Nach drei Jahren bei Hertha BSC wechselt Torwart Tjark Ernst (23) zu Feyenoord Rotterdam. Der Weggang des überragenden Berliner Rückhalts ist ein enormer Verlust. Hertha kassiert dafür starke fünf Millionen Euro Ablöse. Ernst unterschrieb bis 2030 und spielt nun in der Champions League. Im BILD-Interview spricht er über seine Beweggründe, die Zeit bei Hertha und seine Zukunft.
Warum Feyenoord?
Auf die Frage, warum er sich für Feyenoord entschieden habe, sagt Ernst: „Mit dem Technischen Direktor, dem Cheftrainer und dem Torwarttrainer von Feyenoord hatte ich von Anfang an sehr gute Gespräche. Und somit schnell ein extrem gutes Gefühl für diese Aufgabe. Dazu ist Feyenoord ein sehr großer Verein. Ich bin extrem froh, hier zu sein. Der Klub ermöglicht mir in jungen Jahren schon, um Titel mitzuspielen und Erfahrungen auf der größtmöglichen Bühne in der Champions League zu sammeln. Deshalb war die Entscheidung für Feyenoord der logischste Schritt.“
Kontakt zu Ex-Mitspieler Boetius
Ernst hatte zuvor Kontakt zu Ex-Hertha-Mitspieler Jean-Paul Boetius, der ebenfalls für Feyenoord spielte. „Mit Djanga hatte ich Kontakt über WhatsApp. Er kennt den Verein in- und auswendig. Er hat mich darin bestärkt, diesen Schritt auf jeden Fall zu gehen. Weil es ein sehr großer Verein ist, der aber auch sehr familiär ist und Spieler aus dem Ausland bestens aufnimmt. Er freut sich sehr für mich, dass ich das jetzt getan habe.“
Nationalmannschaft als klares Ziel
Ernst macht keinen Hehl daraus, dass die Nationalmannschaft ein wichtiges Ziel ist. „Natürlich ist die Nationalmannschaft auch ein Ziel von mir! Aber nicht nur jetzt, sondern schon als kleiner Junge war dieser Wunsch immer ganz tief in mir, eines Tages auch für die Nationalmannschaft im Tor zu stehen. Ich weiß, dass das gleichzeitig bedeutet, dass da noch sehr viel harte Arbeit auf mich wartet. Aber auch dafür bin ich bereit, zu investieren. Und es wäre wunderschön, sich diesen Traum eines Tages zu erfüllen. Es ist definitiv ein Ziel, aber ich weiß, dass dafür noch viel nötig ist.“
Blick zurück auf Hertha
Ernst äußert sich auch zu den Sorgen der Hertha-Fans angesichts des großen Umbruchs. „Es hat natürlich ein extrem großer Umbruch stattgefunden, was jetzt vielen Talenten und jungen Spielern neue Möglichkeiten bietet. Auch denen, die schon letzte Saison dabei waren, aber vielleicht nicht die Einsatzzeiten bekommen haben, wie zum Beispiel ein Julian Eitschberger. Er ist auch noch relativ jung und steht nun in der Verantwortung, mehr Führung zu übernehmen. Das traue ich ihm aber definitiv zu und glaube, dass er einen großen Impact haben wird. Dazu gibt es auch wieder viele Jungs, die jetzt neu aus der Akademie hochkamen. Mayson Grothe hat für mich als 2009er-Jahrgang auch auf der Linksverteidiger-Position einen extrem guten Eindruck in den ersten Wochen gemacht. Ich glaube, da muss einem nicht bange um Hertha sein. Da kommen auf jeden Fall gute Talente nach.“
Erwartungen an die neue Saison
Auf die Frage, was er Hertha in der kommenden Saison zutraut, antwortet Ernst: „Am Ende wird es wichtig sein, dass sich diese Mannschaft findet und zusammenwächst. Und sich trotz des jungen Alters nicht unterkriegen lässt und trotzdem erwachsenen Fußball spielt. Wenn Hertha das hinbekommt, sehe ich alles andere als schwarz und traue dann dieser Mannschaft auf jeden Fall zu, eine vernünftige Rolle in der kommenden Saison zu spielen.“
Ernst hielt in der vergangenen Saison in elf Spielen seinen Kasten sauber und war einer der besten Torhüter der 2. Bundesliga. Sein Wechsel zu Feyenoord ist ein wichtiger Schritt in seiner Karriere.



