England-Legenden kritisieren Tuchel nach WM-Aus: Taktik und Wechsel im Fokus
Tuchel nach WM-Aus in der Kritik: England-Legenden zählen an

Atlanta – Nach dem schmerzhaften WM-Aus im Halbfinale gegen Titelverteidiger Argentinien (1:2) steht Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel (52) massiv in der Kritik. Mehrere englische Fußball-Legenden werfen dem Deutschen eine falsche Taktik und unverständliche Auswechslungen vor. England hatte lange geführt, verlor aber in der Schlussphase noch. Damit platzte der Traum vom ersten WM-Titel seit 1966.

Wayne Rooney: Zu passiv nach der Führung

Ex-Weltklasse-Stürmer Wayne Rooney (40) kritisierte bei der BBC die defensive Grundhaltung nach dem 1:0: „Wenn man obenauf ist, muss man das auch bleiben. Wir gehen mit 1:0 in Führung, ziehen uns dann zurück, nehmen Wechsel vor und stellen auf eine Fünfer- oder Sechserkette um. Wenn man Messi und Argentinien kommen lässt, provoziert man das Unheil geradezu.“

Tuchel hatte beim Stand von 1:0 nach 70 Minuten Verteidiger Ezri Konsa für Torschützen Anthony Gordon gebracht. Später folgten mit Dan Burn und Andrew O'Reilly zwei weitere Abwehrspieler. Rooney sieht darin ein fatales Signal: „Als Tuchel diese Wechsel vornahm, dürften die Spieler auf dem Platz gedacht haben: ‚Oh nein‘. Sie wussten, was auf sie zukam. Sie hätten schon eine Riesenportion Glück gebraucht, um das Spiel über die Zeit zu bringen.“

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Michael Owen: Fehlender Mut im Vergleich zu Spanien

Auch Michael Owen (46), Ballon-d'Or-Gewinner von 2001, äußerte sich auf X scharf: „Beim Stand von 1:0 drei Verteidiger einzuwechseln – welche Botschaft sendet das aus? Solange wir nicht verstehen, dass Mut und Courage bedeuten, unter Druck den Ball in den eigenen Reihen zu halten und das Spiel zu kontrollieren – statt den Ball einfach 40 Meter nach vorne zu schlagen oder zu köpfen –, wird das Ergebnis immer dasselbe sein.“

Owen zog einen Vergleich zum ersten Halbfinale, in dem Spanien Frankreich mit 2:0 beherrschte: „Schaut euch an, wie Spanien gestern beim Stand von 1:0 gespielt hat. Das ist Mut. Das ist Courage. Und dann schaut euch England beim Stand von 1:0 an. Wo liegt der Unterschied?“

Rooney: Einbruch nach Rückstand war unvermeidlich

Rooney ergänzte zur Tuchel-Taktik: „Wir hatten uns in eine so gute Ausgangslage gebracht und wussten dann nicht, was wir tun sollten. Wir haben uns zurückgezogen und den Gegner kommen lassen. Sie haben uns unter Druck gesetzt, und wir sind eingebrochen. Sobald das erste Tor für sie fiel, war es unvermeidlich, dass auch das zweite folgen würde.“

Das WM-Aus beschert England die nächste Enttäuschung bei einem großen Turnier. Tuchel, der erst seit 2025 im Amt ist, steht nun vor einer ungewissen Zukunft. Die Kritik der prominenten Ex-Nationalspieler wiegt schwer und dürfte die Diskussionen um den Trainer weiter anheizen.

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