US-Luftschläge gegen Iran: Vorbereitung auf umfassendere Operationen
US-Luftschläge gegen Iran: Vorbereitung auf Großangriff

US-Angriffswelle zielt auf Irans Küstenabwehr

Das US-Militär hat eine 90-minütige Angriffswelle gegen Ziele im Iran abgeschlossen. Das US-Zentralkommando Centcom teilte mit, durch die Angriffe sei „die Fähigkeit des Iran, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus anzugreifen, weiter geschwächt“ worden. Es sei „Präzisionsmunition gegen Küstenabwehrsysteme sowie Lager- und Abschussstellen für Marschflugkörper auf der Insel Große Tunb eingesetzt“ worden. Die Insel liegt nahe der Straße von Hormus, einer für den weltweiten Öl- und Flüssiggashandel entscheidenden Meerenge.

Die iranische Nachrichtenagentur Mehr wies Berichte über Explosionen nahe der zentralen Metropole Schiras zurück; die Geräusche seien auf Bergbauarbeiten zurückzuführen. Bei einem US-Luftangriff auf eine Kaserne in Iranschahr in der Provinz Sistan und Belutschistan wurden nach iranischen Angaben sieben Soldaten getötet und mehrere verletzt. Der Stützpunkt sei mit 13 Raketen angegriffen worden.

Insider: Angriffe bereiten umfassendere Einsätze vor

Die jüngsten US-Angriffe auf den Iran dienen Insidern zufolge nicht nur der Sicherung der Straße von Hormus, sondern auch der Vorbereitung möglicher umfassenderer Militäroperationen. Die Bombardements sollten die iranische Luftabwehr, Radaranlagen und Raketenstellungen schwächen, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute US-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Dies erweitere die militärischen Optionen von US-Präsident Donald Trump. Ein Insider sprach von vorbereitenden Maßnahmen für den Fall, dass die US-Streitkräfte den Befehl für intensivere Einsätze erhielten. Das US-Verteidigungsministerium reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

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Trotz schwerer Verluste seit Beginn der US-israelischen Angriffe Ende Februar verfügt der Iran weiter über ein beträchtliches Drohnen- und Raketenarsenal, mit dem es unter anderem Tanker in der Straße von Hormus angreift. Das US-Militär hat einem Reuters-Bericht vom März zufolge Pläne für eine Truppenentsendung an die iranische Küste ausgearbeitet, um die Wasserstraße besser zu sichern. Dabei sei auch der Einsatz von Bodentruppen auf der Insel Charg diskutiert worden, über die 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt werden. Eine solche Operation gilt als riskant, da der Iran die Insel vom Festland aus mit Raketen und Drohnen unter Beschuss nehmen könnte. Trump hatte am Dienstag erklärt, er habe das Militär angewiesen, die Ölanlagen auf Charg bei bisherigen Angriffen zu verschonen.

Iran: Kein Grund zur Einhaltung von US-Vereinbarung

Der Iran sieht nach Aussage von Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf keinen Grund, sich an eine Absichtserklärung mit den USA zu halten, wenn das Land nicht davon profitiere. Die Islamische Republik befinde sich in einem existenziellen Krieg gegen die USA, deren Ziel es sei, das iranische System zu stürzen und das Land zu spalten. Die Streitkräfte hätten freie Hand, um der Aggression des Feindes entgegenzutreten. Zugleich betonte Ghalibaf, dass auch Diplomatie und Verhandlungen eingesetzt werden müssten, um nationale Interessen zu wahren.

Ein bekannter iranischer Politiker, Mohammed-Dschwad Laridschani, forderte sein Land zur Bereitschaft für einen jahrelangen Krieg mit den USA auf. „Was die Gefahr eines Krieges fernhält, ist unsere vollständige Bereitschaft zur Verteidigung“, sagte er im Staatsfernsehen. „Wenn die USA spüren, dass der Iran sogar auf einen zwei- oder dreijährigen Krieg vorbereitet ist, werden sie begreifen, dass sie den Krieg nicht fortsetzen sollten.“ Er forderte die Einstellung auf eine Kriegswirtschaft, um die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung zu steigern.

