Ruder-EM: Deutsches Gold nach 13 Jahren – Zeidler mit Bestzeit
Ruder-EM: Gold nach 13 Jahren, Zeidler mit Rekord

Varese – Der Männer-Doppelvierer hat die Durststrecke bei den Europameisterschaften im italienischen Varese beendet. Nach 13 Jahren gewann das deutsche Boot wieder Gold in dieser olympischen Bootsklasse. Die Crew mit Marc Weber (Frankfurt), Felix Heinrich (Braunschweig), Jonas Gelsen (Frankfurt) und Ole Hohensee (Stralsund) kontrollierte das Finale von Beginn an und verwies Polen sowie Kroatien mit einem souveränen Rennen auf die Plätze zwei und drei.

„Wir haben gesagt, wir fahren heute Vollgas los und werden schon nicht die Langsamsten auf den letzten 1.000 Metern sein. Und im Prinzip ist das aufgegangen“, sagte Bugmann Weber. Der 28-Jährige vom Frankfurter Ruderclub Germania schwärmte nach dem Erfolg: „Es war definitiv mit das beste Rennen von uns im Doppel-Vierer und eines der schönsten, was ich in meiner Karriere gefahren bin.“ Für den deutschen Ruderverband war es die erste Goldmedaille in dieser Bootsklasse seit über einem Jahrzehnt – ein Signal für die kommenden Weltmeisterschaften.

Para-Doppelzweier verteidigt EM-Titel

Bereits für den ersten deutschen Goldmedaillengewinn des Tages hatten zuvor die Para-Ruderer gesorgt. Jasmina Bier aus Hamburg und Paul Umbach aus Nürtingen setzten sich im Para-Mixed-Doppelzweier (PR2) in einem packenden Endlauf knapp gegen die ukrainische Auswahl durch. Damit verteidigten sie ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich und krönten eine starke Leistung in der Bootsklasse für Ruderer mit Beeinträchtigung.

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Frauen-Boote gewinnen Silber

Der neu formierte deutsche Frauen-Vierer mit Hannah Reif (Frankfurt), Paula Hartmann (Mainz), Annabelle Bachmann (Ingelheim) und Pia Greiten (Osnabrück) sicherte sich mit einem beherzten Schlussspurt Silber hinter Großbritannien. In einem engen Rennen mussten sich die vier deutschen Frauen nur dem britischen Spitzenboot geschlagen geben. Kurz darauf folgte im Frauen-Doppelvierer die nächste Silbermedaille: Maren Völz (Potsdam), Juliane Faralisch (Frankfurt), Johanna Debus (Offenbach) und Frauke Hundeling (Hannover) lieferten der Schweiz ein intensives Duell und belegten am Ende einen ausgezeichneten zweiten Rang.

Bronze für den Männer-Vierer

Die deutsche Medaillenausbeute des ersten Finaltags wurde durch den Männer-Vierer abgerundet. René Schmela (Berlin), Jasper Angl (Münster), Benedict Eggeling (Hamburg) und Mark Hinrichs (Limburg) sicherten sich in einem von Großbritannien gewonnenen Rennen die Bronzemedaille. Damit standen für den Deutschen Ruderverband nach den ersten Entscheidungen bereits fünf Medaillen zu Buche: zwei goldene, zwei silberne und eine bronzene. Diese Bilanz verdeutlicht die Breite des deutschen Spitzenruderns in mehreren Disziplinen.

Zeidler stellt EM-Rekord auf

Eine herausragende Vorstellung bot Olympiasieger Oliver Zeidler im Halbfinale des Einer. Der Frankfurter ruderte in 6:37,87 Minuten über 2.000 Meter eine neue EM-Bestzeit und verbesserte damit die bis dahin gültige Marke des weißrussischen Titelverteidigers Yauheni Zalaty, der 2025 in 6:38,51 Minuten gewonnen hatte. Der unter neutraler Flagge startende Belarusse lag im selben Rennen mit mehr als fünf Sekunden Rückstand deutlich hinter dem Deutschen. Mit dieser Leistung untermauerte Zeidler seinen Anspruch auf den vierten EM-Titel, den er am Sonntag im Finale um 12.52 Uhr angreifen will.

Zeidler, der im Vorjahr wegen seines Studiums ausgesetzt hatte, zeigt sich damit in glänzender Form. Seine Konkurrenten dürfte der EM-Rekord nachdenklich stimmen. Im Frauen-Einer verpasste Alexandra Föster aus Meschede das Finale dagegen nur knapp: Als Vierte ihres Halbfinals blieb sie nach einem Fotofinish außen vor.

Am Sonntag: Achter und neue Mixed-Wettbewerbe

Am zweiten Finaltag der EM stehen in Varese unter anderem die Entscheidungen im Frauen- und Männer-Achter an. Zudem werden erstmals bei einer Europameisterschaft der geschlechtsgemischte Mixed-Achter und der Mixed-Doppelzweier ausgefahren. Diese neuen Wettbewerbe bieten den deutschen Teams weitere Medaillenchancen. Die deutschen Großboote wollen an die starken Leistungen des Auftakttages anknüpfen und sich für die Weltmeisterschaften in Amsterdam (24. bis 30. August 2026) empfehlen, die als Höhepunkt des Ruder-Jahres gelten.

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