Historischer Sieg für England im kleinen Finale
Thomas Tuchel hat mit der englischen Nationalmannschaft das Spiel um Platz drei der Fußball-Weltmeisterschaft in Miami gewonnen. Die Three Lions besiegten Frankreich mit 6:4 (4:0) und erzielten damit das beste WM-Ergebnis seit dem Triumph 1966. Vor 64.478 Fans im Stadion von Miami legte England eine furiose erste Halbzeit hin.
Bereits nach drei Minuten traf Declan Rice zur frühen Führung. Ezri Konsa (18.) und Bukayo Saka (37./45.+1) erhöhten auf 4:0 zur Halbzeit. Frankreichs Trainer Didier Deschamps wechselte zur Pause gleich viermal, darunter die Stammspieler Ousmane Dembélé und Bradley Barcola.
Frankreichs Aufholjagd und Mbappés Rekord
Kylian Mbappé (48./66.) mit einem Doppelpack und Bradley Barcola (54.) brachten Frankreich auf 3:4 heran. Saka (87.) traf per Foulelfmeter zum 5:3, Dembélé (90.+6) verkürzte erneut, ehe Jude Bellingham (90.+8) den 6:4-Endstand besiegelte. Mbappé erzielte seine WM-Tore neun und zehn und überholte mit nun 22 WM-Treffern Lionel Messi in der ewigen Bestenliste. Messi kann im Finale gegen Spanien am Sonntag noch nachlegen.
Buhrufe für Tuchel vor dem Spiel
Vor dem Anpfiff wurde Tuchel bei der Einblendung auf der Anzeigetafel mit Buhrufen empfangen. Die Enttäuschung über das Halbfinal-Aus gegen Argentinien (1:2) war noch spürbar. Die Zahl der englischen Fans war geringer als in vorherigen Spielen. Doch nach drei Minuten drehte sich die Stimmung: Rice eroberte den Ball an der Mittellinie und traf aus 20 Metern flach ins lange Eck.
Das Spiel war trotz schwüler Hitze temporeich und bot viele Torszenen. Sieben Wechsel im Vergleich zum Halbfinale auf beiden Seiten hinderten den Spielfluss nicht. Rayan Cherki (11.) prüfte Englands Torhüter Dean Henderson, Mbappé (22.) scheiterte mit einem Schlenzer. England hingegen gelang alles: Das 2:0 von Saka (11.) wurde wegen Abseits aberkannt, doch Konsa traf nach einer Ecke von Rice per Kopf (18.). Saka erhöhte nach einem Konter mit Marcus Rashford auf 3:0 und in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit bediente Eberechi Eze Saka zum 4:0.
Deschamps‘ Reaktion und Frankreichs Aufbäumen
Deschamps versank mit rotem Kopf in seinem Stuhl und schickte mehrere Stars zum Aufwärmen. Ein 0:4 zur Halbzeit hatte es für Frankreich zuletzt 1968 in der EM-Qualifikation gegen Jugoslawien gegeben. „Sie sollten sich schämen. Ich habe Frankreich noch nie so schlecht spielen sehen“, sagte Dänemarks Torwart-Ikone Peter Schmeichel bei FOX. Deschamps wechselte zur Pause viermal: Dembélé und Barcola kamen für die Offensive, Bayerns Dayot Upamecano und Lucas Digne sollten die Abwehr stabilisieren.
Frankreich legte direkt los: Mbappé traf zum 1:4, Barcola sechs Minuten später zum 2:4. England wackelte, blieb aber durch Standards gefährlich. Torwart Mike Maignan (59.) rettete nach einer Rice-Ecke. Dembélé scheiterte (65.), ehe Mbappé erneut traf (66.) und sich an Messi vorbeischob. Frankreich drückte auf den Ausgleich: Michael Olise (75.) verfehlte das Tor nur um Zentimeter. Mbappé forderte einen Elfmeter (76.), den der Schiedsrichter nicht gab. Auf der anderen Seite gab es dann Strafstoß: Malo Gusto traf Djed Spence, Saka verwandelte zum 5:3 (87.). Dembélés Treffer (90.+6) sorgte für Spannung, doch Bellingham setzte den Schlusspunkt (90.+8).



