ARD-Doku 'Love is Stronger': Die Rückkehr der Techno-Parade nach Berlin
ARD-Doku: Rückkehr der Techno-Parade nach Berlin

Der ARD-Film „Love is stronger. Von Loveparade zu Rave The Planet“ dokumentiert die Rückkehr der Techno-Parade nach Berlin. Regisseurin Britta Mischer begleitet über mehrere Jahre Loveparade-Gründer Dr. Motte (Matthias Roeingh) und seine Partnerin Ellen Dosch-Roeingh, Mitbegründerin der gemeinnützigen Organisation Rave The Planet. Der Film zeigt interne Diskussionen, organisatorische Hürden und persönliche Entscheidungen, die notwendig waren, um einen Neuanfang zu stemmen.

Vom Ku'damm zur Katastrophe

Die Dokumentation zeichnet die Anfänge der Loveparade nach: 1989 als politische Demonstration unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ über den Ku'damm. Schnell wurde sie zum Magneten für Hunderttausende und entfaltete internationale Strahlkraft. Mit dem Wachstum begann der Niedergang: steigende Kosten und Kommerzialisierung führten 2005 zum Verkauf der Marke. Dr. Motte zog sich zurück, die Parade zog nach Nordrhein-Westfalen. 2010 endete die völlig überfüllte Loveparade in Duisburg in einer Katastrophe: 21 Menschen im Alter von 17 bis 38 Jahren starben, rund 650 Besucher wurden verletzt.

Private Einblicke und Versöhnung

„Ich möchte gerne die Geschichte der Loveparade weitererzählen“, sagt Dr. Motte im Film. „Um ein Zeichen zu setzen nach der Katastrophe von Duisburg.“ Der Film zeigt ihn am BER im Telefonat mit Ellen Dosch-Roeingh und private Archivaufnahmen. „In einer Zeit multipler Krisen möchte ich mit 'Love is Stronger' Hoffnung machen, dass Versöhnung möglich ist“, erklärt Regisseurin Mischer. „Und zeigen, wie Techno seit Jahrzehnten mit wundersamer Kraft Grenzen überwindet und Menschen verbindet.“

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An einer Stelle besucht Dr. Motte den Gedenkort in Duisburg und zündet eine Kerze an. „Ich fühle mich wirklich teilschuldig“, gesteht er. Ellen Dosch-Roeingh ergänzt: „Wir müssen das Erbe von 2010, von dem Unglück von Duisburg, leider mittragen.“ Der Film zeigt, dass Dr. Mottes Projekt ohne starke Frauen kaum denkbar wäre. „Ich verliebe mich immer in Powerfrauen“, gibt der 66-Jährige zu. Dosch-Roeingh erinnert sich an einen „Mutti-Moment“ nach der Katastrophe: „Das kannst Du gerne machen – aber nur mit mir.“

Neuanfang als „Rave The Planet“

Am 9. Juli 2022 um 13.55 Uhr war es so weit: Nach einem Countdown wummern die Bässe am Ku'damm. Dr. Motte ruft an seinem 62. Geburtstag der jubelnden Menge zu: „Endlich findet die Rave the Planet Parade in der Tradition der Loveparade in Berlin statt.“ Am 15. August 2024 startet das Technospektakel zum fünften Mal auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule – wo vor 20 Jahren die letzte Loveparade in der Hauptstadt stattfand. Tausende werden erwartet, trotz eines islamistisch motivierten Anschlags drei Wochen zuvor am Rande des CSD, bei dem eine Frau getötet und 31 Menschen verletzt wurden. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht“, sagte Dr. Motte in der RBB-„Abendschau“. Nach Gesprächen mit der Polizei habe es aus behördlicher und eigener Sicht keinen Grund gegeben, die Demonstration nicht durchzuführen, so Ellen Dosch-Roeingh.

Ausstrahlung

Die ARD-Dokumentation „Love is Stronger“ ist ab 31. Juli in der ARD-Mediathek verfügbar und wird am 12. August um 22.15 Uhr im RBB-Fernsehen ausgestrahlt.

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