Die Vorfreude auf die 2. Bundesliga ist bei Energie Cottbus nach dem Aufstieg deutlich spürbar. Dennoch muss sich der Zweitliga-Aufsteiger für den Kampf um den Klassenerhalt verstärken. Nach der überraschenden Leihe von Luca Erlein (19) von Bayer Leverkusen hat sich die Transferstrategie von Trainer Claus-Dieter Wollitz grundlegend geändert.
Erlein als Allzweckwaffe – Kein Bedarf mehr auf der Sechs
Der Defensiv-Allrounder kann in der Abwehr nahezu jede Position besetzen. Wollitz erklärte gegenüber BILD: „Es ist meine Idee, dass Luca auch auf der Sechs spielen kann. In der U19-Nationalmannschaft hat er in der Innenverteidigung gespielt. Zwischen den beiden Positionen sehe ich nicht so viele Unterschiede, wenn einer eine so hohe Spielintelligenz hat.“ Damit ist die Suche nach einem hybriden Sechser, die Wollitz zu Beginn der Vorbereitung als Ziel ausgab, obsolet.
Die Trainer-Legende betonte zudem die Stärke des Mittelfelds: „Unser Mittelfeld ist mit Lukas Michelbrink, Leo Bittencourt und Jannis Boziaris oder auch Moritz Hannemann schon sehr ordentlich. Das ist eine gute Qualität.“ Erlein soll künftig als pendelnder Spieler agieren – mal vor der Abwehr, mal in der Innenverteidigung. Wollitz: „Wir brauchen hinten noch Stabilität. Aktuell sehe ich Luca Erlein im Abwehrzentrum zusammen mit King Manu, der immer frischer wird, oder Dominik Pelivan, der aber auch auf die Sechs rücken kann.“
Drei Positionen im Fokus: Linksverteidiger, Innenverteidiger und Stürmer
Trotz der Leihe besteht noch Handlungsbedarf. „Links gucken wir, die Defensivseite ist dort ein Riesenthema. Wenn wir einen Innenverteidiger finden, der im Schaufenster steht, und wir nicht nein sagen können, werden wir noch einmal zuschlagen. Und im Sturm werden wir noch etwas machen“, so Wollitz. Besonders die Aussage zum Sturm überrascht, da es sich nicht um einen Flügelspieler, sondern um einen klassischen Mittelstürmer handeln soll.
Der Coach präzisierte das Anforderungsprofil: „Er sollte ein Stück größer als Lucas Copado sein und einer, der mit dem Rücken zum Tor etwas anders ist und dennoch in den Halbspuren spielen kann.“ Somit könnte ein robuster Angreifer neben Erik Engelhardt (28) als Doppelspitze agieren.
Fragliche Verstärkung: Doumbia noch nicht auf Zweitliga-Niveau
In der Innenverteidigung könnte sich Wollitz zudem einen Last-Minute-Transfer offenhalten. Der von Eintracht Frankfurt ausgeliehene Fousseny Doumbia habe bis zu seiner Verletzung einen guten Eindruck hinterlassen, so der Trainer: „Was das Spiel mit dem Ball, Schnelligkeit und Spieleröffnung betrifft, war er bisher besonders gut. Das waren aber Testspiele gegen Teams bis zur Regionalliga. Jetzt weiß ich nicht, wie weit er auf diesem Zweitliga-Niveau ist.“
Doumbia wird die Generalprobe gegen Werder Bremen am Samstag (15 Uhr) wohl verpassen. Daher scheint ein weiterer Innenverteidiger sowohl qualitativ als auch quantitativ für die lange und schwere Saison notwendig. Energie Cottbus bereitet sich intensiv auf die Rückkehr in die 2. Bundesliga vor – mit einem veränderten, aber klaren Plan.



