Paul Anka, der mit Hits wie „My Way“ und „Diana“ Generationen begeisterte, feiert heute seinen 85. Geburtstag. Der Sohn libanesisch-syrischer Eltern aus Ottawa blickt auf eine außergewöhnliche Karriere zurück, die von Teenager-Idol zum gefeierten Komponisten reicht. Dabei wimmelt es in seiner Biografie von Kuriositäten – von Tomatensuppe bis zu Beziehungen zur Mafia.
Vom Teenager zum Superstar
Bereits mit 15 Jahren gelang Anka der Durchbruch. Sein Schlager „Diana“ verkaufte sich millionenfach und machte ihn über Nacht zum umschwärmten Star. In Videos aus dieser Zeit ist der adrett gekleidete Teenager umgeben von kreischenden Fans zu sehen. Die Single war der Auftakt einer beispiellosen Karriere: Anka ist der einzige Künstler, der in sieben aufeinanderfolgenden Jahrzehnten Songs in den Billboard Hot 100 platzieren konnte – von „Diana“ (1957) bis zu späteren Werken.
Tomatensuppe als Sprungbrett
Seinen Umzug nach New York verdankte Anka einer Dose Tomatensuppe. Eine Suppenmarke hatte eine Reise in die Metropole verlost. „Drei Monate lang habe ich so viel Suppe gelöffelt, wie ich konnte – und gewonnen“, erinnerte er sich. Der Gewinner-Trip festigte seinen Traum von einer Karriere als Musiker und Komponist. Mit 15 Jahren und 100 Dollar in der Tasche stellte er sich bei ABC Paramount vor.
Hits für die Größten
Anka schrieb Welthits für Legenden: Für Frank Sinatra komponierte er „My Way“, einen der erfolgreichsten Songs aller Zeiten, später gecovert von Elvis Presley und sogar Punk-Legende Sid Vicious. Auch Barbra Streisand, Tom Jones („She's a Lady“) sowie Sonny & Cher interpretierten seine Werke. 1975 landete er mit dem Album „Feelings“ einen weiteren Welterfolg. Zudem wirkte Anka an Michael Jacksons Nummer-eins-Hit „This Is It“ mit.
„Diana“ in 20 Minuten
Sein erster großer Hit entstand im Handumdrehen. „Als ich den ersten Rock-'n'-Roll-Song hörte, dachte ich: Das kann ich auch“, so Anka. Er setzte sich ans Klavier, dachte an ein Mädchen aus seiner Schule und schrieb innerhalb von 20 Minuten den Schmachtfetzen „Diana“. Der Song wurde zur Blaupause seines Erfolgs.
Mafia-Verbindungen
Anka pflegte in den 1960er Jahren enge Kontakte zum „Rat Pack“ um Frank Sinatra und Dean Martin – und damit zur Unterwelt. Im Interview mit dem „Spiegel“ gestand er: „Wir arbeiteten seinerzeit übrigens alle – alle! – für die Mafia.“ Die Mafia, die damals „alles kontrolliert“ habe, habe ihn gemocht, weil er Geld verdiente. „Es war die aufregendste und lehrreichste Zeit meines Lebens“, sagte Anka.
Notizen auf Beinen
Seine Kreativität kennt keine Grenzen: In seiner Autobiografie schrieb Anka, dass er Einfälle sofort festhalten müsse – notfalls auf dem Bein einer Stewardess. „Solche Momente muss man festhalten und notfalls auf alles schreiben, was gerade zur Hand ist.“ So entstand auch „She's a Lady“: Die Inspiration kam auf einem Flug von London nach New York, und die Rückseite des Bordmenüs reichte, um den Welthit zu notieren.
Gesundheitsrituale
Auch mit 85 steht Anka noch auf der Bühne und seine Stimme klingt kräftig. Der Kanadier hält sich fit durch tägliche Shots aus Olivenöl und Zitronensaft sowie Selleriesaft, wie er in der Dokumentation „Paul Anka: His Way“ erzählte. Zudem verzichtet er weitgehend auf Alkohol und meidet Stress. „Ich halte mich von stressauslösenden Menschen fern“, sagte er im Interview mit „Page Six“.
Paul Anka bleibt bis heute eine prägende Figur der Musikwelt – mit einer Geschichte, die so kurios ist wie seine Hits weltberühmt.



