Deutsche Olympia-Hoffnung enthüllt: "Jeder hat ein bisschen Angst"
Die Olympischen Spiele sind für Athleten nicht nur eine Quelle der Freude und des potenziellen Ruhms, sondern auch ein Ort, an dem die Furcht vor dem Scheitern und der damit verbundene immense psychische Druck allgegenwärtig sind. Die deutsche Skilangläuferin Laura Gimmler, die am Dienstag im Sprint um eine Medaille kämpft, äußerte sich in einem offenen Gespräch über diese emotionalen Herausforderungen.
"Wer das nicht zugibt, der ist nicht ehrlich"
Die 32-jährige Oberstdorferin, die gemeinsam mit Teamkollegin Coletta Rydzek zu den Finalkandidatinnen zählt, betonte: "Ich glaube jeder, der hier steht und viel vorhat, hat irgendwo ein bisschen Angst". Sie fügte hinzu, dass Athleten, die dies nicht eingestehen, ihrer Meinung nach nicht ehrlich mit sich selbst umgehen. Gimmler beschrieb ihr eigenes Gefühl nicht als überwältigende Panik, sondern als eine gelegentlich aufflammende, kleine Angst, die eher mit der persönlichen Enttäuschung als mit dem reinen Versagen verbunden sei.
Der selbstgemachte Druck und die Taktik dagegen
Laut Gimmler erzeugt sich ein Athlet oft selbst einen erheblichen Druck, insbesondere nach einer Serie erfolgreicher Rennen, die auch bei Olympia bestätigt werden sollen. "Man hat viele gute Rennen gezeigt und will das dann auch bei Olympia schaffen. Da entsteht dann manchmal eine kleine Angst", erklärte sie. Ihre Strategie, um mit dieser Angst umzugehen, ist direkt und mutig: Sich der Furcht zu stellen. "Der Weg von der Angst weg führt nur durch die Angst hindurch", lautet ihr Motto, das sie als entscheidenden mentalen Ansatz für den Wettkampf betrachtet.
Ihre Worte unterstreichen die psychologischen Aspekte des Spitzensports, die oft im Schatten der physischen Leistungen stehen. Gimmler und Rydzek bereiten sich nun auf den Prolog um 9.15 Uhr und die K.o.-Runden ab 11.45 Uhr vor, wobei ihre offene Haltung gegenüber der Angst als möglicher Stärke im harten Wettkampf um eine Sprintmedaille dienen könnte.



