Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) verzichtet künftig auf ihr eigenes Chefbüro. Stattdessen teilt sie sich in Potsdam ein gemeinsames Dienstzimmer mit ihren Mitarbeitern. Das gab die Ministerin der „Märkischen Oderzeitung“ bekannt. „Ich bin ohnehin die meiste Zeit im Land unterwegs, nehme Termine in ganz Brandenburg wahr und arbeite viel im Auto“, sagte Klement. „Wenn ich im Ministerium bin und mal keine Besprechung habe, dann arbeite ich gern zusammen mit meinen Mitarbeitern.“
Bereits in Berlin auf Desk-Sharing gesetzt
Die Ministerin betonte, dass sie bereits in ihrer vorherigen Funktion als Staatssekretärin für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung in Berlin ein ähnliches Modell praktiziert habe. „Ich hatte auch schon als Staatssekretärin in Berlin mein Büro im Roten Rathaus aufgegeben und mit meinem gesamten Team auf Desk-Sharing umgestellt“, erklärte Klement. Das habe zu mehr Zusammenhalt im Team geführt. „Deshalb wollen wir das hier im Leitungsbereich des Ministeriums auch einführen“, so die seit März 2025 amtierende Wirtschaftsministerin.
Modernisierung der Verwaltung als Ziel
Klement, die aus dem bayerischen Schwaben stammt und Juristin ist, sieht in dem Schritt einen Beitrag zur Modernisierung der öffentlichen Verwaltung. „Ich persönlich bin davon überzeugt, dass wir in Zukunft modernere Arbeitsweisen im Ministerium und in der Verwaltung brauchen – dann kommen wir übrigens künftig auch mit weniger Räumlichkeiten aus. Und ich möchte mit gutem Beispiel vorangehen“, sagte sie. Mit ihrem Verzicht auf das Einzelbüro will sie nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb des Hauses fördern.
Reaktionen aus der Landespolitik
Der Vorstoß der Ministerin stößt in der Brandenburger Landespolitik auf geteiltes Echo. Während die Regierungskoalition den Schritt als zukunftsweisend lobt, zeigen sich Oppositionsvertreter skeptisch. „Ein Ministerbüro ist nicht nur ein Statussymbol, sondern auch ein Ort für vertrauliche Gespräche und ungestörte Arbeit“, kritisierte ein Sprecher der CDU-Fraktion. Die Grünen hingegen begrüßen die Initiative: „Frau Klement zeigt, dass moderne Arbeitskonzepte auch in der Politik umsetzbar sind“, sagte ein Fraktionsmitglied.
Pilotprojekt für die gesamte Landesverwaltung?
Im Wirtschaftsministerium soll das Desk-Sharing-Modell zunächst im Leitungsbereich getestet werden. Bei Erfolg könnte es auf andere Abteilungen ausgeweitet werden. Das Ministerium rechnet mit Einsparungen bei Büroflächen und Betriebskosten. „Wir wollen prüfen, ob sich das Modell bewährt und dann schrittweise ausrollen“, erklärte ein Sprecher. Sollte das Pilotprojekt erfolgreich sein, könnte es als Blaupause für die gesamte Brandenburger Landesverwaltung dienen – ein deutlicher Schritt in Richtung flexibler und effizienter Arbeitsweisen im öffentlichen Dienst.



