Zeitspiel wird streng kontrolliert
Bereits jetzt müssen Torhüter den Ball innerhalb von acht Sekunden freigeben. Neu ist, dass diese Regel auch auf Einwürfe und Abstöße ausgeweitet wird. Der Schiedsrichter zählt dann sichtbar fünf Sekunden herunter. Verstöße führen zum Ballbesitzwechsel: Bei einem verzögerten Einwurf erhält der Gegner den Einwurf, bei einem zu langen Abstoß gibt es einen Eckstoß für das gegnerische Team. Auch Auswechslungen sind zeitlich begrenzt: Sie müssen innerhalb von zehn Sekunden abgeschlossen sein. Dauert es länger, muss der eingewechselte Spieler mindestens eine Minute oder bis zur nächsten Spielunterbrechung draußen bleiben.
Pause nach Behandlung ist Pflicht
Muss ein Spieler auf dem Feld behandelt werden, hat er anschließend für eine Minute das Spielfeld zu verlassen. Dies dient dem Schutz des verletzten Spielers und soll unnötige Spielunterbrechungen verhindern. Taktische Pausen, die oft als Verletzung getarnt werden, sollen so unterbunden werden. Es gibt jedoch Ausnahmen: Wenn die Behandlung nach einem Foul erfolgt, das mit Gelb oder Rot geahndet wurde, muss der Spieler nicht pausieren. Torhüter sind zunächst ausgenommen, aber es sind Tests geplant, um vorgetäuschte Verletzungen zu entlarven.
Diskussionen nur mit sichtbarem Mund
Eine neue Regel verbietet es Spielern, bei Auseinandersetzungen den Mund zu verdecken. Zuwiderhandlungen werden mit der Roten Karte bestraft. Auslöser war ein Vorfall, bei dem ein Spieler rassistische Beleidigungen äußerte und sich dabei das Trikot vor den Mund zog. FIFA-Präsident Gianni Infantino betonte, dass dies ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Rassismus sei.
Wer das Spiel abbricht, verliert
Als Reaktion auf Proteste, die zu Spielunterbrechungen führten, hat das IFAB festgelegt, dass Spieler, die aus Protest den Platz verlassen, mit Rot bestraft werden. Gleiches gilt für Offizielle, die Spieler zum Verlassen des Spielfelds anstiften. Eine Mannschaft, die den Abbruch eines Spiels verursacht, verliert grundsätzlich das Spiel.
Gelbe Karten werden früher gelöscht
Einzelne Gelbe Karten werden sowohl nach der Vorrunde als auch nach dem Viertelfinale gestrichen. Dies reduziert die Gefahr von Sperren für Schlüsselspieler, da durch die Aufstockung auf 48 Teams eine zusätzliche K.o.-Runde (Sechzehntelfinale) hinzukommt. Ein Spieler wird nach zwei Gelben Karten für ein Spiel gesperrt. Bislang verfielen die Karten erst nach dem Viertelfinale.
VAR hat mehr Befugnisse
Der Videoassistent darf künftig Eckstöße überprüfen, die direkt zu einem Tor führen. Auch Spielerverwechslungen können korrigiert werden, selbst wenn ein Spieler der falschen Mannschaft bestraft wurde. Zudem darf der VAR bei einer fälschlich gezeigten zweiten Gelben Karte (Gelb-Rot) eingreifen. Bleibt eine berechtigte Gelb-Rote Karte aus, darf der VAR jedoch nicht eingreifen.
Wetter kann zu Endlos-Spielen führen
Bei Gewitterwarnungen müssen Spiele unterbrochen werden. Sobald im Umkreis von 13 Kilometern Blitzgefahr besteht, müssen sich alle Personen in Sicherheit bringen. Die Spiele werden erst fortgesetzt, wenn innerhalb von 30 Minuten kein Blitz oder Donner mehr registriert wird. Bei erneuten Blitzen beginnt die Wartezeit von vorn. Im Notfall kann die Partie auch ganz abgesagt werden. Bei der Klub-WM führte dies zu einer Gesamtspielzeit von bis zu 280 Minuten.
Trinkpausen sind obligatorisch
Unabhängig von der Witterung wird es bei jedem der 104 Spiele nach 22 Minuten in jeder Halbzeit eine dreiminütige Trinkpause geben. Offiziell dient dies dem Schutz der Spieler vor extremen klimatischen Bedingungen. Kritiker vermuten jedoch, dass dies weitere Werbemöglichkeiten schaffen soll.



