Transfer-Poker um WM-Stars: Kane vertagt, Olise-Pakt, RB lehnt 120 Mio. ab
Transfer-Poker um WM-Stars: Kane vertagt, Olise-Pakt

Die Transferbörse läuft langsam heiß. Es könnten sich spektakuläre Wechsel im Weltfußball anbahnen. SPORT BILD beleuchtet die Zukunft der Profis, die bei der Weltmeisterschaft im Blickpunkt stehen.

Harry Kane: Vertragsverhandlungen vertagt

Die Familie Kane ist ein Familienunternehmen. Vater Pat und Bruder Charlie sind die Berater von Superstar Harry Kane (32). Sie wickelten den 100-Millionen-Transfer von Tottenham zu Bayern ab. Der 2023 ausgehandelte Vertrag mit einem geschätzten Jahresgehalt von rund 25 Millionen Euro läuft im Sommer 2027 aus. Die Bayern haben daher bei den Kanes vor der WM hinterlegt: Sie wollen mit ihrem Stürmer verlängern. Doch der hat keine Eile.

Nach SPORT BILD-Informationen sind die Vertragsverhandlungen vertagt. Die Kanes haben Bayern signalisiert: Der Gewinn der WM mit England habe derzeit absolute Priorität für den Kapitän der „Three Lions“. Ablenkung durch Vertragsgespräche sei nicht erwünscht. Bei Bayern ist man darüber weder verwundert noch nervös. Kane hatte bereits zuvor mehrmals gebeten, die Gespräche aufzuschieben. Zunächst wollte er sich auf den Gewinn der Meisterschaft konzentrieren, danach auf die Champions-League-Halbfinals gegen Paris Saint-Germain, dann auf den Sieg im DFB-Pokal. Die Bayern verzeichnen jedoch positive Signale von der Kane-Seite: Auch der Stürmer möchte verlängern. Offen ist vor allem die neue Laufzeit.

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Michael Olise: Präsidenten-Pakt verhindert Real-Wechsel

So ein Schreiben hat es in der Geschichte des Klub-Fußballs wohl noch nicht gegeben. Mit einem offiziellen Statement dementierten die Bosse von Real Madrid eine in Spanien und England medial spekulierte Verpflichtung von Bayerns Superstar Michael Olise (24). Als Grund wurden die „ausgezeichneten Beziehungen zum FC Bayern“ und der „gegenseitige Respekt“ angeführt. Doch dahinter steckt noch mehr. SPORT BILD weiß: Es gab hinter den Kulissen einen Präsidenten-Pakt!

Beim FC Bayern hatte ein Bericht Anfang Juni Irritationen ausgelöst. Demnach sollte Real-Präsident Florentino Pérez (79) intern im Klub angekündigt haben, ein 150-Millionen-Euro-Angebot für Olise abgeben zu wollen. Als Pérez dann auch noch in der spanischen Sendung „Horizonte“ öffentlich ankündigte, ein Angebot von 150 Millionen Euro für einen Superstar abgeben und damit den teuersten Einkauf der Real-Geschichte tätigen zu wollen, schritt sein Amtskollege ein. Bayern-Präsident Herbert Hainer (71) trat diesem Werben entschieden entgegen: „Michael Olise ist ein Spieler des FC Bayern München, der noch einen langen Vertrag hat – und wir sind kein Verkäuferverein. Sollte uns Florentino Pérez ein Angebot schicken wollen – was bisher ja nicht der Fall ist –, kann er sich das sparen.“

Die Präsidenten wollten die Situation um Olise nicht eskalieren lassen. Darum schlossen sie sich kurz – und räumten das Thema ab. Die Präsidenten sind sich einig: Niemals würde man sich gegenseitig einen Spieler abwerben, ohne als Erstes den Klub selbst über das Interesse informiert zu haben. Auch bei den Preistreibereien durch lancierte Gerüchte werden Real Madrid und der FC Bayern nicht mitmachen! Fest steht: Die Bayern wollen ihren Flügel-Star in keinem Fall ziehen lassen. In München hat Olise noch einen Vertrag bis 2029, der Franzose besitzt keine Ausstiegsklausel. Der FC Bayern hat das Heft des Handelns damit in der Hand.

