Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 beschert der FIFA die Halbfinals, die sie sich gewünscht hat: Die vier bestplatzierten Nationen der Weltrangliste – Frankreich, Spanien, England und Argentinien – stehen in der Runde der letzten Vier. Dieses Novum ist maßgeblich der neuen Setzliste für die K.o.-Phase geschuldet, die die Topteams auf unterschiedliche Turnierbaum-Äste verteilte. Während viele Fans und Experten diese Regelung kritisieren, argumentiert ein Kommentar von Emmanuel Schneider, dass das eigentliche Problem der FIFA woanders liegt.
Setzliste ermöglicht Top-Duelle – Kritik an Favoritenhilfe
Die FIFA hat die Setzliste bereits seit der Auslosung bekannt gegeben. Sie sorgt dafür, dass die stärksten Teams erst spät im Turnier aufeinandertreffen. „Natürlich sieht die FIFA es gerne, wenn die vier stärksten Teams im Halbfinale stehen“, räumt der Verband selbst ein. Die Spiele zwischen Stars wie Kylian Mbappé, Lamine Yamal, Lionel Messi und Harry Kane lassen sich hervorragend vermarkten. Dennoch gibt es Kritik: Viele sehen in der Setzliste eine ungerechte Bevorzugung der Favoriten, die Überraschungen und Underdog-Geschichten erschwert. Schneider entgegnet: „Daran gibt es auch allerhand Kritik. Viele finden diese Modellierung des Spielplans doof, sie helfe den Favoriten, es gebe weniger Unwägbarkeiten. Für einen Aufschrei taugt das aber nicht.“
Sportliche Gerechtigkeit und Vergleiche mit Tennis
Schneider betont, dass die Konstellation der Favoriten sportlich gerecht sei: „Die Besten sollen sich am Ende messen.“ Er verweist auf das Wimbledon-Finale, in dem die Nummer eins Jannik Sinner gegen die Nummer zwei Alexander Zverev spielte – auch dort ermöglicht eine Setzliste späte Spitzenduelle. „Ernsthaft darüber beschwert hat sich niemand. Das Finale wird gefeiert.“ Zudem würden Überraschungen nicht ausgeschlossen: Titelverteidiger Argentinien brachte mehrere Geniestreiche, um gegen Kap Verde und Ägypten zu bestehen, England kämpfte gegen Mexikos Höhenluft und Norwegen, Spanien mühte sich gegen Belgien, Frankreich gegen Paraguay. „Die Halbfinals hätten gut und gerne auch Marokko gegen Belgien und Norwegen gegen Schweiz lauten können“, so Schneider.
Verschwörungstheorien und andere FIFA-Probleme
Ein größeres Problem sieht Schneider in den Schiedsrichter-Fehlentscheidungen, die Verschwörungstheorien befeuern. „Genau die werden aber zum großen Problem, wenn Favoriten wie Argentinien (keine Rote Karte gegen Messi im Auftaktspiel, zurückgenommenes Tor von Ägypten, kein Elfmeter) oder England (Spidercam-Gate) profitieren.“ Diese Theorien schadeten dem Weltverband und der Integrität des Spiels. Hinzu komme der intransparente Umgang mit dem „Fall Balogun“ und die geplante Aufblähung der WM auf 64 Teams. „Diese Probleme muss die FIFA dringend lösen, die Setzliste kann gerne bleiben“, resümiert Schneider.