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USA weiten Sanktionen gegen Irans Ölsektor aus

Die USA haben ihre Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor ausgeweitet, insbesondere gegen das Netzwerk des Öl-Magnaten Mohammed Hossein Schamchani. Finanzminister Scott Bessent erklärte, sein Ressort habe zudem Vermögenswerte in Höhe von 130 Millionen Dollar (rund 114 Millionen Euro) eingefroren, die in mehreren digitalen Geldbörsen mit Verbindung zur iranischen Zentralbank lagerten. Die US-Regierung wirft den iranischen Revolutionsgarden vor, Ölexporte unter anderem nach China über Scheinfirmen zu verschleiern und die Einnahmen an die Führung in Teheran umzuleiten. Die Sanktionen richten sich gegen mehr als 50 Menschen, Unternehmen und Schiffe. Insgesamt hat das Finanzministerium mittlerweile Sanktionen gegen mehr als 200 Personen, Unternehmen und Schiffe verhängt, die innerhalb von Schamchanis Strukturen tätig sind.

Die Sanktionen wurden verhängt, nachdem die US-Armee die vierte Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen und die Seeblockade gegen iranische Häfen wieder aufgenommen hatte. Der Iran griff im Gegenzug Ziele in Kuwait, Jordanien und Bahrain an. Bei den jüngsten US-Angriffen auf den Süden Irans wurden nach Regierungsangaben mindestens 30 Zivilisten getötet und mehr als 260 verletzt. 222 Verletzte seien inzwischen aus Kliniken entlassen worden.

Israelisch-libanesische Gespräche: Fortschritte bei Pilotzonen

Die direkten Friedensverhandlungen zwischen Israel und dem Libanon in Rom sind nach US-Angaben nach zwei Tagen produktiver und positiver Gespräche beendet worden. Die Teilnehmer hätten sich auf die Struktur und die Richtlinien für die sogenannten Pilotzonen verständigt, aus denen sich die israelische Armee schrittweise zurückziehen soll. Die Vereinbarung über diese Pilotzonen soll in den kommenden Tagen abgeschlossen und umgesetzt werden. Ziel sei ein umfassendes Abkommen zwischen Israel und dem Libanon. Ende Juni hatten sich beide Seiten unter US-Vermittlung auf ein Rahmenabkommen geeinigt.

Der Irak hat seine Banken angewiesen, neue US-Sanktionen gegen mutmaßliche Unterstützer-Netzwerke der libanesischen Hisbollah und des Islamischen Staats umzusetzen. Die Hisbollah wird von den USA als Terrororganisation eingestuft und vom Iran unterstützt. Viele proiranische Milizen im Irak haben großen militärischen und politischen Einfluss; ihre Entwaffnung stellt eine enorme Herausforderung für die irakische Regierung dar.

Weitere Entwicklungen: Britischer Häftling, israelischer Soldat, Hinrichtung

Der im Iran inhaftierte Brite Craig Foreman ist zu zwei weiteren Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er mit der Presse gesprochen habe. Foreman und seine Frau Lindsay waren im Februar wegen Spionagevorwürfen zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Beide befinden sich seit Wochen im Hungerstreik und haben viel Gewicht verloren. Die britische Regierung hatte die Verurteilung als „absolut empörend“ bezeichnet.

Ein israelischer Soldat wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil er Videos von der israelischen Raketenabwehr an einen iranischen Agenten weitergegeben hatte. Er hatte die Aufnahmen während des zwölftägigen Kriegs zwischen Israel und dem Iran 2025 über Telegram übermittelt und dafür eine Bezahlung erhalten. Das Gericht berücksichtigte, dass er keine dienstlichen Informationen preisgab und den Kontakt selbst meldete.

Im Iran wurde die Todesstrafe gegen Mohammed Amini Dehaghani vollstreckt, der bei regierungskritischen Protesten im Januar einen Molotowcocktail geworfen haben soll. Er wurde wegen „Korruption auf Erden“ und „Krieges gegen Gott“ schuldig gesprochen. Teheran räumte nach den Protesten mehr als 3000 Tote ein.