Yan Diomande: RB Leipzig lehnt 120 Millionen ab

Als in der vergangenen Woche das erste offizielle Angebot für Yan Diomande (19) bei RB Leipzig eintraf, war der Ton gesetzt. Der FC Liverpool lockte nach Informationen von SPORT BILD mit einer Sockelablöse von rund 80 Millionen Euro und Nachzahlungen von bis zu 20 Mio. Euro. Damit ist klar: Jeder Klub, der in diesem Sommer weniger für den WM-Star der Elfenbeinküste bietet, hat keine Chance auf eine Verpflichtung.

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Wie hoch die für Liverpool und andere finanzstarke Topklubs ist, zeigt sich erst nach dem Turnier. In jedem Fall schmetterten RB-Manager Marcel Schäfer (42) und Co. die erste Offerte ab, um postwendend die Bereitschaft signalisiert zu bekommen, dass die „Reds“ auf garantierte 100 Mio. mit Zuschlägen von 20 Mio. Euro erhöhen würden. Auch diesem Angebot werden die Leipziger nicht zustimmen. Immerhin gilt intern noch die gemeinsame Absprache von Schäfer, Red-Bull-Fußballchef Jürgen Klopp (59) und Aufsichtsrats-Boss Oliver Mintzlaff (50), solange es geht, Nein zu sagen. Obwohl sich der Druck von Diomandes Beratern erhöht, den Transfer doch schon in diesem Sommer zu vollziehen.

Zeitgleich verhandeln die Agenten von „Roc Nation“ (gehört Rapper Jay-Z/56 und berät auch Brasilien-Star Vinícius Júnior/25) mit RB über eine Verlängerung des bis 2030 laufenden Vertrags. Für das Super-Juwel werden die Sachsen an die eigene Gehalts-Schmerzgrenze gehen. Die wird dennoch deutlich unter dem liegen, was Liverpool und die weiteren Interessenten wie Paris, Real Madrid oder Chelsea zahlen können. Es liegt auch an Diomande selbst, ob er sich noch ein Jahr als Star-Spieler von Leipzig in der Champions League sieht. Oder ob er die Gelegenheit nutzen will, sich schon jetzt bei einem ganz großen Klub durchzukämpfen.

Leon Goretzka: Abschied von Bayern, MLS im Visier

Leon Goretzka (31) verlässt den FC Bayern nach acht Jahren. Der Deutsche Meister hat den auslaufenden Vertrag des Nationalspielers nicht verlängert. Nach SPORT BILD-Informationen hat Chicago Fire seine Fühler nach Goretzka ausgestreckt. Beim MLS-Klub spielten auch schon Bastian Schweinsteiger (41) und Arne Friedrich (47). Die Trainingsplätze in Chicago kennt Goretzka schon. Vor zwei Wochen bereitete sich der Mittelfeldspieler mit der DFB-Auswahl auf dem Klubgelände von Chicago Fire auf die WM vor. Möglich, dass Goretzka schon bald zurückkehren wird. Konkrete Gespräche gab es bislang aber nicht. Als unwahrscheinlich gilt ein Wechsel Goretzkas in die Serie A. Die Gespräche mit der AC Mailand, die am DFB-Star interessiert war, sind auf Eis gelegt.

Luka Vuskovic: Brighton bietet 60 Millionen

WM-Debüt mit 19 Jahren in Kroatiens Abwehrzentrum: Luka Vuskovic wird nach der Traum-Saison beim HSV (28 Liga-Einsätze, sechs Tore) immer wertvoller. Nach dem Leih-Ende in Hamburg kehrt er zu Tottenham zurück. Ein Verkauf steht im Raum, Brighton macht Ernst. Das in der Branche belächelte erste 35-Mio.-Angebot war zu wenig. Inzwischen bot Brighton rund 60 Mio. Euro. Trainer Fabian Hürzeler (33) soll Vuskovic (Vertrag bis 2030) schon von einer mündlichen Zusage überzeugt haben. Brighton plant einen Abwehr-Umbau mit vier spielstarken Innenverteidigern. Grund für die bisher eher niedrigen Offerten: Brighton sieht es als Risiko, dass Vuskovic noch nicht in der Premier League gespielt hat. Eine Entscheidung trifft der Kroate nach der WM. Auch Barça hat ihn auf der Liste.

