Tour de France: Rekordtempo bei 11. Etappe – Pogacar staunt beim Pinkeln
Tour de France: Rekordtempo bei 11. Etappe – Pogacar staunt

Rekordjagd auf der 11. Etappe: 50,91 km/h Durchschnitt

Die 11. Etappe der Tour de France zwischen Vichy und Nevers (161,3 km) ging als schnellste Etappe der Geschichte in die Annalen ein. Das Portal Procyclingstats ermittelte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,91 km/h. Damit wurde der bisherige Rekord von 50,36 km/h aus dem Jahr 1999 (4. Etappe, Sieger Mario Cipollini vor Erik Zabel) deutlich übertroffen. Der viermalige Tour-Champion Tadej Pogacar bemerkte das außergewöhnliche Tempo bereits während einer Toilettenpause. „Als wir angehalten haben, um auf die Toilette zu gehen, war es der Wahnsinn, wieder zurückzukommen“, sagte der Slowene. „Oh, heute werden wir tatsächlich schnell ins Ziel kommen“, habe er sich gedacht, berichtete der Ausnahme-Athlet.

Søren Wærenskjold nutzt vierte Sprintchance

Der Norweger Søren Wærenskjold triumphierte im chaotischen Massensprint und feierte seinen ersten Etappensieg bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. Der Niederländer Olav Kooij wurde Zweiter, Jasper Philipsen aus Belgien zunächst Dritter, wurde jedoch nach einer Juryentscheidung zurückgestuft. Bester Deutscher war Pascal Ackermann als Neunter, Max Kanter aus Cottbus belegte Rang 17. „Es war eine schnelle Etappe, es war eigentlich wie erwartet“, sagte Ackermann in der ARD. Dabei seien die letzten zehn Kilometer „die langsamsten vom ganzen Tag“ gewesen. Pogacar erklärte das hohe Tempo mit der starken Ausreißergruppe: „Heute gab es zum Beispiel eine starke Ausreißergruppe. Deshalb muss das Tempo hoch sein.“

Sturzschock bei Georg Zimmermann

Rund 30 Kilometer vor dem Ziel war der Augsburger Georg Zimmermann in einen Sturz verwickelt. Fernsehbilder zeigten den 28-jährigen ehemaligen deutschen Meister auf dem Boden liegend, während Rennärzte ihn medizinisch versorgten. Er konnte später aufstehen und das Ziel erreichen. Im Vorjahr hatte Zimmermann die Tour nach einem Sturz vor der zehnten Etappe aufgeben müssen. Der Vorfall ereignete sich an einer Verpflegungsstelle, wo Teammitarbeiter den Fahrern Beutel reichten. Neben Zimmermann waren auch andere Profis betroffen. Die genaue Ursache war zunächst nicht ersichtlich.

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Gesamtwertung unverändert: Pogacar weiter in Gelb

In der Gesamtwertung änderte sich nichts. Tadej Pogacar trug zum 60. Mal das Gelbe Trikot und führt das Klassement an. Sein dänischer Rivale Jonas Vingegaard liegt 3:36 Minuten zurück, Remco Evenepoel hat knapp vier Minuten Rückstand. Florian Lipowitz belegt den sechsten Platz.

Philipsen im Zwischensprint erfolgreich, Kanter spart Energie

Im Zwischensprint rund 130 Kilometer vor dem Ziel setzte sich Jasper Philipsen vor Max Kanter und dem Grüne-Trikot-Träger Mads Pedersen durch. Philipsen, der bei den ersten drei Sprinttagen erfolglos blieb (bestes Resultat Platz vier), zeigte sich zuletzt zerknirscht. „Wenn man nicht gewinnen kann, kommen immer Zweifel auf. Kann ich es noch? Wo ist meine Geschwindigkeit geblieben? Diese Zweifel bleiben“, wurde er von Sporza zitiert. Teamkollege Mathieu van der Poel stärkte ihm den Rücken: „Die gesamte Mannschaft steht hinter ihm und wir glauben, dass Jasper gewinnen kann, wenn alles gut läuft.“ Max Kanter zog derweil Kraft aus dem Ruhetag: „Wir konnten uns etwas erholen“, sagte er bei Eurosport. Nach der harten Kletterpartie im Zentralmassiv hätten einige Profis ihre Beine wieder aufwachen lassen müssen. „Für mich lag der hauptsächliche Fokus darauf, möglichst viel Energie zu sparen.“

Ausblick auf die 12. Etappe

Am Donnerstag steht die 12. Etappe an, die erneut den Sprintern liegen dürfte. Gestartet wird auf der Rennstrecke von Magny-Cours bei Nevers, wo Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher achtmal triumphierte. Über 179,1 Kilometer geht es Richtung Osten nach Chalon-sur-Saône.

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