WM-Held Schjelderup: Bewährungsstrafe wegen Sex-Video
WM-Held Schjelderup: Bewährungsstrafe wegen Sex-Video

Andreas Schjelderup, der norwegische Stürmer von Benfica Lissabon, erlebte innerhalb kurzer Zeit emotionale Extreme: Nach seinem Traumtor zum 1:0 im WM-Viertelfinale gegen England wurde er von Mitspieler Martin Odegaard auf den Schultern durchs Stadion getragen. Doch der 22-Jährige trägt eine schwere Last mit sich herum: 2025 wurde er von einem Kopenhagener Gericht zu 14 Tagen Haft auf Bewährung verurteilt, weil er ein 27 Sekunden langes Snapchat-Video mit sexuellem Material Minderjähriger an vier Freunde weitergeleitet hatte.

Der Vorfall und die Verurteilung

Das Video stammt aus dem Jahr 2024. Schjelderup leitete es unbedacht weiter, ohne sich der rechtlichen Konsequenzen bewusst zu sein. Die dänische Polizei ermittelte und informierte ihn am 23. Juni 2025 telefonisch über die Anklage. „Ich dachte, mein Leben sei vorbei“, sagte er später im Interview mit TV2. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe, die er öffentlich akzeptierte: „Leider habe ich einen dummen Fehler gemacht. Ich habe meine Strafe verbüßt und die volle Verantwortung dafür übernommen. Was ich getan habe, war unüberlegt und mir war die Tragweite der Situation nicht bewusst.“

Geheimnis und Geständnis

Monatelang behielt Schjelderup die Verurteilung für sich. Selbst nachdem er am Tag nach dem Polizeianruf das entscheidende Tor für Benfica gegen Bayern München bei der Klub-WM erzielte, schwieg er. „Mich haben daraufhin Familienmitglieder angerufen, um mir zu gratulieren. Ich habe ihnen nichts von den Ermittlungen erzählt. Es war absolut furchtbar“, erinnert er sich. Erst im September 2025 vertraute er sich seiner Familie an und veröffentlichte fast zeitgleich eine Entschuldigung auf Instagram – wohl auf Druck der norwegischen Medien, die kurz vor der Veröffentlichung der Geschichte standen.

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Reaktionen im Team und in der Öffentlichkeit

Der Vorfall löste in Norwegen heftige Diskussionen aus. Einige Kommentatoren forderten sogar seinen Ausschluss aus der Nationalmannschaft. Als die Auswahlspieler das nächste Mal zusammenkamen, interessierten sich Dutzende Journalisten nur für ihn. Im Mannschaftshotel erklärte er seinen Mitspielern wie Martin Odegaard und Erling Haaland die Situation: „Das war überhaupt nicht schön. Ich war einer der Jüngsten im Team und noch recht neu.“ Seine Teamkollegen verziehen ihm jedoch und freuten sich umso mehr über sein Tor im WM-Viertelfinale, das Norwegen ins Halbfinale brachte.

Doppelleben zwischen Held und Verurteiltem

Schjelderup führte über Monate ein Doppelleben: Auf dem Platz gefeiert, privat mit den rechtlichen Folgen kämpfend. „Es war eine unglaublich seltsame Situation. Ich wusste nicht, was ich tun sollte“, gestand er. Die Bewährungsstrafe von 14 Tagen Haft ist mittlerweile verbüßt, doch die psychische Belastung war enorm. Sein Tor gegen England im WM-Viertelfinale am 11. Juli 2026 war für ihn auch eine persönliche Befreiung. Norwegen steht nun im Halbfinale, und Schjelderup hofft, dass seine sportlichen Leistungen in den Vordergrund rücken.

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