Ex-FDP-Chef Dürr wird Geschäftsführer bei E-Fuel-Start-up
Ex-FDP-Chef Dürr steigt bei E-Fuel-Start-up ein

Der frühere FDP-Vorsitzende Christian Dürr wechselt in die Wirtschaft. Der Diplom-Ökonom wird zum 1. August Geschäftsführer des Münchner Start-ups GLE360, das den noch jungen Markt für synthetische Kraftstoffe erschließen will, wie Dürr selbst der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte. Die Abkürzung GLE steht für Green Liquid Energy.

Vom Parteichef zum Start-up-Manager

Dürr war bis Mai Vorsitzender der Freien Demokratischen Partei (FDP). Die im vergangenen Jahr gegründete GLE360 GmbH stellt eine Plattform bereit, um internationale Lieferanten von synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels) mit europäischen Kunden zusammenzubringen. Der Niedersachse Dürr hatte sich in der Zeit der Ampelregierung als FDP-Fraktionschef für einen technologieoffenen Klimaschutz eingesetzt. Dabei verteidigt er die alternativen Kraftstoffe auch trotz hartnäckiger Kritik von Expertinnen und Experten.

E-Fuels als politisches Steckenpferd

Die FDP machte sich dafür stark, Autos mit Verbrennungsmotor auch nach 2035 noch in der EU neu zuzulassen, wenn sie mit E-Fuels betrieben werden. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Ein Start-up, das den Markt für E-Fuels voranbringen will, passt genau zu dem, wofür ich mich auch politisch stark gemacht habe“, sagte Dürr der Nachrichtenagentur dpa. Sämtliche Autos und Lkw mit Strom zu betreiben, werde technisch und wirtschaftlich nicht funktionieren. „Die Elektromobilität ist eine Option, aber es braucht dringend Alternativen wie E-Fuels.“ Bezahlbare Energie sei der Schlüssel für einen attraktiven Wirtschaftsstandort und mehr Wettbewerbsfähigkeit.

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Karriere nach dem politischen Absturz

Dürr war in der vergangenen Wahlperiode Vorsitzender der FDP-Fraktion im Bundestag gewesen. Nach dem Ausscheiden der Liberalen aus dem Parlament bei der Bundestagswahl 2025 übernahm er den Parteivorsitz. Im vergangenen Mai trat der 49-Jährige beim Bundesparteitag nicht erneut an, sondern überließ nach einem internen Machtkampf die Führung der Liberalen Wolfgang Kubicki. Nun beginnt für Dürr ein neues Kapitel in der Privatwirtschaft, wo er seine politischen Überzeugungen in die Praxis umsetzen will.

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