Deutsche Bahn erzielt Gewinn von 147 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025
DB erzielt 147 Mio Euro Gewinn im H1 2025

Die Deutsche Bahn (DB) hat trotz anhaltender Probleme mit Pünktlichkeit und Schieneninfrastruktur ein wirtschaftlich erfolgreiches erstes Halbjahr 2025 abgeschlossen. Der Staatskonzern erzielte einen Gewinn von 147 Millionen Euro nach Steuern und verbesserte sich damit deutlich gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als noch ein Minus von 760 Millionen Euro zu Buche stand. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um 650 Millionen Euro auf 415 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

Rekordnachfrage trotz Herausforderungen

Die Nachfrage blieb auf hohem Niveau: Rund 960 Millionen Fahrten verzeichnete die Bahn in den ersten sechs Monaten, ein Plus von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Zum ersten Mal seit sieben Jahren schreibt unser Eisenbahngeschäft unterm Strich wieder schwarze Zahlen. Ich freue mich sehr über diesen wichtigen Meilenstein, aber ich bin erst zufrieden, wenn auch die Qualität im täglichen Eisenbahnverkehr überzeugt“, sagte Bahnchefin Evelyn Palla.

Konzernumbau als Erfolgsfaktor

Als wesentliche Gründe für die positive Entwicklung nannte die DB den eingeleiteten Konzernumbau, der Kostensenkungen und Personalabbau in der Konzernleitung sowie bei internen Dienstleistern vorsieht. Ziel ist eine dezentralere Aufstellung mit mehr Verantwortung in der Fläche. Die neue Strategie mit dem Namen „DB 2035“ wird in der Branche als tiefgreifender wahrgenommen als frühere Sanierungsversuche. Der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) bezeichnete die Zahlen im ARD-„Morgenmagazin“ als erfreulich und kündigte Gespräche mit Palla und Gewerkschaftsvorsitzenden an.

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Schulden und Investitionen belasten

Allerdings bleibt die finanzielle Lage angespannt: Die Schulden des Konzerns stiegen um rund eine Milliarde auf 21,6 Milliarden Euro, bedingt durch hohe Investitionen in die Schienensanierung. Der Verkauf der Logistiktochter Schenker im Vorjahr hatte die Verbindlichkeiten zunächst deutlich gesenkt, doch nun steigen sie wieder. Im Gesamtjahr 2025 hatte die DB noch einen Verlust von rund 2,3 Milliarden Euro verbucht, vor allem wegen hoher Abschreibungen im Fernverkehr.

Güter- und Fernverkehr bleiben Sorgenkinder

Während der Fernverkehr nach Verlusten im Vorjahr wieder ein operatives Ebit-Plus erzielte, kämpft die Güterverkehrstochter DB Cargo weiterhin mit roten Zahlen. Der Verlust liege bei rund einer Million Euro, womit die schwarze Null jedoch in greifbare Nähe rücke, betonte die Bahn. Ab diesem Jahr muss das Unternehmen wieder Gewinne ausweisen, da sonst Konsequenzen der EU-Kommission drohen.

Langwierige Sanierung der Infrastruktur

Bahnchefin Palla machte deutlich, dass Verbesserungen im täglichen Betrieb noch Jahre dauern werden. Trotz Milliardeninvestitionen von Bahn und Bund in das überalterte Schienennetz bleibe die Pünktlichkeit hinter den Zielen zurück. „Es wird noch zehn Jahre dauern, bis der Bahnverkehr wieder zuverlässig und stabil läuft“, betonte Palla immer wieder. Die Konzernstrategie „DB 2035“ sei auf diesen langen Zeithorizont ausgelegt und umfasse neben Sparmaßnahmen auch ein eigenes Sanierungsprogramm für den Fernverkehr.

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