Die Mitgliedsverbände der Europäischen Fußball-Union (UEFA) werden noch heute auf einem Dringlichkeitstreffen über die umstrittenen Investoren-Pläne des Weltverbandes FIFA beraten. Dies berichten übereinstimmend die „Süddeutsche Zeitung“ und der britische Sender BBC. Der vom Slowenen Aleksander Ceferin geführte europäische Dachverband hat den am Dienstag bekannt gewordenen geplanten Investorendeal der FIFA mehrfach scharf verurteilt.
Hintergrund des Konflikts
Die FIFA hatte mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte – etwa an der Weltmeisterschaft – eine Milliardensumme einspielen zu wollen. Laut übereinstimmenden Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung an die nationalen Verbände. Der Stichtag für die Zustimmung der 211 FIFA-Mitgliedsverbände soll demnach der 19. September sein.
Widerstand aus Europa
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte bereits gewarnt, der Fußball dürfe nicht zum Spielball von Investoren gemacht werden. „Die Akzeptanz der Fans dürfen wir nicht verlieren, aber wir sind auf dem besten Wege, diese Akzeptanz zunichtezumachen. Das halte ich für überaus problematisch und nicht zustimmungsfähig“, sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes dem ZDF. Nach Informationen der „Bild“ soll es bereits am Mittwoch im kleineren Kreis eine Videoschalte der UEFA gegeben haben, an der auch Neuendorf teilgenommen hat.
FIFA-Präsident verteidigt Pläne
FIFA-Präsident Gianni Infantino verteidigte den geplanten Einstieg externer Geldgeber als „einmalige Chance, die weltweite Entwicklung des Fußballs deutlich zu beschleunigen“. Infantino äußerte sich in einer Videobotschaft am Mittwochabend. Der tschechische Verbandschef David Trunda steht den Plänen hingegen offen gegenüber und sagte dem britischen Sender Sky News, er sehe Vorteile für den tschechischen Fußball.
Ausblick und Bedeutung
Das Dringlichkeitstreffen der UEFA zeigt den tiefen Graben zwischen dem Weltverband und den europäischen Verbänden. Während die FIFA auf schnelle Zustimmung hofft, fordern die Europäer mehr Bedenkzeit und lehnen eine Kommerzialisierung ab, die die Fan-Basis gefährden könnte. Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen für die Finanzierung des internationalen Fußballs haben.