Alexander Nübel: Bayern fordert 20 Millionen

Stand jetzt müsste Alexander Nübel (29) nach der Weltmeisterschaft von Leih-Klub VfB Stuttgart wieder zurück zu seinem Stammverein Bayern München – auch wenn er dort keine Zukunft hat. Der Ersatz-Keeper des DFB ist längst auf Vereinssuche. Zahlreiche Klubs aus dem Ausland sind an ihm dran. Ein Klub macht jetzt besonders Ernst: Besiktas Istanbul. Nach SPORT BILD-Informationen haben die Türken bereits mit dem Nübel-Umfeld konkret über einen Vertrag verhandelt und auch mit den Bayern über einen möglichen Wechsel gesprochen. Problem: Der deutsche Rekordmeister verlangt bis zu 20 Mio. Euro Ablöse. Und Nübel selbst zockt auf einen größeren Klub. Unter anderem sind Man City, Juve und Benfica am Ex-Stuttgarter interessiert. Fakt ist: Es wird ein Verkauf angestrebt. Eine weitere Leihe soll es nicht mehr geben. Bayern will den Torwart komplett von der Gehaltsliste bekommen.

Elliot Anderson: Rekord-Transfer zu Manchester City?

Seinen Platz in der Historie der Premier League hat Elliot Anderson (23) bald. Denn der Mittelfeldmann von Nottingham Forest ist auf dem Weg zum Rekord-Transfer der Liga. Rund 150 Mio. wird Manchester City nach SPORT BILD-Informationen für Anderson hinblättern. Der bisher teuerste Deal war der 145-Mio.-Wechsel von Alexander Isak (26) 2025 von Newcastle nach Liverpool. Gegen Kroatien feierte Elliot Anderson sein WM-Debüt. Auch für England-Trainer Thomas Tuchel (52) ist Anderson wertvoll. Der stellte ihn zum WM-Auftakt gleich in die Startelf neben Superstar Declan Rice (27). Auch deswegen bestand Nottinghams Sportdirektor George Syrianos (36/geboren in Starnberg) auf die Rekord-Summe. Der einzige deutsche Premier-League-Manager hatte sogar den Mut, ein 140-Mio.-Angebot abzulehnen – und wurde am Ende belohnt.

Morgan Rogers: Mehrere Top-Klubs interessiert

Arsenal, Chelsea, Man United: Die Auswahl an Top-Teams kann sich für England-Angreifer Morgan Rogers (23) sehen lassen. Seit zwei Jahren glänzt er bei Aston Villa, gewann mit dem Klub die Europa League und landete sensationell auf Platz vier in der Premier League. Seine Saison-Bilanz: 55 Einsätze in allen Wettbewerben, 14 Tore und zwölf Vorlagen. Sein Marktwert kletterte auf 90 Mio. Euro, doch Aston Villa würde gerne noch mehr sehen. Rogers’ Vertrag läuft auch noch bis 2031, bei der WM ist er eine der wichtigsten Offensiv-Optionen von England-Coach Tuchel. Entscheidend wird die Frage nach seiner Rolle. Arsenal und Meister-Trainer Mikel Arteta (44) planen mit ihm als Linksaußen. Man-United-Trainer Michael Carrick (44) soll ihn auch im zentralen offensiven Mittelfeld sehen und als potenziellen Nachfolger von Superstar Bruno Fernandes (31).

Mohamed Salah: Ablösefrei im Sommer

Ein Vertrag bis 2029 und ein 90-Millionen-Paket für Gehalt, Boni und Sonderzahlungen: So rechnete der neue Fenerbahçe-Boss Aziz Yildirim (73) eine mögliche Verpflichtung von Mo Salah (34) vor. Der ägyptische Flügelstar und sein bisheriger Verein FC Liverpool entschieden sich bereits ein Jahr vor dem eigentlichen Vertragsende für eine Auflösung des Kontrakts. Salah ist damit die prominenteste ablösefreie Transferaktie des Sommers. Fenerbahçe rechnet sich gute Chancen aus, doch die Konkurrenz ist groß. Klubs aus der MLS sind dran, ebenso Mannschaften aus Saudi-Arabien. Bereits seit Längerem hat ein Salah-Wechsel Priorität, um den größten arabischen Fußballer als Aushängeschild zu bekommen. Salah selbst hat sich noch nicht entschieden. Nur eins steht fest: Eine 180-Grad-Wende und eine Rückkehr zu Liverpool wird es nicht geben – auch wenn inzwischen mit Arne Slot (47) der Trainer entlassen wurde, mit dem sich Salah zerstritten hatte.

