Unai Simon: Warum Spaniens umstrittener Torwart im WM-Halbfinale gegen Frankreich steht
Unai Simon: Warum er trotz Kritik Spaniens Nummer eins bleibt

Unai Simon bleibt Spaniens unangefochtene Nummer eins im Tor, obwohl er bei seinem Verein Athletic Bilbao die meisten Gegentore der Liga kassiert und sein schärfster Konkurrent David Raya englischer Meister und Champions-League-Finalist ist. Nationaltrainer Luis de la Fuente stellt klar: „Unai Simon ist unumstritten.“ Punkt. Ende der Diskussion. Doch die Debatte in Spanien und England reißt nicht ab. Warum steht dieser 29-Jährige, der in keiner Torwart-Fähigkeit wirklich überragt, auch im WM-Halbfinale gegen Frankreich am Dienstag (21.00 Uhr/MagentaTV) zwischen den Pfosten? Kann er die brillante Offensive mit Kylian Mbappé, Michael Olisé und Ousmane Dembélé stoppen?

Die Stärken des Basken: Rekord und Ruhe

Ein Argument für Simon besteht aus drei Ziffern: 649. So viele Minuten blieb der Baske bei Weltmeisterschaften ohne Gegentor und knackte damit den 36 Jahre alten Rekord des Italieners Walter Zenga. Erst im Halbfinale gegen Belgien überwand Charles De Ketelaere ihn per Kopf zum 2:1. Seine größte Stärke beschreibt Simon selbst: „Ich kann unter Druck ruhig und gelassen bleiben. Das ist wahrscheinlich angeboren.“ Simon ist kein Lautsprecher, bescheiden und fügt sich exzellent ins spanische Mannschaftsgefüge ein. Bei der aktuellen WM verließ er sich auf seine Vorderleute, die dafür sorgten, dass er bisher nicht einmal zehn Schüsse auf sein Tor bekam.

Baustellen und starke Konkurrenz

Simon hat auch Schwächen, sonst gäbe es die Diskussionen nicht. Seine fußballerischen Fähigkeiten hat er verbessert, zählen aber nicht zur Weltspitze. „Ich gehöre nach wie vor zu denen, die der Meinung sind, dass es für einen Torwart vor allem darauf ankommt, Bälle zu halten, kein Gegentor zu kassieren und jede Situation im Strafraum souverän zu meistern“, sagte Simon. Die Konkurrenz ist stark: David Raya wurde mit dem FC Arsenal Meister in der Premier League, verlor im Champions-League-Finale erst im Elfmeterschießen gegen Paris Saint-Germain und wurde als bester Torhüter der Premier League ausgezeichnet. Joan Garcia ist Stammtorwart des FC Barcelona, verdrängte Marc-André ter Stegen und kassierte in 30 Liga-Einsätzen nur 21 Gegentore, in 15 Spielen gar keines. Simon hingegen bekam in 37 Einsätzen 54 Gegentore; nur vier Mannschaften in La Liga kassierten mehr als Bilbao.

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Trainer de la Fuente: Alte Weggefährten

Trainer de la Fuente und Simon sind alte Weggefährten. 2015 wurden sie U19-Europameister, vier Jahre später holten sie den Titel mit der U21. Bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio war Simon die Nummer eins von de la Fuente. Als dieser nach der WM-Enttäuschung 2022 die Nationalmannschaft übernahm, war Simon bereits Stammtorhüter. Schon Vorgänger Luis Enrique setzte auf Simon: „Ich habe viel Kritik einstecken müssen und habe ihn zum Stammspieler gemacht. Er hat es verdient“, sagte der heutige Paris-Coach. De la Fuente muss seine Nummer eins immer wieder in Schutz nehmen: „Ich freue mich sehr für Unai. Er wurde lange Zeit infrage gestellt und schlecht behandelt. Ich hoffe nun, dass einige Leute seinen Mut erkennen“, sagte er im Juni 2025 nach dem Halbfinale in der Nations League – damals gegen Frankreich.

Gemeinsame Erfolge

Simon und de la Fuente haben zusammen bereits viel gewonnen: die Nations League 2023, in deren Finale Simon im Elfmeterschießen gegen Kroatien zweimal hielt, und ein Jahr später die Europameisterschaft. Trotz aller Kritik bleibt Simon die Nummer eins – und wird auch im WM-Halbfinale gegen Frankreich zwischen den Pfosten stehen.

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