Hocke/Kunkel trainieren wieder in Berlin – Olympia 2030 im Fokus
Hocke/Kunkel trainieren wieder in Berlin, Ziel Olympia 2030

Das deutsche Paarlaufen hat ein neues Duo im Aufgebot: Annika Hocke und Robert Kunkel sind zurück am Bundesstützpunkt Berlin. Nach vier Jahren im italienischen Bergamo will sich das Paar künftig wieder in der Heimat auf seine sportlichen Ziele vorbereiten – ganz oben steht die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2030 in Frankreich.

Der Wechsel ist mit einem Trainerwechsel verbunden: Nolan Seegert, der neue Bundesstützpunkttrainer der Deutschen Eislauf-Union (DEU), übernimmt die Betreuung der beiden Eiskunstläufer. Hocke und Kunkel hatten sich bewusst für diesen Schritt entschieden. „Wir wollen die Vorteile, die Berlin mit der medizinischen Versorgung, der Physiotherapie und dem Standort bietet, nutzen. Das Wichtigste für uns war immer der Trainer, den es mit Nolan nun für uns gibt, und es ist auch schön, wieder zu Hause zu sein“, wird Robert Kunkel in einer Mitteilung der DEU zitiert.

Bereits im Juni haben die beiden ihre Vorbereitung in der Hauptstadt aufgenommen. Damit endet ein Kapitel, das sie 2021 nach Oberitalien geführt hatte. In Bergamo suchten sie das intensive Trainingsumfeld mit internationalen Teams – eine Erfahrung, die sportlich wertvoll war, aber auch ihre Spuren hinterließ.

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Berlin wird zum Zentrum des deutschen Paarlaufs

Mit der Rückkehr von Hocke und Kunkel versammelt Berlin nun gleich zwei Weltklasse-Paare auf einer Eisfläche. Neben ihnen trainieren auch Minerva Hase und Nikita Volodin am Bundesstützpunkt. Das Paar gilt als Weltmeister und Olympia-Dritter und wird weiterhin von Knut Schubert betreut. Die Konzentration der Top-Paare in Berlin wertet den Standort erheblich auf.

Für die DEU ist die gemeinsame Trainingsbasis ein strategischer Gewinn. Die unmittelbare Konkurrenz, der fachliche Austausch und die parallele Nutzung der Infrastruktur können das Leistungsniveau im deutschen Paarlauf insgesamt heben. Beide Paare trainieren zwar mit unterschiedlichen Zielen, profitieren aber voneinander.

Ein neuer Trainer mit neuen Impulsen

Nolan Seegert ist für Hocke und Kunkel der entscheidende Grund für die Rückkehr. Die Zusammenarbeit sei frühzeitig intensiv diskutiert worden, berichten die Sportler. Seegert bringe frische Ideen in das Training und verstehe es, die Stärken des Paares gezielt zu entwickeln. Die DEU setzt mit seiner Berufung auf einen Trainer, der den Standort Berlin langfristig prägen soll.

Die ersten Monate in Berlin sind für die Neuverpflichtung bereits zur Chefsache geworden. Seegert koordiniert die Trainingspläne der Paare und sorgt dafür, dass die vorhandenen Ressourcen optimal genutzt werden. Die medizinische Betreuung, die in Bergamo nicht durchgehend gewährleistet war, steht in Berlin ganzjährig zur Verfügung.

Zurück in der Heimat: Ein Gefühl von Ankunft

Für Annika Hocke und Robert Kunkel hat die Rückkehr auch eine emotionale Dimension. Beide sind in der Region Berlin-Brandenburg sozialisiert, haben hier das Laufen gelernt und ihre ersten Wettkämpfe bestritten. „Es ist schön, wieder zu Hause zu sein“, betont Kunkel. Diese Vertrautheit soll sich in stabilen Trainingsbedingungen und kürzeren Wegen niederschlagen.

Der Neustart in der Heimat erfolgt nicht aus einem Gefühl des Scheiterns heraus. Die sportliche Bilanz der vergangenen Jahre kann sich sehen lassen: Bei den Olympischen Spielen 2022 belegte das Paar Rang zehn, bei den Weltmeisterschaften wurden sie als Siebte geführt. Diese Ergebnisse bleiben Referenzpunkte für die kommenden Aufgaben.

Olympia 2030: Ein langfristiges Projekt

Mit Blick auf die Winterspiele 2030 in den französischen Alpen haben Hocke und Kunkel einen ausgesprochenen Fernplan. Die Veranstaltung findet an mehreren Orten statt, darunter Nizza und die Skigebiete der Region. Für das Paar bedeutet das: noch vier bis fünf Jahre intensives Training, Wettkampfpraxis und kontinuierliche Weiterentwicklung.

Bis dahin gilt es, sich Schritt für Schritt zu verbessern. Die Konkurrenz in Deutschland ist aus Sicht der beiden ein Ansporn. Wer sich im nationalen Vergleich durchsetzt, erhält die besten Chancen auf internationale Startplätze. Die aktuellen Weltcup-Saisons und die Deutschen Meisterschaften werden wichtige Meilensteine auf diesem Weg sein.

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Standort mit Tradition und Perspektive

Berlin ist als Bundesstützpunkt ein traditionsreiches Pflaster für den Eiskunstlauf. Schon in der Vergangenheit wurden hier sportliche Glanzlichter gesetzt. Die erneute Bündelung von Top-Paaren könnte dieser Tradition ein weiteres Kapitel hinzufügen. Die DEU hofft, dass die neuen Konstellationen auch die Nachwuchsarbeit beleben.

Die Trainingsgruppe am Stützpunkt wird damit nicht nur größer, sondern auch heterogener. Neben den beiden Weltklasse-Paaren gibt es weitere Athletinnen und Athleten, die vom Umfeld profitieren. Die Verantwortlichen glauben, dass dieser Synergieeffekt auf Dauer zu mehr internationalen Erfolgen führt.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Schritt nach Berlin die erhoffte Wirkung entfaltet. Hocke und Kunkel sind zuversichtlich, dass sie mit dem neuen Team ihre Leistungen stabilisieren und ausbauen können. Die Olympia-Qualifikation ist das erste große Etappenziel, bevor dann das große Event 2030 in den Fokus rückt.