weiter in die richtigen Bahnen zu lenken.
Kaars mit Traumtor – Rapp zufrieden mit Test
Auch Martijn Kaars zeigte eine starke Leistung. Der Niederländer traf in jedem Testspiel, diesmal mit einem Traumtor ins linke obere Eck (59.) zum 4:1-Endstand. „Wir hatten Chancen nach Balleroberungen“, hob Rapp hervor. Gegen einen Gegner, der im Eins-gegen-eins verteidigte, sei es wichtig gewesen, viel zu laufen und in die beste Position zu kommen. „Wenn man es schafft, sieht man, dass man sich große Chancen herausspielt. Das haben wir alles gesehen, deshalb war es auch ein guter Test.“
Ceesay, der in seiner Heimat für Real de Banjul spielte und acht Länderspiele für Gambia absolvierte, war 2024 mit starken Statistiken nach St. Pauli gekommen: In einem halben Jahr für Paide Linnameeskond erzielte er 17 Tore in 23 Partien und bereitete sieben weitere vor. Der Sprung in die Bundesliga war riesig, doch seine Aggressivität gegen den Ball war schon immer gut. Nun startet er unter Rapp in der 2. Liga durch.



