Die US-amerikanische Fußballnationalmannschaft hat das Sechzehntelfinale der Heim-Weltmeisterschaft gegen Bosnien-Herzegowina mit 2:0 (1:0) gewonnen und sich damit für das Achtelfinale qualifiziert. Vor 68.827 Zuschauern im Super-Bowl-Stadion in Santa Clara sorgten Folarin Balogun (45. Minute) und Malik Tillman (82.) für die Treffer. Dabei mussten die USA rund 30 Minuten in Unterzahl spielen, nachdem Balogun eine umstrittene Rote Karte gesehen hatte. Im Achtelfinale trifft das Team von Trainer Mauricio Pochettino nun auf Belgien.
Emotionale Atmosphäre und frühe Bosnier-Chancen
Die Partie begann mit einer beeindruckenden Kulisse: Zahlreiche US-Fans hatten sich als Freiheitsstatue oder Weißkopfseeadler verkleidet, schwenkten gigantische Fahnen und trugen Cowboyhüte. Schon Stunden vor Anpfiff hallten „USA, USA“-Rufe durch die Arena. Vier Jets überflogen kurz vor Spielbeginn das offene Stadion und sorgten für zusätzlichen Jubel.
Auf dem Platz hatten jedoch zunächst die Bosnier die besseren Gelegenheiten. Stuttgarts Ermedin Demirovic schoss aus aussichtsreicher Position zu unplatziert, und Jungstar Kerim Alajbegovic scheiterte bei einer Ecke direkt an US-Keeper Matt Freese, der gerade noch rechtzeitig zur Stelle war.
USA übernehmen Kontrolle – Balogun trifft trotz Abseits-Drama
Nach der Anfangsphase übernahmen die USA die Kontrolle und hatten mehr Ballbesitz. Immer wieder versuchten sie es mit Chipbällen hinter die gegnerische Abwehr, zunächst ohne Erfolg. Nach einer halben Stunde war Balogun nach einem Fehler in der bosnischen Defensive plötzlich frei durch. Der Stürmer traf ins Eck, löste aber nur kurz großen Jubel aus, da er im Abseits stand.
Der agile Angreifer von der AS Monaco sorgte jedoch weiter für Unruhe und belohnte sich kurz vor der Halbzeit: Ein Pass von Tillman von Bayer Leverkusen wurde abgefälscht und sprang zu Balogun, der diesmal traf. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hätte er mit einem Lattentreffer fast noch einmal getroffen.
Zweite Halbzeit: Dzeko-Verletzung und umstrittener Platzverweis
Die Bosnier mussten nach der Pause mehr riskieren, aber zunächst den nächsten Rückschlag verkraften: Wenige Minuten nach Wiederanpfiff fasste sich Kapitän Edin Dzeko an den Oberschenkel und konnte nicht weiterspielen. Trainer Sergej Barbarez wechselte gleich dreifach, doch an den Kräfteverhältnissen änderte sich zunächst wenig. Die USA spielten zielstrebiger und genauer, blieben die bessere Mannschaft.
Nach einer Stunde hätte eine Entscheidung von Schiedsrichter Raphael Claus dem Spiel eine neue Richtung geben können. Nach einem Zweikampf, bei dem Balogun seinen Gegenspieler Tarik Muharemovic hart, aber offensichtlich unabsichtlich getroffen hatte, schaute sich der Brasilianer die Szene noch einmal an und entschied auf Rot. Der frühere englische Spitzenschiedsrichter Mark Clattenburg kommentierte beim US-Sender Fox: „Das ist kein guter Einsatz des VAR. Das war ein Unfall und für mich keine Rote Karte.“
Tillman macht den Deckel drauf
Mit einem Mann mehr nahm der bosnische Druck etwas zu. Auch Bundesligastürmer Haris Tabakovic wirkte nun als Joker mit. Mit einem sehenswerten Freistoßtreffer beseitigte Tillman jedoch letzte Zweifel am Sieg des US-Teams. Für Bosnien-Herzegowina endet die erste WM-Reise seit 2014 und die zweite überhaupt. Die USA hingegen dürfen weiter von einer glorreichen Heim-Weltmeisterschaft träumen.



