Fußball-Weltmeister Stefan Reuter sieht Parallelen zwischen Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel und dem deutschen Teamchef Franz Beckenbauer bei der Weltmeisterschaft 1990. Nach dem englischen Viertelfinalsieg gegen Norwegen äußerte sich der 59-Jährige in der Sendung „Doppelpass“ von Sport1 und lobte Tuchels kritische Haltung.
Tuchel zeigt nach Sieg keine Zufriedenheit
„Was ich gut finde: Sie feiern nicht, dass sie jetzt im Halbfinale stehen. Genau jetzt legt Thomas Tuchel den Finger in die Wunde“, sagte Reuter. Diese Herangehensweise erinnere ihn an Beckenbauer, der 1990 nach einem 1:0-Erfolg im Viertelfinale gegen die Tschechoslowakei „einen Eiskübel durch die Kabine getreten hat“, weil die Leistung so schwach gewesen sei.
England besiegte Norwegen mit 2:1 nach Verlängerung und zog ins Halbfinale ein. Tuchel kritisierte anschließend die Spielweise seines Teams als „schlampig“ und bemängelte „viele technische Fehler“. Diese deutlichen Worte stießen selbst bei Torschütze Jude Bellingham auf Unverständnis.
Reuter verteidigt Tuchels Führungsstil
Reuter hingegen befürwortete Tuchels Vorgehen. Die Botschaft an die Mannschaft sei klar: „Du musst dich steigern, wenn du ins Finale willst“. Englands nächster Gegner ist am Mittwoch (21.00 Uhr MESZ) Titelverteidiger Argentinien. Für England wäre es der erste WM-Titel seit 60 Jahren, nur noch zwei Siege sind dafür nötig.



