Der slowenische Schiedsrichter Slavko Vincic (46) hat seine aktive Laufbahn beendet. Dies gab der slowenische Fußballverband offiziell bekannt. Der Schritt kommt nur acht Tage nachdem Vincic das WM-Finale 2026 zwischen Spanien und Argentinien (1:0 nach Verlängerung) souverän geleitet hatte – der absolute Höhepunkt seiner Karriere.
Karrierehöhepunkt im WM-Finale
Vincic war der erste slowenische Hauptschiedsrichter in einem WM-Finale. Die emotionale Bedeutung dieser Ernennung zeigte sich, als er bei der Bekanntgabe in Tränen ausbrach. Im Endspiel bewies er Nervenstärke: Trotz hitziger Stimmung und einer Roten Karte gegen Argentiniens Star Enzo Fernandes ließ er sich nicht beirren. Seine Leistung wurde vom Internationalen Institut für Fußballgeschichte und -statistik mit der Auszeichnung als bester Schiedsrichter des Turniers gewürdigt. Zudem erhielt er den renommierten Giulio-Campanati-Preis, verliehen von einer Fachjury aus Sportdirektoren, ehemaligen Referees und Journalisten.
Auszeichnungen und Erfolge
Seit 2010 stand Vincic auf der FIFA-Liste und pfiff zahlreiche internationale Topspiele. Dazu gehören das Europa-League-Finale 2022 zwischen Eintracht Frankfurt und den Glasgow Rangers sowie das Champions-League-Endspiel 2024 zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid. Auch bei Europa- und Weltmeisterschaften war er ein gefragter Unparteiischer. Vincic galt als einer der besten Referees seiner Generation und hinterlässt eine beeindruckende Bilanz.
Der Skandal um die Sex- und Drogenparty
Neben sportlichen Erfolgen sorgte der Slowene auch für negative Schlagzeilen. Im Mai 2020 wurde er bei einer Razzia auf einer illegalen Sex- und Drogenparty in der bosnischen Stadt Bijeljina festgenommen – gemeinsam mit 34 weiteren Personen. Die Party wurde vom Instagram-Model Tijana Maksimovic („Tijana iPhone“) organisiert und stand unter Beobachtung der Polizei, da sie Teil eines Waffen-, Drogen- und Prostitutionsrings war. Die Beamten sprengten die Feier, nahmen alle Gäste fest und beschlagnahmten eine große Menge Drogen.
„Laut Polizei hatten die Männer sexuelle Dienste von Maksimovic und ihren Freundinnen in Anspruch genommen oder dies vorgehabt“, berichteten damalige Medien. Auf der Polizeiwache stellte sich jedoch heraus: Vincic hatte mit den illegalen Geschäften nichts zu tun und kannte die anderen Gäste nicht. Deshalb durfte er die Wache wieder verlassen. Der Vorfall belastete seine Karriere nicht nachhaltig – er setzte seine Erfolgsserie fort.
Mit dem Rücktritt endet eine Ära. Vincic hinterlässt als erster Slowene im WM-Finale bleibende Spuren im internationalen Fußball.



