Der Yachtclub Berlin-Grünau hat am Sonnabend das 50-jährige Jubiläum seiner ersten olympischen Medaillen gefeiert. 1976 hatten bei den Spielen in Montreal der damals 22-jährige Jochen Schümann Gold im Finn-Dinghy sowie Dieter Below, Michael Zachries und Olaf Engelhardt Bronze im Soling gewonnen. Der Verein stellte damals das gesamte Aufgebot der DDR-Segler – einschließlich Trainer und Betreuer.
Ein Sommerfest für die Geschichte
Mehr als 100 Vereinsmitglieder und Gäste versammelten sich auf dem traditionsreichen Clubgelände am Müggelseedamm, das der Club seit 1902 nutzt. Die Feier war eine Hommage an die glorreiche Vergangenheit, aber auch ein Blick auf die Gegenwart: Der Yachtclub Berlin-Grünau kann heute fünf olympische und drei paralympische Medaillen seiner Sportler vorweisen. Insgesamt standen Grünauer Segler seit 1956 227-mal bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und Olympischen Spielen auf dem Treppchen.
Jochen Schümann: Ein Champion kehrt zurück
Der dreifache Olympiasieger Jochen Schümann, der heute in Bayern lebt, reiste extra in seine Köpenicker Heimat an. „Für mich ist an dem Verein besonders, dass es neben den ganzen Siegern, Medaillenträgern und erfolgreichen Trainern auch Leute gab, die in der Werkstatt, Physiotherapie, Küche oder als Trainingspartner genauso hart gearbeitet haben“, sagte der 72-Jährige. Seine Goldmedaille 1976 war der Startschuss für eine außergewöhnliche Karriere: Schümann gewann später zwei weitere Goldmedaillen – 1988 im Soling und 1996 im Finn-Dinghy für das wiedervereinigte Deutschland.
Die weiteren Helden von 1976
Neben Schümanns Triumph errang die Crew um Dieter Below, Michael Zachries und Olaf Engelhardt im Soling die Bronzemedaille. Below ist heute 84 Jahre alt, Zachries verstarb 2021 im Alter von 77 Jahren, Engelhardt ist 75. Der Yachtclub Berlin-Grünau (bis 1995 Segel-Abteilung des SC Berlin-Grünau) würdigte ihre Leistungen im Rahmen des Festes. „Diese Medaillen waren der Grundstein für die große Segeltradition unseres Vereins“, betonte ein Sprecher.
Ein Jahrhundertclub mit Zukunft
Der Yachtclub Berlin-Grünau blickt auf eine über 120-jährige Geschichte zurück. Gegründet als Segelclub im Jahr 1902, hat er Generationen von Spitzenseglern hervorgebracht. Neben den olympischen Erfolgen sind es vor allem die 227 Treppchenplatzierungen, die den Club weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machen. „Wir sind stolz auf diese Bilanz und werden auch künftig talentierte Segler fördern“, so der Club. Das Sommerfest diente nicht nur der Rückschau, sondern auch der Motivation für die nächste Generation – viele junge Mitglieder waren anwesend und ließen sich von den Legenden inspirieren.
50 Jahre später: Ein Fest der Gemeinschaft
Die Feierlichkeiten in Grünau zeigen, wie sehr der Verein noch heute von seiner Geschichte zehrt. Schümanns Worte verdeutlichen, dass es beim Segeln nicht nur um Einzelleistungen geht: „Es ist die Gemeinschaft, die diesen Verein ausmacht. Jeder hat seinen Teil beigetragen – ob auf dem Wasser oder an Land.“ Der Yachtclub Berlin-Grünau will diese Tradition fortführen und plant bereits weitere Aktivitäten zur Nachwuchsförderung. Das Gold-Jubiläum war jedenfalls ein voller Erfolg – und ein Versprechen für kommende Erfolge.



