Der Sommer ist zurück und lockt mit Badeseen, Freibädern und sonnigen Balkonen. Viele Menschen fühlen sich mit Sonnencreme sicher – doch Hautärztin Dr. Uta Schlossberger warnt: Selbst hohe Lichtschutzfaktoren blockieren UV-Strahlung nicht vollständig, sie verlängern lediglich die schutzfreie Zeit ohne Sonnenbrand. Entscheidend ist die richtige Anwendung.
Die wichtigste Regel: Nachcremen verlängert den Schutz nicht
„Wichtig: Nachcremen verlängert die maximale Schutzzeit nicht“, betont die Dermatologin Dr. Uta Schlossberger. Sobald die Schutzzeit abgelaufen ist, sollte man die Sonne meiden. Sie empfiehlt, etwa alle zwei Stunden nachzucremen – insbesondere nach dem Schwimmen, starkem Schwitzen oder Abtrocknen. Dies gilt auch für wasserfeste Produkte.
Einwirkzeit und Menge sind entscheidend
Sonnenschutzmittel müssen 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien aufgetragen werden. Nur so kann sich ein gleichmäßiger Schutzfilm bilden und chemische Filter in die oberen Hautschichten einziehen. Für den gesamten Körper eines Erwachsenen benötigt man etwa 30 bis 40 ml – das entspricht sechs bis acht Teelöffeln Creme, so Dr. Schlossberger. Dieselbe Menge gilt für Sprays, doch dort wird häufig zu wenig aufgetragen.
Sprays: Praktisch, aber riskant
Sprays sind leicht zu verteilen, aber schwer zu dosieren. Da der Wind im Schnitt rund ein Drittel des Sprühstoßes verweht, wird oft zu wenig Schutz erreicht. Hersteller empfehlen daher oft zweimaliges Aufsprühen – das erhöht jedoch den Verbrauch und kann teurer werden. Zudem sieht man beim Spray schlecht, ob alle Stellen bedeckt sind. Ein Vorteil: Sprays sind leichter und erreichen schwer zugängliche Stellen wie den Rücken.
Cremes: Für jeden Hauttyp die richtige Wahl
Sonnencremes haben einen höheren Fettanteil und binden Wirksubstanzen besser. „Die Wahl sollte zum Hauttyp passen: reichhaltige Cremes für trockene Haut, leichte Fluids oder Gele bei fettiger oder zu Akne neigender Haut, spezielle Produkte für empfindliche Haut“, rät Dr. Schlossberger. So wird der Schutz optimal.
Mineralische Cremes für Kinder
Bei Kindern empfiehlt die Dermatologin physikalische (mineralische) Sonnenschutzcremes aus Bio- oder Naturkosmetik. Diese enthalten natürliche Filter wie Titandioxid oder Zinkoxid, bieten sofortigen Schutz und sind besonders gut verträglich. Allerdings hinterlassen sie oft einen weißen Film. Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu Sprays besteht keine Gefahr, dass kleinste Partikel eingeatmet werden – die laut WHO möglicherweise krebserregend sind, wenn sie in die Lunge gelangen.
Dr. Uta Schlossberger (55) ist Hautärztin mit eigener Praxis in Köln und Sprecherin des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD). Sie rät, konsequent auf die richtige Anwendung zu achten, um Hautschäden vorzubeugen.



