Alexander Zverev steht kurz vor seinem großen Ziel. Bei den French Open in Paris hat der deutsche Tennisstar das Halbfinale erreicht und will nun den letzten Schritt zum Grand-Slam-Titel machen. Nach zwei spielfreien Tagen ist er bereit für den Showdown am Freitag um 14:30 Uhr. Die Partie wird live bei Eurosport übertragen.
Zverev in Topform – nur ein Satz abgegeben
Zverev präsentiert sich in bestechender Form. Im gesamten Turnierverlauf gab er bislang lediglich einen Satz ab. Auch schwierige Phasen im Achtel- und Viertelfinale brachten den Weltranglistendritten nicht aus dem Konzept. Sein Spiel läuft rund, und die Konkurrenz ist geschwächt: Die größten Rivalen Jannik Sinner und Novak Djokovic sind bereits ausgeschieden, Titelverteidiger Carlos Alcaraz fehlt verletzt. Das eröffnet Zverev eine goldene Chance, wie Tennislegende Boris Becker betont: „Er hat eine goldene Chance.“
Kopfkino als Gefahr?
Doch die spielfreien Tage könnten auch zur Gefahr werden. Becker warnt vor dem „Kopfkino“, das bei Zverev einsetzen könnte. „Womöglich fängt sein Kopf langsam an, nachzudenken, was da passieren könnte“, so der Eurosport-Experte. Auch John McEnroe sieht die Situation klar: „Wenn er es jetzt nicht gewinnt, dann gewinnt er es wahrscheinlich nie.“ Zverev selbst lässt sich auf solche Diskussionen nicht ein. Stattdessen wiederholt er nach jedem Match: „Ich muss meinem Spiel und mir selbst vertrauen.“
Gegner Mensik – ein unterschätzter Profi
Im Halbfinale trifft Zverev auf den Tschechen Jakub Mensik. Der 20-Jährige gilt als einer der am meisten unterschätzten Profis auf der Tour. Sein bislang größter Erfolg war der Masters-Sieg in Miami 2025, bei dem er Djokovic besiegte. Nun will er auch Zverevs Titelträume platzen lassen: „Ich freue mich auf die Herausforderung.“ Allerdings plagen Mensik Fitnessprobleme. Nach seinem Viertelfinalsieg gegen João Fonseca musste er die Pressekonferenz wegen eines Krampfes unterbrechen. Bereits in der zweiten Runde war er nach dem Matchball von Krämpfen geplagt zusammengesackt. „Da war ich einfach nur froh, noch am Leben zu sein“, sagte Mensik.
Zverevs schmerzhafte Erinnerungen an Roland Garros
Die Bilder von Mensiks Krämpfen dürften Zverev an eigene schmerzhafte Erlebnisse in Roland Garros erinnern. Vor vier Jahren trat er hier in Topform an und wollte Rafael Nadal im Halbfinale besiegen. Doch dann knickte er um und zog sich einen mehrfachen Bänderriss im rechten Fuß zu – er wurde mit dem Rollstuhl vom Platz geschoben. Auch das verlorene Finale vor zwei Jahren gegen Alcaraz im Fünfsatzkrimi schmerzt noch. Hinzu kommen die Niederlagen in den Grand-Slam-Endspielen der US Open 2020 und Australian Open 2025.
Freundin Thomalla bereit für Titelparty
Sollte es diesmal mit dem ersehnten Triumph klappen, will auch Freundin Sophia Thomalla nach Paris reisen. Die Moderatorin war zuletzt beruflich eingebunden, würde dann aber Zverevs Team mit Vater, Mutter, Bruder, Oma, Kumpels und Dackel Mishka vervollständigen. Doch Zverev lebt nicht im Konjunktiv – er konzentriert sich auf das Hier und Jetzt.
Das Endspiel findet am Sonntag statt. Im zweiten Halbfinale stehen sich Flavio Cobolli und Matteo Arnaldi gegenüber. Zverev ist der klare Favorit, doch er muss seine mentale Stärke bewahren, um die goldene Chance zu nutzen.



