In Köpenick sorgt ein Ende 2025 eröffnetes Containerdorf für Flüchtlinge für Unmut. Die Unterkunft an der Grünauer Straße liegt direkt neben einer Kleingartenanlage, getrennt nur durch einen rostigen Zaun und einen Sandweg. Anwohner wie Dirk Schulz beklagen die fehlende Privatsphäre: „Privatsphäre musst du aufgeben“, sagte Schulz gegenüber der Berliner Morgenpost. Der 54-jährige Kleingärtner fühlt sich beobachtet und bemängelt, dass die Bewohner der Container direkt in seine Parzelle blicken können.
Containeranlage auf städtischem Grundstück
Die Containerunterkunft wurde auf einem stadteigenen Grundstück errichtet, das zuvor brachlag. Nach Angaben des Bezirksamts Treptow-Köpenick bietet die Anlage Platz für bis zu 200 Menschen. Die Eröffnung erfolgte im Dezember 2025, nachdem die Zahl der Asylsuchenden in Berlin gestiegen war. Die Kleingartenanlage „Grünauer Straße“ existiert seit den 1950er Jahren und umfasst 45 Parzellen.
Die Bewohner der Container sind überwiegend Familien aus Syrien, Afghanistan und der Ukraine. Die Betreuung erfolgt durch einen sozialen Träger, der auch für die Integration zuständig ist.
Kritik an Standortwahl
Schulz ist nicht der einzige, der die Standortwahl kritisiert. „Wir haben nichts gegen Flüchtlinge, aber die Nähe ist unerträglich“, sagte eine weitere Kleingärtnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Sie befürchtet Lärmbelästigung und Sicherheitsprobleme. Die Kleingartenanlage ist ein Rückzugsort für viele ältere Menschen, die hier Ruhe suchen.
Das Bezirksamt verteidigt die Entscheidung: „Die Unterkunft war notwendig, und das Grundstück war verfügbar“, sagte ein Sprecher. Man habe versucht, die Anlage so zu gestalten, dass die Privatsphäre beider Seiten gewahrt bleibt. Ein Sichtschutzzaun sei in Planung, der jedoch aus Kostengründen noch nicht realisiert wurde.
Gemischte Reaktionen
Die Reaktionen der Anwohner sind gemischt. Während einige die Unterkunft als Bereicherung sehen, fühlen sich andere gestört. Ein Anwohner berichtete von positiven Begegnungen: „Die Kinder spielen manchmal zusammen, das ist schön.“ Dennoch bleibt die Grundstimmung angespannt. Der Bezirksverband der Kleingärtner hat eine Petition eingereicht, die mehr Abstand zwischen Containern und Kleingärten fordert.
Die Situation zeigt die Herausforderungen bei der Unterbringung von Flüchtlingen in dicht besiedelten Gebieten. Die Stadt Berlin sucht weiter nach geeigneten Standorten, doch der Druck bleibt hoch.



