München verschärft den Kampf gegen Wasserverschwendung drastisch: Wer trotz Verbots seinen Garten gießt, das Auto wäscht oder ein Badebecken befüllt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro rechnen. Oberbürgermeister Dominik Krause (35, Grüne) erließ eine „Allgemeinverfügung zur Wassernutzung“, die sieben konkrete Verbote umfasst. Zuwiderhandlungen werden als Ordnungswidrigkeit geahndet.
Hintergrund: Appelle blieben wirkungslos
Zunächst hatte Krause an die Vernunft der Bürger appelliert, angesichts hoher Temperaturen und niedriger Wasserstände sparsamer zu sein. Doch der Wasserverbrauch stieg weiter: Statt der üblichen 300 Millionen Liter pro Tag wurden zuletzt 360 Millionen Liter verbraucht – ein Anstieg um 20 Prozent. „Ich habe jedes Verständnis für Aufrufe, Wasser zu sparen, wenn es knapp ist. Ich kann nachvollziehen, dass Vorschriften der letzte Weg sind, wenn es bei den Menschen an Einsicht mangelt“, so der Oberbürgermeister.
Die Verbote im Detail
Die Allgemeinverfügung untersagt unter anderem: das Befüllen von Badebecken mit Trinkwasser, das Gießen von Gärten zwischen 9 und 19 Uhr sowie das Waschen von Autos zu Hause. Die Stadt begründet die Maßnahmen mit der anhaltenden Hitzewelle und der angespannten Wasserversorgung. Krause selbst hatte vor zwei Wochen in einem Instagram-Video noch relativiert: „Nein, ganz so schlimm ist es nicht, aber die Hitzewelle macht sich bei der Wasserversorgung bemerkbar.“ Er gründete eine Taskforce zur Wasserwirtschaft.
Kritik: Bevormundung statt Einsicht?
Die Maßnahmen stoßen auf gemischte Reaktionen. Kritiker werfen Krause vor, mit Verboten und Bußgeldern zu regieren, statt auf Einsicht zu setzen. „Verbote sollten das letzte und nicht das erste Mittel der Politik sein“, heißt es in Kommentaren. Die Frage nach einer „Wasserpolizei“ oder einem Denunziationsportal für Nachbarn macht die Runde. Krause selbst betont, dass die Verbote notwendig seien, um die Wasserversorgung langfristig zu sichern.
Auswirkungen auf die Bürger
Die Stadt rechnet mit einem spürbaren Rückgang des Wasserverbrauchs. Ob die Verbote tatsächlich zu einer Entspannung führen, bleibt abzuwarten. In den kommenden Tagen sind Gewitter und Regen angesagt, was die Lage kurzfristig entschärfen könnte. Dennoch hält Krause an den Verboten fest: „Auch wenn es in den kommenden Tagen gewittert und regnet: Verbote müssen sein.“ Die Münchner Polizei hat angekündigt, die Einhaltung der Verfügung zu kontrollieren – ob daraus eine flächendeckende „Wasserpolizei“ wird, ist noch offen.



