Russischer Marschflugkörper dringt in polnischen Luftraum ein
Russischer Marschflugkörper dringt in Polen ein

Ein russischer Marschflugkörper vom Typ Kh-101 ist in der Nacht zum Donnerstag in den Luftraum des NATO-Mitglieds Polen eingedrungen. Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha machte Moskau für den Vorfall verantwortlich. Polnische Behörden entdeckten später einen etwa zehn Meter breiten Krater sowie Trümmer auf einem Feld nahe dem Dorf Tarnawa-Kolonia in der Woiwodschaft Lublin.

Eindringen in den polnischen Luftraum

Laut dem Einsatzkommando der polnischen Streitkräfte wurde ein nicht identifiziertes Objekt, das sich in westlicher Richtung bewegte, um 3:40 Uhr Ortszeit (01:40 Uhr GMT) im polnischen Luftraum geortet. Kurz darauf verschwand es von den Radarschirmen. Ein Mi-24-Hubschrauber, der zur Überprüfung der Radardaten eingesetzt wurde, lokalisierte die wahrscheinliche Absturzstelle in einem unbebauten Gebiet. Nach Angaben des polnischen Innenministeriums befand sich der Krater auf Ackerland, etwa zwei Kilometer von Wohngebäuden entfernt.

Der ukrainische Außenminister Sybiha schrieb auf der Plattform X: „In der Nacht drang im Rahmen des massiven russischen Angriffs auf die Ukraine ein russischer Kh-101-Marschflugkörper nach Polen ein und verletzte damit den NATO-Luftraum.“ Die russischen Luftangriffe auf die Ukraine hatten in der Nacht mindestens 13 Menschen getötet, darunter einen in der Hauptstadt Kyjiw. Die Angriffe reichten bis in die westlich gelegene Stadt Lwiw.

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Reaktionen aus Polen

Polen schickte Kampfflugzeuge in die Luft, um seinen Luftraum zu sichern. In Lublin ertönten laut Medienberichten einige Minuten lang Sirenen, um vor möglichen russischen Angriffen zu warnen. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk äußerte sich bei einer Krisensitzung am Donnerstag: „Alles deutet darauf hin, dass es sich um eine russische ballistische Kh-101-Rakete handelte, aber wir wollen zu 100 Prozent sicher sein, um welchen Raketentyp es sich handelt und wer sie abgefeuert hat.“ Die polnischen Behörden haben Ermittlungen eingeleitet. Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen Russland und der NATO. Polen als NATO-Mitglied fordert eine umfassende Aufklärung des Vorfalls.

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