Argentinien hat das Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft erreicht. Die Mannschaft von Trainer Lionel Scaloni besiegte die Schweiz im Viertelfinale mit 3:1 nach Verlängerung. Superstar Lionel Messi blieb dabei erstmals nach neun WM-Spielen in Serie ohne eigenen Treffer, bereitete aber das 1:0 vor.
Zitter-Sieg nach Verlängerung
Vor 69.045 Zuschauern im Arrowhead Stadium der Kansas City Chiefs traf Alexis Mac Allister in der 10. Minute per Kopf nach einer Ecke von Messi zum 1:0. Dan Ndoye glich in der 67. Minute aus. In der 72. Minute sah der Schweizer Breel Embolo nach einer Schwalbe die Gelb-Rote Karte, nachdem der VAR eingeschaltet worden war. Der frühere Schalker und Gladbacher weinte nach dem Platzverweis und musste von Teamkollegen getröstet werden. In der Verlängerung sorgten Julián Álvarez mit einem Traumtor in der 112. Minute und Lautaro Martínez per Konter in der 120.+1 Minute für die Entscheidung.
Messi ohne Tor, aber mit Vorlage
Messi, der zum 15. Mal in einem WM-K.-o.-Spiel eingesetzt wurde, übertraf damit den deutschen Rekordtorjäger Miroslav Klose. „Wir mussten viel leiden“, sagte Trainer Scaloni nach der Partie. „Das ganze Spiel war sehr schwierig“, ergänzte Torschütze Álvarez. „Wir sind extrem glücklich.“ Die Schweiz hatte auf ihren Top-Torjäger Johan Manzambi verzichten müssen, der nach einer Knieverletzung nicht rechtzeitig fit wurde. Der 20-Jährige, der vor einem 60-Millionen-Euro-Wechsel vom SC Freiburg zu Newcastle United steht, fehlte dem Team vor allem bei Kontern.
Embolo-Platzverweis sorgt für Wirbel
Der Platzverweis von Embolo sorgte für Diskussionen. „Er ist am Boden zerstört. Es tut uns weh, es tut ihm weh, dass wir auf diese Weise ein Mann weniger auf dem Platz waren“, sagte Schweizer Trainer Murat Yakin. Man sei durch einen Fehler des Schiedsrichter-Gespanns bestraft worden. Auch andere Schweizer kritisierten die Entscheidung scharf. Argentinien trifft im Halbfinale am Mittwoch in Atlanta auf England, das zuvor Norwegen mit 2:1 nach Verlängerung besiegt hatte. Für die Schweiz war das Erreichen des Viertelfinals bereits der größte Erfolg seit der Heim-WM 1954.
Argentinien mit Mühe ins Halbfinale
Nach zwei Zitter-Siegen in den ersten beiden K.-o.-Runden gegen Kap Verde und Ägypten hatte Argentinien erneut viel Mühe. Messi war weitgehend von Defensivaufgaben befreit und ging mehr auf dem Rasen, als dass er sprintete. Doch ab und zu blitzte seine Genialität auf. Der Außenseiter Schweiz hatte am frühen Rückstand sichtlich zu knabbern. Erst ein Fehler der Argentinier ermöglichte Embolo eine Chance, als er allein aufs Tor zulief, aber von Keeper Emiliano Martínez gestoppt wurde (32.). Nach der Pause wurden die Schweizer stärker und belohnten sich durch Ndoyes Ausgleich. Mit Embolos Platzverweis nahm die Partie die nächste Wendung. In der Verlängerung drückten die Argentinier und erzielten die entscheidenden Tore.