Erling Haaland: Bleibt bei Manchester City

Ein Real-Madrid-Trikot mit dem Namen „Haaland“ und der Nummer 9 auf dem Rücken gibt es bereits. Reals Präsidentschafts-Kandidat Enrique Riquelme (37) hielt es im Wahlkampf sogar bei einem TV-Interview in die Kamera. Die Botschaft: Norwegen-Stürmer Erling Haaland (25) wird ein Königlicher, wenn ich gewählt werde. Am Ende unterlag Riquelme Klub-Patron Florentino Pérez (79), und ihm droht sogar Anwaltspost von Haalands Klub Man City, der ein mögliches Wechsel-Thema per Klub-Statement abräumte. Auch die Haaland-Seite fand das Werben peinlich und dementierte. In diesem Sommer wird der Torjäger bei Man City bleiben – auch wenn mit Klub-Legende Pep Guardiola (55) der Trainer geht, der ihn 2022 holte. „Er hat einen Vertrag bis 2034“, sagt sein norwegischer Landsmann und Haaland-Kenner, der Premier-League-Reporter Jan Aage Fjørtoft (59/Viaplay): „Er hat 2025 keinen 9,5-Jahres-Vertrag unterschrieben, um ihn von einzelnen Trainern abhängig zu machen.“

Julián Álvarez: Barcelona bietet bis zu 120 Millionen

Real Madrids 150-Mio.-Angebot für Argentinien-Stürmer Julián Álvarez (26/Atlético) war eine PR-Nummer von Präsident Florentino Pérez (79). Das Interesse von Erzrivale Barcelona ist ernster. Eine kolportierte 135-Mio.-Offerte ist zwar eine Ente, bis zu 120 Mio. Euro würde Barcelona allerdings hinblättern. Problem: Bei Atlético hat der Weltmeister einen Vertrag bis 2030 mit einer Ausstiegsklausel von über 500 Mio. Euro. In mehreren Statements warnte der Klub vor weiteren Vorstößen und fordert im Poker weit mehr als 120 Mio. Álvarez selbst ist am Wechsel interessiert. Für die Katalanen ist er Transferziel Nummer 1 – auch wenn parallel Paris und Arsenal baggern.

Weitere Wechselkandidaten

Englands Abwehrboss John Stones (32) ist ablösefrei zu haben. Nach zehn Jahren bei Manchester City lief sein Vertrag aus. Everton und Italien-Topklubs wie Napoli oder Inter haben Interesse. Japan-Star Daichi Kamada (29) hat seinen Kontrakt bei Conference-League-Sieger Crystal Palace nicht verlängert. Milan zeigt Interesse am Ex-Frankfurter (zwei WM-Tore). Möglich auch, dass er wieder Trainer Oliver Glasner (51/noch ohne Klub) zu dessen neuem Verein folgt. Palace-Teamkollege Jean-Philippe Mateta (28) schielt nach seinem WM-Kader-Debüt mit Frankreich auf einen Wechsel zu einem Champions-League-Klub. Man United und Barcelona haben den Ex-Mainzer auf dem Radar, im Raum steht eine Ablöse von 25 Mio. Euro. Palace würde gerne mit ihm verlängern. Freiburg-Star Johan Manzambi (20) machte mit seinem Doppelpack für die Schweiz gegen Bosnien-Herzegowina (4:1) Schlagzeilen. Magenta-Experte Thomas Müller (36) empfahl ihn sogar seinen Bayern als Kandidaten. Ein Wechsel des Mittelfeldmanns (50 Mio. Euro Marktwert) ist dort aber kein Thema. Real Madrid und Man United haben ihn dagegen im Visier. Argentiniens Lautaro Martínez (28/Inter) ist bei Real Top-Kandidat als neuer Mittelstürmer.