Wochenlanger Poker beendet
Hansa Rostocks Sportdirektor Amir Shapourzadeh hat den monatelangen Transfer-Poker um Mittelfeldspieler Cedric Harenbrock für beendet erklärt. Der 28-Jährige, der seit dem 30. Juni vertragslos war, wird keinen neuen Vertrag beim Drittligisten erhalten. Shapourzadeh begründete die Entscheidung in einem Interview bei Hansa TV mit mangelndem Engagement von Harenbrock und der zu langen Dauer der Verhandlungen.
Letztes Treffen am 4. Juli
Am 4. Juli traf sich Shapourzadeh in Rostock noch einmal persönlich mit Harenbrock und dessen Berater. Am selben Tag gewann Hansa sein erstes Testspiel der Vorbereitung gegen den FSV Kühlungsborn mit 12:0. Nach dem Gespräch zog der Sportchef einen Schlussstrich. „Ich hatte nicht mehr das Gefühl, dass er voll und ganz hinter einem weiteren Engagement bei uns steht“, sagte Shapourzadeh. Zudem habe sich die Entscheidung zu lange hingezogen, während die Mannschaft bereits in der zweiten Trainingswoche war.
Telefonat ohne Wende
Einige Tage später telefonierte Shapourzadeh noch einmal mit Harenbrock, aber auch dieses Gespräch brachte keine Wende. „Da hörte sich das nicht ganz so an, als würden wir jetzt kurzfristig zusammenkommen. Von daher haben wir dann für uns entschieden, dass wir Abstand nehmen und uns in eine andere Richtung orientieren“, erklärte der 43-Jährige. Mit der Entscheidung wollte er „für klare Verhältnisse für alle sorgen“.
Ein Detail verdeutlicht die Endgültigkeit: Harenbrocks bisherige Rückennummer 8 trägt künftig Neuzugang Ouassim Karada, der von Eintracht Frankfurt II ausgeliehen wurde.
Interessenten aus der 3. Liga
Wo Harenbrock seine Karriere fortsetzt, ist noch offen. Laut BILD-Informationen könnten die Drittligisten 1. FC Saarbrücken, Jahn Regensburg, Waldhof Mannheim oder FC Ingolstadt Kandidaten sein. Auch Zweitligist Eintracht Braunschweig zeigt Interesse.
Weitere Kaderplanung
Der Fall Harenbrock ist für Shapourzadeh abgeschlossen. Der Sportchef arbeitet weiter am Kader. Auf die Frage nach einer möglichen Rückkehr von Lukas Kunze (Arminia Bielefeld) sagte er: „Wir sind im offenen Austausch. Suchen aber nicht zwingend auf dieser Position, sondern eher offensiver.“ Ein Spielmacher bleibt also ein Thema. Zudem könnten Dario Gebuhr und Tim Krohn noch verliehen werden. „Eine Entscheidung gibt es aber bisher nicht“, so Shapourzadeh.



