Hans Weijs und sein belgischer Beifahrer Bjorn Degandt haben die Rallye ADAC Mittelrhein am Wochenende gewonnen. Das Duo im Toyota Yaris GR startete als Spitzenreiter in den finalen Sonntag und verwaltete den Vorsprung souverän. Nach 13 anspruchsvollen Wertungsprüfungen betrug der Abstand zur Konkurrenz 54,7 Sekunden.
„Die Prüfungen in den Weinbergen sind die besten, die es im Rallyesport gibt. Wir haben dort am Samstag voll angegriffen, einen großen Vorsprung herausgeholt und den am Sonntag sicher nach Hause gefahren. Es ist ein tolles Gefühl, dieses hochprofessionelle Event gewonnen zu haben“, freute sich der Niederländer.
Griebel erbt den DRM-Sieg und übernimmt die Tabellenführung
Armin Kremer und seine Co-Pilotin Jennifer Lerch belegten im Škoda Fabia RS Rally2 den zweiten Gesamtrang. Doch das Team startet ebenso wie das Siegerduo nicht in der Deutschen Rallye-Meisterschaft. Dadurch ging der Sieg im dritten Lauf der DRM an Marijan Griebel, der gemeinsam mit Ella Kremer im Škoda Fabia RS Rally2 als bester DRM-Starter auf Rang drei ins Ziel kam. Der Lokalmatador ist damit neuer Tabellenführer der DRM.
„Ich hätte nach vier Gesamtsiegen gern ein fünftes Mal gewonnen, aber wir wussten bereits nach der Hälfte der Distanz, dass es diesmal ganz schwer wird. Dann kam der Plattfuß dazu und von da an haben wir uns darauf konzentriert, die DRM-Führung nach Hause zu bringen“, erklärte Griebel.
Satorius und Rostek sichern sich Podestplätze in der DRM
Björn Satorius und Nico Otterbach belohnten sich für eine starke Leistung im Toyota GR Yaris Rally2 mit Platz vier im Gesamtklassement. In der DRM-Wertung bedeutet das Rang zwei. „Wir haben das Maximum herausgeholt und sind total zufrieden und erleichtert, in dieser Saison endlich einmal sauber durchgekommen zu sein. Wir hatten nur einen kleinen Abflug in den Weinbergen, aber danach lief alles perfekt“, sagte Satorius.
Dennis Rostek und Stefan Kopczyk komplettierten im Škoda Fabia RS Rally2 das DRM-Podium. Zusätzlich siegten sie bei den DRM2 Masters. Rostek sagte: „Bei einem Lauf zur Deutschen Meisterschaft Dritter zu werden, ist schon etwas Besonderes. Vor allem am Samstag war es in den Weinbergen sehr heiß, da konnte ich aufgrund meiner Fitness eine Wertungsprüfung gewinnen. Insgesamt bin ich nicht unzufrieden.“
Pusch gewinnt in DRM4, Dahms triumphiert bei den Classic
In der DRM4-Klasse feierten Patrick Pusch und Tilmann Bößert ihren dritten Saisonsieg in Folge. Der Opel Corsa Rally4 war auch an der Mosel nicht zu schlagen. „Beide Tage liefen gut. Am Sonntag haben wir uns ausschließlich darauf konzentriert, Platz eins sicher ins Ziel zu bringen. Auf der Power Stage habe ich leider einen Fehler gemacht, das hat Punkte gekostet. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Das Auto lief wie immer perfekt, allerdings ist unser Dashboard kaputtgegangen. Wurmbrand Racing hat uns zum Glück ein neues geliehen, sonst hätten wir alt ausgesehen“, verriet Pusch.
Tom Kässer und Sarah Pfaff versuchten im Peugeot 208 Rally4 alles, mussten sich am Ende aber mit dem zweiten Platz begnügen. Kässer: „Wir haben zu Beginn nicht unseren Rhythmus gefunden, sind aber immer besser in Schwung gekommen. Heute wollten wir auf der letzten Schleife voll angreifen, aber dann ist die Servolenkung ausgefallen. Wir haben das Beste daraus gemacht, aber an Attacke war leider nicht mehr zu denken.“
In der DRM3-Klasse holten Leonard Weiss und Nick Hainke im Ford Fiesta Rally3 ihren ersten Saisonerfolg. Die DRM Junior-Wertung entschieden Yves Volte und Fabian Peter für sich. Bei den DRM Classic fuhren Andreas Dahms und Paul Schubert den zweiten Sieg in Folge ein und setzten sich an der Tabellenspitze ab.
Extreme Bedingungen in den Weinbergen und ein Kristoffersson-Spektakel
Die Rallye ADAC Mittelrhein gilt als eine der schwierigsten Veranstaltungen im DRM-Kalender. Vor allem am Samstag forderten die engen Weinbergspfade hoch über der Mosel den 77 startenden Teams alles ab. Tückische Kuppen, Spitzkehren und unterschiedliche Fahrbahnbeläge machten die Jagd nach Sekunden zur Schwerstarbeit. Bei Temperaturen im Cockpit von bis zu 60 Grad Celsius mussten die Piloten höchste Konzentration zeigen. Trotz der Hitze verfolgten 5000 Zuschauer an den Wertungsprüfungen das Spektakel und feuerten die Fahrer an.
Am finalen Sonntag standen die schnelleren Eifel-Prüfungen auf dem Programm. Mann des Tages war Rallycross-Weltmeister Johan Kristoffersson, der im Porsche 911 Rally GT mit Beifahrer Dennis Zenz alle vier Tagesprüfungen gewann. Damit verbesserte sich der Schwede vom neunten auf den sechsten Gesamtrang. „Es war ein tolles Erlebnis, hier zu starten. Die Prüfungen in den Weinbergen haben viel Spaß gemacht, lagen allerdings unserem Porsche nicht so. Gegen Ende von Tag eins hatten wir noch Probleme mit dem Stoßdämpfer und haben viel Zeit verloren. Deshalb war unser Plan für Sonntag, maximal zu pushen und das hat sehr gut geklappt“, zog Kristoffersson nach seinem ersten Rallye-Einsatz in Deutschland ein positives Fazit.
Um 13:49 Uhr wurden die Sieger auf der Zielrampe in Wittlich bei Bungert Mode gefeiert. Die drei Bestplatzierten jeder Klasse erhielten dort ihre Pokale vor zahlreichen Fans.
Ergebnisse und Zwischenstand
Das Gesamtergebnis der Rallye ADAC Mittelrhein wurde von den Nicht-DRM-Teams angeführt. Hans Weijs (Toyota Yaris GR) gewann vor Armin Kremer (Škoda Fabia RS Rally2), Marijan Griebel (Škoda Fabia RS Rally2), Björn Satorius (Toyota GR Yaris Rally2) und Kevin Van Deijne (Škoda Fabia RS Rally2).
In der DRM-Fahrerwertung führt Marijan Griebel mit 69 Punkten vor Philip Geipel (62) und Chris Gropengiesser (61). Carsten Mohe und Björn Satorius liegen mit jeweils 47 Punkten gleichauf dahinter.
Die nächste Runde der Deutschen Rallye-Meisterschaft ist die ADAC Saarland-Pfalz Rallye am 16. August. Die TV-Übertragung der Rallye Mittelrhein zeigt „PS – DRM Deutsche Rallye-Meisterschaft“ am Sonntagabend um 19:15 Uhr.



